Wirtschaft

Aluriese fährt Produktion hochOptimismus bei Rusal

12.04.2010, 16:10 Uhr

Der weltweite Aufschwung erreicht auch den weltgrößten Aluminiumkonzern UC Rusal. Die Russen wollen in diesem Jahr die Herstellung von Aluminiumoxid um elf Prozent und die Produktion von Aluminium um drei Prozent oder 100.000 Tonnen erhöhen.

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Oleg Deripaska (Foto: AP)

Der weltgrößte Aluminiumkonzern UC Rusal rechnet fest mit einer nachhaltigen Erholung der Weltwirtschaft und fährt mit einem überraschend hohen Gewinn im Rücken seine Produktion hoch. Nachfrage und Preise für Aluminium zögen im Zuge des Aufschwungs auch in den Industrieländern wieder an, erklärte das russische Unternehmen.

Deswegen werde Rusal in diesem Jahr die Herstellung von Aluminiumoxid um elf Prozent und die Produktion von Aluminium um drei Prozent oder 100.000 Tonnen erhöhen. Im zweiten Halbjahr 2011 solle die Aluminium-Produktion nochmals um 334.000 Tonnen gesteigert werden. Mit seinem optimistischen Ausblick legte Rusal auch die Latte für den US-Rivalen Alcoa hoch, der am Abend mit seiner Bilanz zum ersten Quartal die Berichtssaison in den USA eröffnen sollte.

Dank Einsparungen fiel das Ergebnis im zweiten Halbjahr 2009 besser aus als erwartet. Das Unternehmen fuhr einen Nettogewinn von rund 1,7 Milliarden Dollar ein und übertraf damit die Prognosen von Analysten, die mit rund 1,4 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Ein Jahr zuvor schlug noch ein Verlust von rund 7,4 Milliarden Dollar zu Buche. Damit schnitt Rusal deutlich besser ab als sein chinesischer Rivale Chalco, der im vierten Quartal einen unerwarteten Verlust verbucht und über hohe Kosten klagte.

Riesiger Schuldenberg durch Zukäufe

Wegen der verbesserten Geschäftsaussichten will Rusal nun in diesem Jahr ein im Zuge der Wirtschaftskrise stillgelegtes Werk in Jamaika wieder anfahren. Zudem sollen die ersten Teile zweier neuer Aluminiumhütten im kommenden Jahr die Produktion aufnehmen. Um die Gewinnmargen zu schützen, dürfe die Produktion aber nicht zu schnell gesteigert werden, warnte Konzernchef Oleg Deripaska. "Das wichtigste ist, dass die Geschäfte in diesem Jahr hohe Renditen abwerfen."

Rusal ist mit einer Reihe von Zukäufen im vergangenen Jahrzehnt zum Weltmarktführer aufgestiegen, hat dabei aber auch einen riesigen Schuldenberg angehäuft. Bei seinem Börsengang in Hongkong im Januar sammelte das Unternehmen 2,2 Milliarden US-Dollar ein.

Die Anleger konnte Rusal mit Ergebnis und Ausblick überzeugen. Die seit Jahresanfang in Hongkong gelisteten Aktien schlossen gegen den Markttrend gut ein Prozent fester.

Quelle: wne/rts