Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Export von Nahrungsmitteln boomt: Lebensmittel werden teurer

Die Ernährungsindustrie ächzt zwar unter hohen Rohstoffpreisen. Die Zeche zahlen aber die Verbraucher, die mehr für Lebensmittel ausgeben müssen. Dadurch und dank wachsender Exporte sieht sich die Branche - kurz vor der weltgrößten Nahrungsmittelmesse "Anuga" - in stabiler Lage.

Die Preise für Lebensmittel werden weiter steigen. Nachdem Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke in den ersten neun Monaten 2011 um 3 Prozent teurer waren als im Vorjahreszeitraum, ist künftig mit einem ähnlichen Preisanstieg von 3 bis 3,5 Prozent zu rechnen. Das berichtete die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungswirtschaft (BVE) nach eigenen Hochrechnungen. Sowohl die Ernährungsindustrie als auch der Lebensmittel-Einzelhandel sehen sich in robuster Verfassung.

"Trotz Euro- und internationaler Schuldenkrise hat sich die Konsumlaune in Deutschland bis jetzt nur wenig eingetrübt", sagte BVE-Geschäftsführerin Sabine Eichner. Der Umsatz der Ernährungsindustrie werde - nach Preissteigerungen und kräftigem Exportzuwachs - bis September 2011 bei rund 122 Mrd. Euro liegen. Das sei ein Plus von real 2,4 Prozent. Für das Gesamtjahr 2010 hatte der viertgrößte Industriezweig in Deutschland mit derzeit 5900 Betrieben und 544.000 Beschäftigten dagegen ein leichtes Umsatzminus von 0,2 Prozent auf 149,5 Mrd. Euro zu verdauen.

"Made in Germany" gefragt

Wachstumsmotor ist der Export, der inzwischen einen Anteil am Gesamtumsatz von 28 Prozent ausmacht. Der Appetit auf Fleisch- und Milchprodukte sowie Süßwaren "made in Germany" wächst laut BVE vor allem auch in Russland, den USA und China kräftig. In Deutschland leide die Industrie dagegen unter einem verregneten Sommer mit wenig Bedarf an Grillfleisch oder Erfrischungsgetränken. Hinzu kommen schlechte Ernteergebnisse hierzulande besonders bei Weizen und Gerste und steigende Rohstoffkosten, wie Eichner betonte.

Der Lebensmittel-Einzelhandel erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von von mehr als 128 Mrd. Euro - und damit 5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Im ersten Halbjahr 2011 gab es ein reales Plus von 0,3 Prozent auf 65,8 Mrd. Euro, wie ein Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVL) weiter mitteilte. Der Lebensmittel-Einzelhandel gehöre mit 1,1 Millionen Beschäftigten zu den bundesweit wichtigsten Arbeitgebern.

Gastgewerbe lässt Krise hinter sich

Im Trend bei den Verbrauchern liegen dem BVL zufolge Bio-Lebensmittel, regionale Produkte und frische Fertiggerichte. Das wird sich laut Koelnmesse auch im Angebot der alle zwei Jahre stattfindenden "Anuga" zeigen, zu der diesmal 6600 Anbieter aus 100 Ländern kommen. Partnerland ist Italien.

Das Gastgewerbe habe die Krise überstanden und lege wieder zu, berichtete der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband. Nach einem Umsatz von 58 Mrd. Euro 2010 gebe es wieder reales Wachstum. Sollte die geplante Lebensmittelampel für Restaurants kommen, sei allerdings mit negativen Folgen zu rechnen, betonte Dehoga-Hauptgeschaftsführerin Ingrid Hartges.

Quelle: n-tv.de

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