Wirtschaft

"Keiner weiß, wer Chef ist"Neven DuMont will führen

14.11.2010, 12:36 Uhr

Durcheinander bei der bei der Mediengruppe M. DuMont Schauberg: Konstantin Neven DuMont sieht sich nicht auf das Abstellgleis geschoben. Der 41-jährige Sohn von Altverleger Alfred Neven DuMont ist eigenen Angaben zufolge weiter Vorstand und Herausgeber. Andererseits zieht er auch Alternativen zu seiner bisherigen Tätigkeit in Erwägung.

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Konstantin Neven DuMont (Foto: picture alliance / dpa)

Konstantin Neven DuMont hat seinen Anspruch auf die Führung in der Mediengruppe M. DuMont Schauberg (MDS) bekräftigt. Wenn er aber seine Strategien im Haus nicht durchsetzen könne, dann schaue er sich nach Alternativen um, sagte der zurzeit beurlaubte Verlagsvorstand dem "Focus".

Er sei daran interessiert, einen Teil seiner Anteile zu veräußern, sagte Neven DuMont weiter. Konkreteres könne er dazu aber noch nicht sagen. "So wie das Unternehmen jetzt geführt wird, möchte ich dort nicht langfristig investiert bleiben."

Der Sohn des 83-jährigen Altverlegers Alfred Neven DuMont erneuerte seine Kritik an der jetzigen Verlagsführung. "Das Problem bei MDS ist, dass keiner weiß, wer wirklich der Chef ist." Über die Rolle seines Vaters meinte er: "Ich hätte es gut gefunden, wenn ich ihn stärker hätte ablösen können." Konstantin Neven DuMont erwartet außerdem weitere Einsparungen bei der zur Gruppe gehörenden "Frankfurter Rundschau". Der Verlag gab zunächst keine Stellungnahme zu dem Interview ab.

Trotz Beurlaubung weiter Vorstand

Der 41-Jährige hat sich nach eigenen Angaben für drei Wochen beurlauben lassen. Der Verlag hatte dazu mitgeteilt, seine Ämter würden in dieser Zeit ruhen. Neven DuMont selbst hatte erklärt, ihm sei von seinem Vater versichert worden, auch während der Beurlaubung Vorstand und Herausgeber zu bleiben.

Konstantin Neven DuMont war zuvor in die Schlagzeilen geraten, weil der Blogger und Medienjournalist Stefan Niggemeier ihn verdächtigte, in seinem Blog unter Pseudonym Hunderte Kommentare abgegeben zu haben.

Bei M. DuMont Schauberg erscheinen neben der FR unter anderem die "Berliner Zeitung" und mehrere Kölner Zeitungen.

Quelle: dpa