Prognose bekräftigtNestle zaubert ein Lächeln
Nestle sieht sich auf Kurs. Der Schweizer Nahrungsmittelhersteller bestätigt seine Jahresziele und verweist auf das bisher Erreichte. Die Analysten finden dennoch ein Haar in der Zahlen-Suppe.
Der schweizerische Nahrungsmittelkonzern Nestle hat seine Ziele für das Gesamtjahr 2010 bekräftigt. Es soll in dem Zeitraum ein organisches Wachstum von rund 5 Prozent sowie eine Verbesserung der Ebit-Marge bei konstanten Wechselkursen gegenüber dem Vorjahr erreicht werden, teilte der Konzern mit. Als Grund für die Ausblickbestätigung führte das Unternehmen das organische Wachstum sowie die Ebit-Marge der Gruppe in der ersten Jahreshälfte an. Im ersten Halbjahr 2010 erzielte die Nestlé-Gruppe ein organisches Wachstum von 6,1 Prozent, das ein internes Realwachstum von 4,6 Prozent beinhaltet.
Wechselkurseffekte wirkten sich mit minus 1,5 Prozent auf den Gruppenumsatz aus. Der Gruppenumsatz kletterte um 5,9 Porzent auf 55,3 Mrd. Schweizer Franken. Beim organischen Wachstum des Geschäfts mit Nahrungsmitteln und Getränken wies Nestle für das erste Halbjahr 5,7 Prozent aus, mit einem internen Realwachstum von 4,2 Prozent. Die Ebit-Marge der Gruppe stieg um 80 Basispunkte flächenbereinigt oder 70 Basispunkte flächenbereinigt bei konstanten Wechselkursen und um 100 berichtete Basispunkte auf 15,1 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern und Dritten erhöhte Nestle auf 5,45 (5,071) Mrd. Schweizer Franken. Analysten hatten bei Nestle mit einem Gruppenumsatz von 55,428 Mrd. Schweizer Franken und einem Ergebnis nach Steuern und Dritten von 5,25 Mrd. Schweizer Franken gerechnet. Beim organischen Wachstum wurden am Markt die von Nestle erreichten 6,1 Prozent geschätzt.
Von "durchwachsen“ bis "enttäuschend"
Ein Händler bezeichnete den Unternehmensbericht der Schweizer als "durchwachsen". "Das ist eine Enttäuschung, nachdem das Unternehmen zuletzt die Erwartungen immer klar übertroffen hat", sagte der Marktteilnehmer. Vontobel-Analystin Claudia Lenz hob das im Unterschied zu den Wettbewerbern positives Preisumfeld und die zufriedenstellende interne Wachstumsrate hervor.
Das organische Wachstum des gesamten Geschäfts mit Nahrungsmitteln und Getränken belief sich bei Nestle auf 5,3 Prozent in Nord- und Südamerika, 3,6 Prozent in Europa und 10,4 Prozent in Asien, Ozeanien und Afrika. Die aufstrebenden Märkte der Gruppe erreichten laut Nestle weiter ein organisches Wachstum von über 10 Prozent. Die Gesamtleistung der Bric-Länder habe sogar noch höher gelegen. Hauptwachstumstreiber sei der weitreichendere Vertrieb auf den Wachstumsmärkten gewesen, um die schrittweise Einführungen der "preiswerten Popularly Positioned Products" zu unterstützen.
In Europa erzielte Nestle einen Umsatz von 19,7 Mrd. Schweizer Franken und ein organisches Wachstum von 2,2 Prozent. Das interne Realwachstum erreichte 1,3 Prozent. In Westeuropa sei in allen Schlüsselmärkten ein positives internes Realwachstum verzeichnet worden, teilten die Schweizer mit und verwiesen auf die Konzentration auf einen ausgedehnteren Vertrieb und verbesserte Dienstleistungen für die Handelspartner. In Südeuropa sei in Italien und der iberischen Region ein positives Wachstum verzeichnet worden. In Osteuropa hätten Polen und die Ukraine starke Leistungen erreicht. In Nord- und Südamerika lag der Umsatz bei 16,3 Mrd. Schweizer Franken und das organische Wachstum bei 6,1 Prozent. Das interne Wachstum betrug 3,1 Prozent und die Ebit-Marge lag bei 15,1 Prozent.
"Cerealien für Kleinkinder“
Bei Nestle Waters lag der Umsatz bei 4,7 Mrd. Schweizer Franken und das organische Wachstum bei 2,5 Prozent. Die Ebit-Marge belief sich auf 8,4 Prozent. Der Wassermarkt in den Industrieländern habe nach mehreren Jahren, in denen sich der Konsum abschwächte, wieder Wachstum verzeichnet. In den aufstrebenden Märkten habe sich das robuste Wachstum fortgesetzt.
Mit Nestlé Nutrition setzte der Konzern 5,3 Mrd. Schweizer Franken um. Säuglingsnahrung verzeichnete laut Nestle einen guten Start ins Jahr und erzielte in allen Zonen ein positives Wachstum, inklusive eines zweistelligen Wachstums in den Wachstumsmärkten wie Russland, China, dem Mittleren Osten und Afrika. Die drei Segmente - Säuglingsnahrung, Babynahrung sowie Cerealien für Kleinkinder - hätten alle ihren Teil dazu beigetragen, insbesondere Cerealien.