Freitag, 12. März 2010
Leitung des Russland-Geschäfts: Opel nicht mehr erste Geige
Opel ist die Zuständigkeit für den russischen Markt los. Ab sofort wird das Geschäft für das flächengrößte Land der Erde vom chinesischen Shanghai aus geleitet. Der Betriebsrat kritisiert die Entscheidung des Mutterkonzerns General Motors.
(Foto: REUTERS)
Opel verliert die Zuständigkeit für den russischen Markt. Wie aus einer Mitteilung an die Beschäftigten hervorgeht, wird das Geschäft in Russland und den GUS-Staaten ab sofort der im chinesischen Shanghai ansässigen Einheit General Motors International Operations (GMIO) unterstellt. Ein Opel-Sprecher erläuterte, dies diene der Vereinheitlichung der Produktions- und Vertriebsstrukturen.
Der Opel-Betriebsrat macht sich angesichts der Entscheidung Sorgen um den Rüsselsheimer Autobauer. Sie stoße auf großes Unverständnis in der Belegschaft, heißt es. Die Gefahr bestehe, dass die 120.000 Fahrzeuge, die in Russland verkauft werden sollten, in der Konzernstatistik nicht mehr Opel/Vauxhall zugerechnet würden. Damit stiegen die Strukturkosten je Fahrzeug in der Verwaltung. "Als Konsequenz wäre ein weiterer Stellenabbau in diesen Bereichen zu befürchten." General Motors will bei Opel rund 8300 Stellen streichen.
Auch für die Verhandlungen mit den europäischen Regierungen spiele Russland als Zukunftsmarkt eine große Rolle, erklärte der Betriebsrat. Der Autozulieferer Magna, der Opel kaufen wollte, ehe GM den Verkauf der Europa-Tochter wieder abblies, hatte in Russland große Pläne für den Rüsselsheimer Autobauer. Der Betriebsrat forderte, es dürfe keine Beschränkung für Opel in Russland geben.
Der Unternehmenssprecher sagte, Opel behalte die Markenführung auch in Russland. In Sankt Petersburg wird von Mitte des Jahres an auch der Opel Astra gebaut, in Kaliningrad wird der Opel Zafira für den russischen Markt zusammengebaut.
Geld aus London für Vauxhall
Unterdessen gewährt die britische Regierung GM eine Kreditbürgschaft in Millionenhöhe, um Arbeitsplätze bei der GM-Tochter Vauxhall zu sichern. GM Europe erhalte eine Kreditbürgschaft in Höhe von 270 Millionen Pfund (289 Millionen Euro), verlautete in London mit. Das Geld trage dazu bei, die Tätigkeit des Unternehmens in Großbritannien und Europa zu erhalten, erklärte Wirtschaftsminister Peter Mandelson.
Vauxhall ist die britische Schwestermarke von Opel. GM wollte Vauxhall ebenso wie Opel zunächst verkaufen, entschied sich nach seinem eigenen Neustart jedoch dazu, beide Töchter zu behalten.
Für ihren Erhalt möchte GM von den europäischen Staaten mit Werksstandorten Hilfe in Höhe von 1,8 Milliarden Euro bekommen. GM selbst will 1,9 Milliarden Euro in die Sanierung von Opel stecken.
wne/rts/AFP
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