Dienstag, 08. Juni 2010
Häufung von Naturkatastrophen: Munich Re stärker belastet
Der Rückversicherer Munich Re erwartet durch den Klimawandel eine Intensivierung der wetterbedingten Katastrophen. Zudem gebe es in den ersten Monaten dieses Jahres deutlich mehr Vulkanausbrüche. Munich Re setzt seine eigene Belastung von 700 Millionen auf eine Milliarde Dollar herauf.Naturkatastrophen werden nach Einschätzung des Rückversicherers Munich Re immer teurer. Die Gefährdung durch geophysikalische Ereignisse wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche habe sich nicht verändert, die versicherten Werte aber seien stetig gestiegen, erklärte der Dax-Konzern.
Bei Stürmen und starken Niederschlägen verändert sich hingegen die Gefährdungssituation. Grund ist laut den Risikoexperten von Munich Re der Klimawandel. Wetterbedingte Katastrophen werden sich nach ihrer Einschätzung in den kommenden Jahrzehnten weiter häufen und intensivieren.
In den ersten Monaten dieses Jahres gab es eine laut Munich Re "auffällige Häufung" von Naturkatastrophen: Erdbeben in Haiti, Chile, der Türkei und Costa Rica, Vulkanausbrüche in Island, Ecuador und Guatemala. Besonders groß seien die Schäden in Chile gewesen, da das Beben dort auch noch einen zerstörerischen Tsunami ausgelöst hatte. Munich Re geht von einem Gesamtschaden von acht Milliarden US-Dollar aus; der Versicherer selbst setzte seine eigene Belastung von 700 Millionen Dollar auf eine Milliarde Dollar herauf. Gründe seien die "hohe Versicherungsdichte im Gewerbe- und Industriegeschäft" und die Tatsache, dass in Chile oft auch die Infrastruktur wie etwa Autobahnen versichert sei.
Bei den wetterbedingten Katastrophen schlägt der Wintersturm "Xynthia" bei Munich Re mit 70 Millionen Euro zu Buche; zwei Hagelunwetter in Australien richteten Schäden in Höhe von rund 160 Millionen Euro an. Noch nicht beziffern können die Versicherungsexperten die Schäden durch das Hochwasser an Oder und Weichsel.
AFP
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