Wirtschaft

Zypern vor dem Abgrund : Protokoll der Zypern-Krise

Zypern läuft die Zeit davon: Bis Montag muss ein Rettungsprogramm stehen, sonst gibt es kein Geld mehr von der Europäischen Zentralbank. Nach der Blockade zu Beginn der Woche kommt Zypern der Rettung wieder etwas näher.

Verfolgen Sie die aktuellen Geschehnisse im Liveticker.

24. März 2013

+++ 23:45 Uhr China zweifelt an schneller Lösung für Schuldenkrise +++

Chinas Finanzminister Lou Jiwei zweifelt daran, dass Europa seine Schuldenkrise schnell in den Griff bekommt. "Ich bin sehr in Sorge um Europa. Ich mache mir Gedanken, ob sie aus dem Ärger in den kommenden zehn Jahren herauskommen", sagte Lou auf einem Wirtschaftsforum. Zugleich wies der erst seit Kurzem im Amt befindliche Finanzminister darauf hin, dass Probleme im Ausland auch Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft hätten. Diese ist immer stärker von der Auslandsnachfrage abhängig.

+++ 22:Uhr 45 Euro-Finanzminister beginnen Verhandlungen +++

Die Euro-Finanzminister beginnen mit rund vier Stunden Verspätung ihre Beratungen über das Rettungspaket für Zypern. Die Verhandlungen gelten als letzte Chance, um Zypern vor der Pleite zu retten: Die EZB will die zyprischen Banken nur noch bis Montag mit Notkrediten versorgen, wenn kein Rettungspaket zustande kommt. Zahlt die EZB nicht mehr, stünden die Finanzinstitute und damit der Staat vor der Pleite.

+++ 22:10 Uhr Zyprer demonstrieren vor EU-Vertretung +++

Mehrere Hundert Demonstranten haben vor den Büros der Vertretung der EU in Nikosia gegen das - wie sie sagten - Spardiktat aus Brüssel demonstriert. Zu der Demonstration hatten linke Parteien und Gewerkschaften aufgerufen.Die Demonstranten versammelten sich anschließend vor dem Präsidentenpalais in Nikosia. Sie skandierten "Troika raus aus Zypern." Vor der Vertretung der EU hatten sie gerufen: "Wir werden nicht die Sklaven des 21sten Jahrhunderts werden." Andere skandierten: "Die Arbeitnehmer werden nicht die Fehler der Banken bezahlen." Es gab auch Parolen gegen die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Demonstration verlief nach Polizeiangaben bisher friedlich.

+++ 21:25 Uhr Anastasiades spricht von Rücktritt +++

Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades soll angesichts des starken Drängens der EU-Führung von Rücktrittsdruck gesprochen haben. Dies berichtete das staatliche zyprische Fernsehen (RIK). Wörtlich soll Anastasiades gesagt haben: "Ich mache Euch einen Vorschlag. Den lehnt ihr ab. Ich schicke Euch einen anderen; das Gleiche. Was wollt ihr denn? Wollt ihr mich zum Rücktritt zwingen? Wenn es das ist, was ihr wollt, dann sagt es."Welche Forderungen er konkret meinte, wurde nicht gesagt. Die politische Führung Zyperns wird per Videokonferenz laufend aus Brüssel informiert.

+++ 20:30 Uhr Treffen der Eurogruppe verzögert sich +++

Der offizielle Beginn des Krisentreffens der Euro-Finanzminister zur Lage in Zypern verzögert sich weiter. Das teilten Diplomaten am Rande der Veranstaltung mit. EU-Spitzenvertreter berieten weiterhin im kleinen Kreis mit Zyperns Präsidenten Nikos Anastasiades. Die Euro-Finanzminister sollen darüber sprechen, wie der Inselstaat vor der Pleite zu bewahren ist. Umstritten ist vor allem, wie Zypern seinen milliardenschweren Eigenanteil am Rettungspaket aufbringen will.

+++ 19:15 Uhr Zyprer können nur noch 100 Euro abheben +++

Zyperns Bankkunden können nur noch 100 Euro täglich am Geldautomaten abheben. Im Ringen um den Erhalt einer Restliquidität schränkten die zwei größten zyprischen Geldhäuser die Abhebungsmöglichkeiten weiter ein. Ein Sprecher von Zyperns zweitgrößtem Finanzinstitut Cyprus Popular Bank erklärte, man werde an dieser Grenze festhalten, bis die Banken wieder öffneten. Dies ist für Dienstag vorgesehen. Zuletzt hatte die Grenze für Bargeld-Abhebungen bei der Cyprus Popular Bank bei 260 Euro täglich gelegen. Auch bei der Bank of Cyprus gilt, dass nur noch 100 Euro täglich verfügbar sind.

