Dienstag, 03. Januar 2012
Deutsche Bank baut Tochter um: Postbank verbannt externe Fonds
Die Deutsche Bank will das Privatkundengeschäft deutlich stärken und damit weniger abhängig vom schwankungsanfälligen Investmentbanking werden. Das soll unter anderem mit der Übernahme der Postbank gelingen, die deshalb massive Veränderungen erfährt.Die Deutsche Bank treibt die Integration der Postbank voran: Externe Anbieter von Finanzprodukten werden der "Financial Times Deutschland" zufolge weitgehend ausgesperrt. Der Verkauf konzernfremder Investmentfonds durch Postbank-Berater habe keine Zukunft mehr, zitierte die Zeitung aus Bankkreisen.
Die Postbank hat rund 14 Millionen Kunden in Deutschland und damit mehr als jedes andere Institut. Bislang stand sie im großen Umfang auch externen Anbietern offen. Das Institut bietet aber vor allem Tagesgeldkonten und Kredite an. Die Deutsche Bank verspricht sich dem Bericht zufolge mehrere Vorteile von dieser Strategie: Zum einen wolle sie mögliche Imageschäden und Haftungsfälle durch Produkte von Fremdanbietern vermeiden, zum anderen wolle das Institut ihre stabilen Geschäftsfelder ausbauen, etwa die Fondstochter DWS. Mit einem Vertrieb über die Postbank könnte die DWS ihr Volumen deutlich aufstocken.
Stärkeres Privatkundengeschäft angestrebt
Die Deutsche Bank besitzt bereits die Mehrheit an der Postbank. Im Februar kann sie ihren Anteil an der ehemaligen Tochter der Deutschen Post auf mehr als 90 Prozent aufstocken. Die Übernahme ist für die Deutsche Bank von großer strategischer Bedeutung: Sie selbst hat 10 Millionen Kunden und will ihre Abhängigkeit vom risikoreicheren Investmentbanking verringern. Die Deutsche Bank erhofft sich im Zuge der Postbank-Übernahme mittelfristig Synergiepotenziale von jährlich einer Mrd. Euro.
Zugleich baut sie die neue Tochter um, um Kosten zu senken. So werden zahlreiche Jobs werden in externe Gesellschaften ausgegliedert. Die betroffenen Mitarbeiter müssen jedoch anders als ursprünglich geplant keine Einbußen bei Gehalt und Urlaubsanspruch hinnehmen. Neue Mitarbeiter können dort aber zu schlechteren Konditionen eingestellt werden.
jga/AFP/rts
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