Wirtschaft

Insolvenzverwalter erkämpft MilliardenLehman wird für Barclays teuer

07.06.2011, 08:30 Uhr

Die Lehman-Gläubiger können sich auf einen Geldsegen von der Barclays Bank freuen. Ein Insolvenzrichter billigt ihnen zwei Mrd. Dollar zu. Doch Barclays will die Entscheidung nicht hinnehmen.

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Der Untergang von Lehman Brothers gilt als ein Höhepunkt der Finanzkrise. (Foto: REUTERS)

Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers beschäftigt auch fast drei Jahre nach dem spektakulären Crash die Gerichte. Ein New Yorker Insolvenzrichter sprach dem Verwalter der Lehman-Überreste gut zwei Mrd. Dollar zu, damit er das Geld unter den Gläubigern aufteilen kann.

Lehman Brothers war am 15. September 2008 in den Wirren der Finanzkrise untergangen. Um zu retten, was noch zu retten war, verkaufte das damalige Management das nordamerikanische Kerngeschäft an Barclays. Im Nachhinein sprach der Lehman-Verwalter jedoch von Mauscheleien beim Verkauf und klagte. Den Schaden für die Gläubiger bezifferte er ursprünglich auf elf Mrd. Dollar.

Der Richter erklärte das Geschäft im Februar zwar grundsätzlich für in Ordnung, zugleich sah er allerdings Unsauberkeiten. Konkret hatte der Lehman-Verwalter den Vorwurf erhoben, Barclays habe vielen damaligen Entscheidungsträgern lukrative Posten im eigenen Hause versprochen und habe daraufhin einen milliardenschweren "Rabatt" erhalten. Am Ende zahlte Barclays keine zwei Mrd. Dollar für eine der einst mächtigsten Investmentbanken der Welt.

Barclays kündigte umgehend an, das jetzige Urteil anzufechten. Der Verwalter von Lehman Brothers hatte sich auch mit weiteren Finanzkonzernen angelegt, denen er eine Mitschuld am Zusammenbruch der einst so mächtigen US-Investmentbank vorwarf.

Bei dem Bankrott verloren auch etliche deutsche Kleinanleger ihr Geld und streiten bis heute vor Gerichten um eine Entschädigung. Sie werfen Banken und Sparkassen zumeist falsche Beratung beim Kauf von Lehman-Zertifikaten vor.

Quelle: dpa