Wirtschaft
Spielt in "House of Cards" einen machtgierigen "Pragmatiker", der es schließlich bis ins Präsidentenamt schafft: Netflix-Star Kevin Spacey.
Spielt in "House of Cards" einen machtgierigen "Pragmatiker", der es schließlich bis ins Präsidentenamt schafft: Netflix-Star Kevin Spacey.(Foto: REUTERS)

Auftrieb für den Aktienkurs: Netflix gewinnt Zuschauer

Die Investitionen in kostspielige Eigenproduktionen scheinen sich für Netflix auszuzahlen. Im zurückliegenden Quartal steigt die Zahl der Neukunden kräftig an. Probleme bereitet dem Streaming-Anbieter der starke Dollar.

TV-Unterhaltung aus dem Internet: Der US-Videodienst Netflix verzeichnet dank Serienhits wie "House of Cards" einen kräftigen Zulauf. Im ersten Quartal 2015 steigerte das Unternehmen die Zahl seiner zahlenden Abonnenten um 4,9 Millionen auf weltweit über 62 Millionen Nutzer.

Wie Netflix in der aktuellen Zwischenbilanz weiter mitteilte, kletterte der Umsatz im zurückliegenden Quartal im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 24 Prozent auf 1,57 Milliarden Dollar (1,47 Mrd Euro). Der Gewinn sank hingegen von 53,1 auf 23,7 Millionen Dollar. Ein Grund dafür war der starke Dollar, der die Auslandseinnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung niedriger erscheinen lässt.

Mehr Neukunden als erwartet

Anleger reagierten angesichts des starken Nutzer-Wachstums trotzdem begeistert - die Aktie legte nachbörslich zeitweise um mehr als 12 Prozent zu. Netflix expandiert aggressiv und nimmt dabei auch erhebliche Belastungen in Kauf: Das internationale Geschäft, das derzeit rasant ausgebaut wird, brachte im ersten Quartal einen operativen Verlust von 65 Millionen Dollar ein - im Vorjahresquartal waren es noch 35 Millionen Dollar. Für das laufende Vierteljahr rechnet Netflix sogar mit einem Minus von 101 Millionen Dollar.

Im Heimatmarkt verdiente Netflix hingegen 312 Millionen Dollar - über 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In den USA hat der Dienst 41,4 Millionen Kunden, im vergangenen Vierteljahr kamen knapp 2,3 Millionen dazu. In bisher mehr als 50 Ländern außerhalb der USA kommt Netflix nach einem Zuwachs von 2,6 Millionen Nutzern auf knapp 20,9 Millionen Kunden. Das Plus übertraf die Prognosen.

Serienhits fürs Internet

Netflix-Chef Reed Hastings führte das Wachstum der Nutzerzahlen auf die Popularität von Eigenproduktionen zurück. In den vergangenen Monaten startete die dritte Staffel der Polit-Serie "House of Cards" mit Kevin Spacey sowie neue Serien wie "Unbreakable Kimmy Schmidt" und "Bloodline". Netflix investiert massiv in die Produktion eigener Inhalte und verpflichtete unter anderem Adam Sandler für vier Filme.

In Deutschland, wo Netflix im vergangenen Herbst an den Start ging, wird "House of Cards" allerdings zunächst beim Bezahlsender Sky gezeigt. Für das laufende Quartal rechnet Netflix mit langsamerem Wachstum mit einem Plus von 600.000 Kunden in den USA und 1,9 Millionen im Ausland.

Netflix ist ein Streaming-Dienst, bei dem die Filme und Serien direkt aus dem Internet laufen. Die Nutzer zahlen dafür eine Abo-Gebühr. Zum Konzern gehört auch noch ein Online-DVD-Verleih, der aber an Bedeutung verliert.

Quelle: n-tv.de

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