+++ 18:00 Uhr Luxemburg fordert rasche Lösung +++

Der luxemburgische Finanzminister Luc Frieden hat eine rasche Einigung zur Beilegung der Finanzkrise in Zypern gefordert. "Wir brauchen heute Nacht eine Lösung", sagte Frieden. "Es geht um die Stabilität in der Eurozone", mahnte er. Jeder der Beteiligten müsse einen Beitrag leisten, damit das Hilfspaket der Geldgeber von zehn Milliarden Euro geschnürt werden könne. Mit Blick auf Spekulationen, wonach mehr Geld für die klamme Insel nötig sei, sagte Frieden: "Die Summen, die in der Diskussion stehen, haben sich nicht geändert."

+++ 17:10 Uhr BND grübelt über Schwarzgeld +++

Das russische Schwarzgeld auf Zypern gibt auch dem Bundesnachrichtendienst zu denken. Laut einem Bericht des "Handelsblatt" hat BND-Chef Gerhard Schindler in einer vertraulichen Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Bundestags auf die hohen Schwarzgeldsummen aus Russland bei zyprischen Banken hingewiesen. So seien etwa 40 Prozent der Nettogeldabflüsse aus Russland Schwarzgeld oder "aus Geldwäsche entstanden". Insgesamt seien aus Russland 2012 mehr als 30 Mrd Euro abgeflossen, davon ein großer Teil nach Zypern. Nach Informationen des BND liegen 20 Mrd Euro auf zyprischen Banken. Dieser Betrag "ist höher als das Bruttosozialprodukt von Zypern insgesamt". Dies sei zwar, so der BND-Chef, nicht alles Schwarzgeld, aber ein bestimmter Prozentsatz davon "muss dem Schwarzgeld zuzurechnen sein".

+++ 16:00 Uhr Hilfe aus Großbritannien +++

Zypern bekommt Hilfe aus Großbritannien. Ein hoher Vertreter des britischen Finanz- und Wirtschaftsministeriums sei nach Zypern gereist, um dem Land bei den Einzelheiten zur geplanten der Bankenrekapitalisierung beratend zur Seite zustehen, sagte Danny Alexander, Chefsekretär des Schatzamtes. Dies zeigt die internationalen Bemühungen zum Abwenden der Staatspleite in Zypern. "Die Gespräche in Zypern befinden sich in einem sehr heiklen Stadium", sagte er weiter und fügte an, dass sei auch der Grund, warum Großbritannien jemanden geschickt habe.

+++ 15:00 Uhr Zeitung: Zypern braucht mehr Geld +++

Zypern braucht nach Informationen der Zeitung "Die Welt" mehr Geld zur Rettung seiner Banken und Stabilisierung seines Staatshaushalts. Die zunächst vereinbarten 17 Mrd. Euro reichten nicht aus, zitiert die Zeitung aus dem Umfeld der Verhandlungen. Der genaue Betrag stehe noch nicht fest. Laut mehreren Personen im Umfeld der Troika würde sich der Mehrbedarf auf ungefähr zwei Mrd. Euro belaufen. Eine Ursache für eine Ausweitung des Rettungspakets seien die Verwerfungen durch die Schließung der Banken, die bereits eine Woche andauert.

+++ 14:40 Uhr EZB zuversichtlich - Deutschland skeptisch +++

Die Europäische Zentralbank geht zuversichtlich in die entscheidenden Gespräche über die Rettung Zyperns. Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sagte der "Bild am Sonntag": "Die Gespräche zum Abschluss eines Anpassungsprozesses für Zypern sind auf einem guten Wege. Das Programm wird dem Beschluss von letzter Woche sehr ähnlich sein. Kleinsparer werden jetzt vollständig geschützt, was richtig ist. Dafür werden größere Anleger in den beiden Großbanken des Landes deutlich stärker belastet werden." In Deutschland sieht man die Zypern-Rettung weiter skeptisch. Eine Mehrheit von 58 Prozent ist dagegen, dass sich Deutschland mit Hilfszahlungen bzw. Garantien an der Rettung beteiligt - nur 38 Prozent sind dafür. Dies ergab eine repräsentative Umfrage von Emnid für "Bild am Sonntag".

+++ 13:30 Uhr Zyperns Präsident um 14.00 Uhr in Brüssel  +++

Präsident Nikos Anastasiades trifft sich am Sonntagmittag um 14.00 Uhr in Brüssel mit Spitzenvertretern der Europäischen Union. Er treffe sich dabei mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, EU-Ratspräsident Herman van Rompuy, IWF-Chefin Christine Lagarde, EZB-Chef Draghi und EU-Währungskommissar Olli Rehn, sagten zwei Vertreter der Eurogruppe. Die Zeit für eine Rettung Zyperns vor der Pleite wird knapp. Sollte Zypern nicht bis Montag einen abgestimmten Sanierungsplan präsentieren, dann stellt die EZB ihre Notfallkredite für die zyprischen Banken ein.

