Wirtschaft

Cadbury nicht mehr interessantNestlé will lieber Pizza

05.01.2010, 10:26 Uhr

Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé zieht sich aus dem Rennen um den britischen Süßwaren- und Getränkehersteller Cadbury zurück und setzt stattdessen auf den riesigen Markt für Tiefkühlpizza in den USA.

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Die Schweizer ändern ihre Meinung. (Foto: REUTERS)

Der Schweizer Konzern kauft von Kraft Foods das nordamerikanische Tiefkühlpizza-Geschäft für 3,7 Milliarden Dollar. Der US-Konzern Kraft wiederum stockt mit dem Geld sein Angebot für Cadbury auf.

Die Übernahme beinhalte die Marken DiGiorno, Tombstone, California Pizza Kitchen, Jack's und Delissio, teilte Nestlé mit. 3400 Kraft-Mitarbeiter sollen zu Nestlé wechseln. Die Transaktion muss noch von den amerikanischen und kanadischen Wettbewerbshütern genehmigt werden und soll bis Jahresende abgeschlossen werden.

In den Vereinigten Staaten werden jedes Jahr Pizzen im Wert von 37 Milliarden Dollar verkauft. Die nun übernommene Kraft- Tiefkühlpizzasparte schätzt den Umsatz von 2009 auf 2,1 Milliarden Dollar bei einem Gewinn vor Zinsen und Steuern von rund 279 Millionen Dollar. Nestlé will in den ersten fünf Jahren Einsparungen in Höhe von sieben Prozent des Umsatzes einfahren. Die neue Sparte soll bereits im ersten vollen Jahr bei Nestlé zum Gewinn beitragen.

Höhere Barkomponente

Kraft verlängerte zugleich die Frist des Übernahmeangebots für Cadbury bis zum 2. Februar. Am Gesamtwert des Angebots ändere sich nichts: Die Cadbury-Aktionäre sollen jedoch eine höhere Barkomponente erhalten. Kraft reagiere damit auf den Wunsch einiger Aktionäre, hieß es.

Das zusätzliche Geld stamme aus dem Verkauf des Tiefkühlpizza-Geschäfts an Nestlé. Kraft bietet für den Süßwarenkonzern insgesamt gut zehn Milliarden Pfund. Details zu dem neuen Angebot sollen bis zum 19. Januar veröffentlicht werden.

Quelle: wne/dpa