Wirtschaft

Insolvenzverwalter prüft AngeboteManroland blüht Aufspaltung

28.11.2011, 22:58 Uhr
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(Foto: dapd)

Der Insolvenzverwalter von Manroland lotet offenbar eine Zerschlagung des Unternehmens aus. Von einer Trennung verspricht er sich bessere Verkaufschancen. Auf staatliche Hilfen darf das Unternehmen derweil nicht hoffen.

Kurz nach der Pleite des

Augsburger Druckmaschinenherstellers Manroland haben sich die ersten Übernahmeinteressenten

gemeldet. "Die Ernsthaftigkeit der Interessenten muss erst noch geprüft werden.

Wir werden in dieser und nächste Woche noch erste Gespräche führen", sagte

der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider der "Financial Times Deutschland".

Zu konkreten Namen könne er keine Angaben machen. Schneider deutete an, dass der

Konzern mit 6500 Beschäftigten in die Bereiche Zeitungsdruck und Bogenoffset aufgespalten

werden könnte. "Eine getrennte Lösung wäre einfacher", sagte er. "Anpassungen

in kleineren Einheiten sind leichter."

Schneider sagte, möglichst

schnell müsse das Unternehmen einen Massekredit bekommen, um die Lieferanten halten

zu können - voraussichtlich sei ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag nötig.

An diesem Dienstag seien hierzu erste Gespräche mit den Banken geplant. Konsortialführer

bei den Kreditinstituten ist Unicredit/HypoVereinsbank. "Es wäre ungewöhnlich,

wenn ich den Massekredit nicht bekommen sollte", sagte Schneider.

Lösung bis Anfang Februar

Bis zur formellen Eröffnung

des Insolvenzverfahrens am 1. Februar will Schneider eine Investorenlösung präsentieren:

"Ich wünsche mir, dass es bis dahin eine Lösung gibt, mit einem neuen Eigentümer."

Nach Wegfall des Insolvenzgeldes wäre es andernfalls nicht einfach, weitere Aufträge

zu erhalten.

Bayerns Wirtschaftsminister

Martin Zeil hatte Forderungen nach Staatshilfen für den Konzern mit Produktionsstandorten

in Augsburg, Offenbach und Plauen am Montag eine klare Absage erteilt.

Die beiden Eigentümer Allianz

und MAN haben Manroland vergangene Woche überraschend in die Insolvenz geschickt,

nachdem Kapitalspritzen nach kurzer Zeit aufgezehrt waren, die Banken Kredite über

150 Mio. Euro nicht verlängern wollten und der Schweizer Investor Capvis als Interessent

abgesprungen war. Das Unternehmen stellt Bogendruckmaschinen

für Werbung und Verpackungsdruck her, aber auch Rollenanlagen für den Zeitungsdruck.

Die Firma leidet wie die Branche seit Jahren unter den schrumpfenden Geschäften.

Quelle: nne/dpa