Mittwoch, 04. August 2010
Überraschendes Gewinnplus: Munich Re auf Kurs
Der weltgrößte Rückversicherer verbucht trotz großer Katastrophenschäden zum Beispiel durch die Ölpest einen überraschend hohen Gewinn und sieht sich damit auf Kurs zu seinem Jahresziel. 2010 peilt der Vorstand einen Gewinn von über zwei Mrd. Euro an. Das sei ambitioniert, aber zu schaffen, heißt es.
Respekt: Eine Ölpest von diesem Ausmaß muss ein Versicherer erst einmal wegstecken.
(Foto: picture alliance / dpa)
Die Münchener Rück hat im zweiten Quartal 2010 dank höherer Einnahmen aus Kapitalmarktgeschäften den Gewinn überraschend gesteigert. Der Überschuss kletterte um 3,5 Prozent auf 709 Mio. Euro.
Analysten hatten mit einem deutlichen Rückgang auf 481 Mio. Euro gerechnet. Während die Katastrophenschäden das Ergebnis deutlich belasteten, verdiente die Munich Re mit Kapitalanlagen deutlich mehr als im ersten Halbjahr 2009. Trotz der Börsenturbulenzen im Zuge der Schuldenkrise Griechenlands steigerte der Dax-Konzern sein Kapitalanlageergebnis um fast ein Fünftel auf 2,61 Mrd. Euro.
Katastrophenschäden kompensiert
Auf der Schadenseite wurde das Unternehmen erwartungsgemäß hart getroffen - unter anderem vom Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko sowie dem Erdbeben in Chile. Hier wurden weitere Zahlungen, mehr als ursprünglich zurückgelegt, fällig. In der Kernsparte Rückversicherung betrug die Schaden/Kosten-Quote - die zentrale Kennziffer zur Profitabilität - schwache 103,8 Prozent. Oberhalb von 100 Prozent sind Zahlungen für Schäden und Verwaltungskosten nicht mehr durch die Prämieneinnahmen gedeckt.
Der Vorstand hält an seinem Ziel fest, dieses Jahr einen Nettogewinn von mindestens zwei Mrd. Euro einzufahren. "Das bleibt ambitioniert, ist aber zu schaffen", sagte Konzernchef Nikolaus von Bomhard. Nach den ersten sechs Monaten waren es 1,2 Mrd. Euro verdient.
rts/dpa
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