Raus aus der Lauerstellung: Visa übernimmt die Bankkarten der Postbank.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Mittwoch, 15. Dezember 2010
Mastercard verliert 6,4 Millionen Kunden: Postbank-Karten nun von Visa
Der Kreditkartenanbieter Visa kommt bei der Aufholjagd im deutschen Bankkarten-Geschäft einen großen Schritt voran. Die Postbank wechselt mit ihren 6,4 Millionen Bankkarten vom dominierenden Rivalen Maestro bis Mitte des kommenden Jahres komplett zum Visa-System "V-Pay", wie beide Unternehmen mitteilten. Bis Ende dieses Jahres soll die Hälfte der Postbank-Karten ausgetauscht sein. Bisher hatte Visa Europa nur einige Volks- und Raiffeisenbanken, die LBBW-Tochter BW-Bank und die Landesbank Berlin auf ihre Seite gezogen.
Von den rund 92 Millionen in Deutschland ausgegebenen, landläufig immer noch als EC-Karten bekannten Plastikkärtchen zum Zahlen und Geldabheben entfallen nach Angaben von Visa nun zehn Millionen auf "V-Pay". Visa Europe versucht den deutschen Markt seit dem vergangenen Jahr aufzurollen. Anfang 2010 waren erst zwei Millionen "V-Pay-"-Karten im Umlauf. Bei Kreditkarten hatte Visa in Deutschland 2009 Boden auf Mastercard verloren.
Visa wirbt für "V-Pay" vor allem mit dem besseren Schutz der Karten vor Betrügereien. Damit begründete auch die Postbank den Wechsel. Das verbreitete "Skimming" sei mit dem Visa-System so gut wie ausgeschlossen. Betrüger greifen bei der Auszahlung am Geldautomaten heimlich die Geheimzahl ahnungsloser Kunden ab und heben mit Kartendubletten dann auf deren Kosten Geld ab.
In den USA noch immer Kreditkarte nötig
In Deutschland arbeiten beide Systeme - Maestro und V-Pay - beim Abheben und an der Kasse im Handel mit dem Girocard-Standard, hinter dem die drei deutschen Bankenverbände stehen. Unterschiede gibt es nur im Ausland. Bei V-Pay gehen die Gebühren an Visa Europe, bei Maestro an den Rivalen Mastercard. Allerdings kann die V-Pay-Karte nur in Europa eingesetzt werden. Für Reisen etwa in die USA müssen die Kunden auf die Kreditkarte zurückgreifen, um jederzeit liquide zu sein.
Visa Europe gehört rund 400 Mitgliedsbanken, mit der in den USA börsennotierten Visa Inc ist sie nur über eine Lizenz verbunden.
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