"Keine aggressiven Zinserhöhungen"OECD warnt EZB
Dass die EZB am kommenden Donnerstag eine Zinsanhebung vornehmen wird, gilt bei Experten als sicher. Die OECD erwartet, dass die OECD danach ihre Geldpolitik nicht weiter straffen wird.
Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte nach der nächsten
Zinserhöhung nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (OECD) zunächst den Fuß vom Gaspedal nehmen. Es sei besser, mit einer
weiteren Straffung der Geldpolitik abzuwarten, bis sich der Aufschwung sich verfestigt
habe, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria.
Es sei zwar richtig, nun ein Signal zu senden. "Ich
rate aber nicht zu aggressiven Zinserhöhungen und ich denke, es wird auch nicht
dazu kommen", äußerte Gurria weiter. Die EZB-Spitze kommt am Donnerstag zu
ihrer nächsten Sitzung zusammen und dürfte den Schlüsselzins wohl um einen Viertelprozentpunkt
auf dann 1,5 Prozent anheben.
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat die Märkte bereits
auf diesen Schritt vorbereitet, indem er mit Blick auf die Inflationsentwicklung
von "hoher Wachsamkeit" sprach. Eine weitere Zinserhöhung danach noch
in diesem Jahr gilt jedoch nicht als ausgemachte Sache.
Es wäre nach der Zinswende im April bereits der dritte
Schritt der Zentralbank im Jahr 2011, während die US-Notenbank Federal Reserve wegen
des schwächelnden Aufschwungs in den Vereinigten Staaten noch "für geraume
Zeit" an ihrer Nullzinspolitik festhalten will.
Zu hohe Teuerungsrate
Die Teuerungsrate in der Euro-Zone stagnierte im Juni
bei 2,7 Prozent, während Experten mit einem weiteren Anziehen gerechnet hatten.
Die EZB sieht stabile Preise bei einer mittelfristigen Inflation von knapp unter
zwei Prozent gewährleistet.
Die Hüter des Euro lassen sich prinzipiell bei ihrer
geldpolitischen Strategie nicht in die Karten schauen und betonen stets, dass sie
sich niemals vorab festlegen. Zudem steht Ende des Jahres eine Wachablösung an der
Spitze der Zentralbank an, wenn Trichet Ende Oktober abtritt und dem Italiener Mario
Draghi Platz macht.