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Fast drei Monate lang gab es weltweit keinen tödlichen Absturz.
Fast drei Monate lang gab es weltweit keinen tödlichen Absturz.(Foto: REUTERS)

Ungewöhnlich wenig Abstürze: Piloten bestaunen 2011

Die Daten stimmen Experten zuversichtlich: 2011 geht als das bislang sicherstes Jahr der Verkehrsluftfahrt in die Geschichte ein. Zwischen Oktober und Dezember verzeichnen die Statistiker weltweit keinen einzigen Crash mit Todesfolge. Auffällig viele Flieger stürzen in Russland ab.

Jedes Jahr sind mehr Menschen in Flugzeugen unterwegs - doch das Fliegen wird immer sicherer. Das deutsche Unfalluntersuchungsbüro JACDEC (Jet Airliner Crash Data Evaluation Center) bestätigt mit seiner Bilanz für 2011 einen Trend, den auch schon die Internationale Lufttransportvereinigung IATA in Genf angedeutet hatte: Die zivile Weltluftfahrt ist trotz eines steigenden Verkehrsaufkommens weit von den schrecklichen Unfallbilanzen der 80er und 90er Jahre entfernt. 1996 etwa war mit weltweit 2272 registrierten Flugunfallopfern ein besonders schwarzes Jahr zu beklagen.

Die meisten Unfälle passieren bei Starts und Landungen.
Die meisten Unfälle passieren bei Starts und Landungen.(Foto: REUTERS)

Die JACDEC-Bilanz, die das deutsche Luftfahrtmagazin "Aero International" veröffentlicht, kommt für 2011 dagegen nur auf 498 Unfalltote im weltweiten kommerziellen Luftverkehr. Fast alle Unfälle mit Todesfolge ereigneten sich demnach auf Regionalstrecken von weniger als 500 Kilometern, fast alle bei international kaum bekannten Airlines. Auch wenn jeder Unfall einer zu viel ist, lässt diese Zahl den Luftverkehr unter Sicherheitsaspekten gerade in Relation zu anderen Verkehrsträgern in einem guten Licht dastehen. Zum Vergleich: Pkw-Mängel könnten schuld sein .

Der positive Luftfahrttrend ist kein Zufall. Die Flugzeuge werden nicht nur technisch immer ausgefeilter, die Überwachungsinstrumente nicht nur leistungsfähiger - auch Piloten werden immer besser auf alle möglichen Eventualitäten vorbereitet. Ebenso sorgfältig wie regelmäßig werden bestimmte Fehlerquellen immer wieder analysiert, um sie künftig auszuschließen. Jeder Zwischenfall trägt dazu bei, die Fliegerei noch sicherer zu machen. "Zwischen Mitte Oktober und Ende Dezember kam es zu keinem tödlichen Flugunfall. Nie zuvor gab es eine derart lange unfallfreie Zeitspanne im Weltluftverkehr", stellt das Magazin fest.

Jahr der Beinahe-Crashs?

Klassenprimus im Sicherheitsbereich bleibt Europa. Erstmals in der Geschichte der europäischen Luftfahrt war kein Passagier bei kommerziellen Flügen von europäisch betriebenen Fluggesellschaften ums Leben gekommen, gab die Europäische Flugsicherheitsbehörde EASA bereits Mitte des Jahres den Trend vor. Doch die Experten des JACDEC-Büros warnen vor "einer tickenden Zeitbombe" auf Europas Großflughäfen: "Die Zahl der Beinahe-Unfälle ging trotz flächendeckend eingesetzter Kollisionswarngeräte nicht spürbar zurück."

Beeindruckend war 2011 die sicherheitstechnische Aufholjagd afrikanischer Airlines. Lange Zeit galt der Kontinent als Schlusslicht der Luftfahrt-Sicherheitsstatistik. Die Probleme dort sind längst noch nicht alle behoben. Doch mit der Eröffnung einer Agentur für Zivilluftfahrt (ACAA) gab Afrika 2007 den Startschuss für eine Offensive in Sachen Sicherheit, um endlich sein Negativimage loszuwerden.

Uralte Antonows in der Luft

Russland dagegen droht nun der Platz des Klassenletzten. Das Sicherheitsniveau der russischen Luftfahrt gilt als katastrophal. Verantwortlich ist eine Gemengelage von Ursachen: veraltete Maschinen, fehlendes Geld für die Wartung, mangelnde Ausbildung von Besatzungen und Fluglotsen sowie schlechte Infrastruktur - vor allem auf den kleineren Flughäfen in der Provinz.

Die Regierung in Moskau versuchte, mit drastischen Maßnahmen eine Trendwende einzuleiten. Nach dem Moskau verbietet Fluglinie - darunter dem Eishockeyteam der Stadt - ließ sie betagte sowjetische Flugzeugtypen verbieten und kündigte neue Sicherheitsstandards an. Doch Beobachter bleiben skeptisch und verweisen auf eine oft nur ungenügende Umsetzung der an sich ausreichenden Sicherheitsvorschriften.

"Auch 20 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion ist die Übergangsphase hin zu einer modernen Luftverkehrsstruktur noch nicht vollständig abgeschlossen", mahnt "Aero International" - und verweist auf einen Altersrekord bei einem Flugzeugunglück am 8. August 2011: Die verunglückte viermotorige Antonow An-12 war bereits vor 48 Jahren im Frachtverkehr des Sowjetreiches unterwegs. Bisherigen Erkenntnissen zufolge ist die Maschine nach einem Triebwerkschaden in der Luft explodiert.

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Quelle: n-tv.de

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