Wirtschaft

Winterwetter ist schuld Minus bei US-Industrie

15.03.2010, 18:07 Uhr

Der Februar ist kein guter Monat für die amerikanische Industrie. Wegen des harten Winters wird die Produktion im Vergleich zum Januar um 0,2 Prozent gedrosselt. Experten rechnen dennoch in diesem Jahr mit einer weiteren Erholung.

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Auch die Amerikaner haben unter einem harten Winter zu leiden. (Foto: REUTERS)

Schnee und Frost haben die US-Industrie im Februar ausgebremst. Nach Angaben der US-Notenbank (Fed) drosselte sie ihre Produktion um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Januar hatte es noch einen Anstieg von 0,9 Prozent gegeben.

Ein Grund für den Rückgang war der harte Winter, der Teile des Landes zeitweise lahmlegte. Das Verarbeitende Gewerbe insgesamt produzierte 0,1 Prozent mehr. Dazu trug die höhere Energieerzeugung bei, die um 0,5 Prozent anzog. Im Bergbau gab es ein Plus von 2,0 Prozent.

Die Kapazitätsauslastung der Unternehmen lag im Februar bei 72,7 Prozent. Das ist der höchste Wert seit Dezember 2008. Dennoch liegt die Auslastung noch immer um 7,9 Punkte unter dem zwischen 1972 und 2009 erreichten Durchschnitt.

Experten sind optimistisch

Postbank-Ökonom Thilo Heidrich betrachtete den Ausblick für die weitere Entwicklung der Industrieproduktion trotz des "gemischten Bilds" in den Details als positiv. Unter dem Strich bleibe festzuhalten, dass die US-Industrie ihre Anstiegsserie trotz der widrigen Witterung weiter fortsetzte. "Die Stimmungsindikatoren für das verarbeitende Gewerbe deuten zudem an, dass auch in den nächsten Monaten weitere Zuwächse zu erwarten sind", erklärte Heidrich.

Auch Nord/LB-Ökonom Bernd Krampen sieht die Erholungstendenz in der US-Industrie als ungebrochen an. Die Schneestürme hätten als Sonderfaktor die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe gebremst, "was aber für ein gewisses Aufholen im März spricht", erklärte Krampen. Insgesamt passe der mittelfristig erkennbare Erholungspfad zu dem allgemeinen Stimmungsbild aus dem verarbeitenden Sektor, wie es der Philadelphia Index oder auch der nationale ISM-Index angedeutet hätten. Der Ökonom sieht daher "ein bereits erstes positives Signal für die Ende April anstehenden BIP-Zahlen für das erste Quartal 2010".

Commerzbank-Ökonom Christoph Balz geht ebenfalls davon aus, dass die Produktion ihren "steilen Aufwärtstrend" im März wieder aufnehmen wird. Zudem richtet der Ökonom sein Augenmerk auf die Entwicklung der Kapazitätsauslastung, deren noch immer niedriges Niveau für vernachlässigbare Inflationsrisiken spreche.

Quelle: wne/rts/DJ