Wirtschaft

Auslagerung oft nicht bewährtKonzerne holen Teile zurück

03.11.2010, 13:20 Uhr

Viele Unternehmen machen in der Frage der Auslagerung von Produktionsteilen eine Rolle rückwärts. Einer KPMG-Studie zufolge sind die erhofften Einsparungen ausgeblieben. Demnach hätte seit 2008 jeder dritte der befragten Konzerne ausgelagerte Arbeiten wieder zurückgeholt.

1
Die Autoindustrie ist stark von Zulieferern abhängig. (Foto: picture alliance / dpa)

Viele große Konzerne verabschieden sich einer Studie zufolge von alten betriebswirtschaftlichen Überzeugungen: Sie nehmen wieder Teile ihrer Produktion zurück ins Unternehmen. Die Auslagerung wichtiger Fertigungsschritte hat häufig nicht die erhofften Einsparungen gebracht und sich zudem als riskant herausgestellt, wie aus einer Studie der Unternehmensberatung KPMG hervorgeht.

"Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat offenbar vielen Unternehmen schmerzlich bewusst gemacht, welche Auswirkungen es auf das eigene Geschäft haben kann, wenn ein Zulieferunternehmen in Schwierigkeiten gerät", erklärte KPMG-Partner Gerhard Dauner.

Der Studie zufolge hat in den vergangenen zwei Jahren bereits jeder dritte von weltweit 200 befragten Konzernen ausgelagerte Arbeiten in die eigenen Werkshallen zurückgeholt. Weitere 40 Prozent erwägen einen solchen Schritt. Gleichzeitig gingen viele Unternehmen dazu über, sich auf weniger Zulieferer zu konzentrieren und diese dafür enger an sich zu binden. So beabsichtigen 40 Prozent der Befragten, mit ihren Zulieferern längere Verträge abzuschließen. Dafür würden die Dienstleister aber auch stärker in die Pflicht genommen. So müssten sie im Fall eines Produktionsstopps oft die Kosten schultern.

Für die Studie hat KPMG weltweit 200 Konzerne mit mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz aus den Branchen Industrie, Metallverarbeitung sowie Luft- und Raumfahrt befragt.

Quelle: rts