+++ 13:15 Uhr Rehn fordert Lösung noch vor Abend +++

Die Zeit für eine Einigung über eine Rettung Zyperns wird immer knapper. Bis zum Sonntagabend, wenn sich in Brüssel die Finanzminister der Eurozone treffen, muss nach Aussage des EU-Wirtschafts- und Währungskommissars Olli Rehn eine Einigung stehen. "In den kommenden Stunden wird weiter intensiv gearbeitet und Verbindung gehalten", erklärte Rehn. Der EU-Kommissar machte deutlich, dass es für die Zyprer schmerzhaft werden dürfte: "Heute gibt es nur noch harte Alternativen."

+++ 12:30 Uhr Noyer für gemeinsame Rettung Zyperns  +++

Frankreichs Notenbankchef Christian Noyer spricht sich für gemeinsame Bemühungen zur Rettung des zyprischen Bankensystems aus. Zwar wollte sich Noyer zu dem Verhältnis der Banken Zyperns und deren ausländischen Kunden nicht äußern. Das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank sagte jedoch der französischen Wochenzeitschrift Journal du Dimanche: "Die Anstrengungen müssen aufgeteilt werden." Er wies darauf hin, dass das Rettungspaket des Internationalen Währungsfonds, der EU-Kommission und der EZB zwei Drittel der von Zypern benötigten Mittel umfasse.

In Frankreich sei eine Besteuerung von Bankeneinlagen unmöglich, betonte der Notenbanker. "Frankreich könnte nie in eine Krise des Ausmaßes wie in Zypern geraten", sagte Noyer und fügte hinzu: "Zyprische Banken sind über Jahre hinweg Risiken eingegangen, die in Frankreich verboten sind."

+++ 10:50 Uhr Gabriel begrüßt Belastung hoher Vermögen +++

SPD-Chef Sigmar Gabriel begrüßt den Plan der zyprischen Regierung, lediglich hohe Sparguthaben zur Lösung der Finanzkrise mit heranzuziehen. "Wer mehr als 100.000 Euro auf dem Konto hat, gehört in der Regel zu denjenigen, die an diesen seltsamen Geschäftsmodellen in Zypern sehr viel Geld in der Vergangenheit verdient haben", sagte Gabriel dem Sender NDR. Diese heranzuziehen, sei absolut akzeptabel. Dagegen wäre es nach seinen Worten nicht akzeptabel gewesen, auch Kleinsparer mit heranzuziehen.

+++ 8:00 Uhr Anastasiades fliegt nach Brüssel +++

Zyperns Staatspräsident Nikos Anastasiades fliegt nach Brüssel, um die Gespräche zur Rettung des Euro-Landes vor dem Staatsbankrott voranzutreiben. "Die Gespräche befinden sich in einer heiklen Phase. Die Situation ist sehr schwierig", sagte Regierungssprecher Christos Stylianides. Anastasiades wird von Finanzminister Michalis Sarris und der Führung der Zentralbank Zyperns begleitet. Zypern hat nur noch 24 Stunden Zeit für eine Lösung. Sollte es keine Einigung über einen Rettungsplan geben, will die Europäische Zentralbank kein Geld mehr nach Zypern schicken.

+++ 5.00 Uhr Tauziehen dauert an +++

In den Gesprächen mit der sogenannten Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) gebe es Komplikationen, berichtete die zyprische Nachrichtenagentur CNA am späten Samstagabend. Die Gespräche sollen am heutigen Sonntag "in Nikosia oder sogar direkt in Brüssel" fortgesetzt werden, wie aus Regierungskreisen verlautete. In Brüssel will auch die Eurogruppe über die Krise beraten. Die EZB verlangt ein abgeschlossenes Sanierungskonzept. Ansonsten will sie den zyprischen Banken nur noch bis einschließlich Montag Geld bereitstellen.

+++ 3.10 Uhr Unionsfraktionsführung äußert Skepsis +++

Skepsis in der Zypern-Frage äußerte die Führung  der Unionsfraktion im Bundestag. Die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Gerda Hasselfeldt, sagte der "Frankfurter  Allgemeinen Sonntagszeitung", immerhin bewegten sich die politisch  Verantwortlichen in Nikosia jetzt. Doch sie bezweifle, ob Zypern  das eigentlich Notwendige tue, "nämlich den notwendigen großen  Eigenbetrag zur finanziellen Rettung zu beschließen".

