Wirtschaft

Nach kräftigen Zuwächsen 2011: MAN erwartet Nachfrage-Flaute

Der Nutzfahrzeug- und Motorenhersteller MAN stellt sich nach einem Rekordumsatz im vergangenen Jahr auf sinkende Erlöse ein. Wegen der geringeren Nachfrage nach Nutzfahrzeugen werden Umsatz und operatives Ergebnis unter denen von 2011 zurückbleiben, heißt es.

(Foto: dpa)

Der Lkw- und Maschinenbauer MAN zeigt sich trotz kräftiger Zuwächse im vergangenen Jahr für 2012 vorsichtig. Der Konzern rechne mit etwas weniger Umsatz und einem niedrigeren operativen Gewinn, kündigte Finanzchef Frank Lutz in München an.

Dies gelte, wenn die Politik die Finanzmärkte wegen der Staatsschuldenkrise beruhigen und so verhindern könne, dass die Unsicherheit sich noch stärker auf die Unternehmen auswirke. Für 2012 stellt sich MAN auf ein weltweit gedämpftes Wirtschaftswachstum ein.

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"In Europa rechnen wir mit einem stabilen Nutzfahrzeuggeschäft, in etwa auf dem Niveau von 2011", sagte Lutz. Im Boommarkt Brasilien werde der Absatz dagegen zurückgehen. Im Geschäftsfeld Nutzfahrzeuge werde der Gesamtumsatz um bis zu fünf Prozent fallen, in der Sparte Power Engineering, in der das Geschäft mit Großmotoren und Antriebstechnik gebündelt ist, dagegen um rund fünf Prozent anziehen. 

Im abgelaufenen Jahr steigerte MAN insgesamt den Umsatz auf den Rekordwert von 16,5 Mrd. Euro, das sind zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das operative Ergebnis schoss um 43 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro nach oben. Damit verbesserte sich die Umsatzrendite auf 9,0 (7,1) Prozent. Die langfristige Zielrendite liegt bei 8,5 Prozent; diesen Wert will der Konzern auch 2012 wieder erreichen.       

Ferrostaal verhagelt Schlussquartal

Unterm Strich brach der Gewinn 2011 um zwei Drittel auf 247 Mio. Euro ein. Hauptgrund war die Einigung im Streit um den Industriedienstleister Ferrostaal, den MAN vom arabischen Staatsfonds IPIC zurückkaufte und an das Hamburger Handelshaus MPC weiterreichte. Dies schlug sich mit 434 Mio. Euro negativ zu Buche. Eine geänderte Bewertung der Beteiligung am schwedischen Konkurrenten Scania, der wie MAN ebenfalls zum Volkswagen -Konzern gehört, sorgte für eine Belastung von 182 Mio. Euro.     

Wie MAN weiter mitteilte, wurde der Rekordumsatz 2011 vor allem vom Geschäftsfeld Nutzfahrzeuge getragen. Der Umsatz kletterte um 19 Prozent auf 12,6 Mrd. Euro, die Rendite lag bei 7,7 Prozent. Damit übertraf MAN den Konkurrenten Daimler, der in seinem Lkw-Geschäft eine Ebit-Marge von 6,5 Prozent ausweist. Spitzenreiter ist hier Scania mit einer operativen Marge von 14,1 Prozent. Der schwedische Hersteller Volvo erzielt im Lkw-Geschäft eine Rendite von 8,6 Prozent. Die beiden schwedischen Konzerne hatten zuletzt von kräftigen Rückgängen im europäischen Nutzfahrzeuggeschäft berichtet und drosselten bereits die Produktion.

Quelle: n-tv.de

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