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Michael  Meister, rief dazu auf, auch für den Fall einer Insolvenz  Zyperns gewappnet zu sein. Wenn die drei großen Banken Zyperns  insolvent wären, würde das anschließend wahrscheinlich auch für den  ganzen Staat und den Rest der Banken eintreten. Meister fügte  hinzu, es sei zu überlegen, "wie wir die restlichen Euroländer vor  den Folgen einer solchen Entwicklung schützen könnten."

+++ 1.30 Uhr Schäuble sieht harte Zeiten kommen +++

Zypern stehen auch nach einer Rettung aus der aktuellen Krise nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble harte Zeiten bevor. "Zypern wird einen schweren Weg gehen - so oder so", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". "Aber das ist nicht die Folge europäischer Sturheit, sondern eines Geschäftsmodells, das nicht mehr funktioniert." Zypern habe seit Herbst 2011 praktisch keinen Zugang zu den Finanzmärkten, seine Anleihen seien auf Ramschstatus gesunken, die beiden großen Banken seien faktisch insolvent.

23. März 2013

+++ 23.00 Uhr Komplikationen bei Troika-Verhandlungen +++

Hängepartie auf Zypern: Trotz wachsenden Zeitdrucks zeichnete sich bei den Gesprächen zwischen Regierung und Geldgeber-Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) am Samstagabend keine rasche Einigung ab. Die zyprische Nachrichtenagentur CNA und der Staatsrundfunk berichteten unter Berufung auf Regierungskreise, es gebe Komplikationen. Die IWF-Vertreterin stelle «immer wieder neue Forderungen». Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Zwangsabgabe auf Geldeinlagen des größten zyprischen Geldinstituts, der Cyprus Bank. Über die geplante Höhe machten am Abend in Nikosia verschiedene Gerüchte die Runde.

+++ 21:50 Uhr EU-Kommission fordert Einigung +++

Die EU-Kommission hat mit ungewohnt drastischen Worten eine Lösung der Zypern-Krise noch an diesem Wochenende angemahnt. "Es ist ganz entscheidend, dass sich die Eurogruppe am Sonntagabend in Brüssel auf ein Hilfsprogramm für Zypern einigt", sagte Währungskommissar Olli Rehn. Diese Einigung müsse dann von Zypern und den Euro-Partnern sehr rasch umgesetzt werden. Es sei klar, dass die nahe Zukunft für Zypern "sehr schwierig" werde, sagte Rehn weiter. "Die Ereignisse der vergangenen Tage haben leider zu einer Situation geführt, in der es keine optimale Lösung mehr gibt." Inzwischen seien nur noch harte Entscheidungen möglich. Europa könne aber helfen, den wirtschaftlichen Schaden gering zu halten und die Schwächsten vor den Auswirkungen der Finanzkrise zu schützen.

+++ 21:10 Uhr Brandenburg hat Geld in Zypern angelegt +++

Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linke) hat Medienberichte zurückgewiesen, nach dem sein Haus riskante Anlagegeschäfte in Zypern betreiben soll. "Kein Mitarbeiter und schon gar nicht der Minister spekulieren mit öffentlichen Geldern", hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Zwar seien in der Tat Gelder aus dem Pensionsfonds für Beamte in Zypern angelegt. Dabei handele es sich jedoch um einen minimalen Anteil des Fonds von insgesamt 290 Millionen Euro.

+++ 20:00 Uhr Zypern besteuert Guthaben ab 100.000 Euro +++

Zypern hat sich mit der Troika über die Sonderabgaben auf Bankeneinlagen geeinigt. Man habe sich verständigt, eine einmalige Abgabe in Höhe von 20 Prozent auf Einlagen bei der Bank of Cyprus von mehr als 100.000 Euro zu erheben, sagte ein zyprischer Regierungsvertreter zur mit EZB, IWF und EU-Kommission gefundene Vereinbarung. Vier Prozent würden auf die Einlagen über 100.000 Euro bei den anderen zyprischen Finanzinstituten verlangt. Der Pensionsfonds wird demnach nicht angetastet, um die Voraussetzungen für die zehn Milliarden Euro umfassenden EU-Hilfen zu schaffen.

+++ 19:00 Uhr Zyperns Regierung trifft Präsidenten +++

Die politische Führung Zyperns wird sich an diesem Samstagabend (19.00) in Nikosia mit dem Staatspräsidenten Nikos Anastasiades treffen. Im Mittelpunkt der Beratungen stehe der Fortgang der Gespräche, die Finanzminister Michalis Sarris führt, berichtet der zyprische Rundfunk. Analysten werteten dies als ein weiteres Zeichen, dass die Beratungen gut verlaufen. Zuvor hatte Sarris von "Fortschritten" gesprochen. Im Mittelpunkt der Gespräche am Samstag stand auch die Zwangsabgabe auf Geldeinlagen des größten zyprischen Geldinstituts, der Cyprus Bank. Dort sollen die russischen Oligarchen Milliarden geparkt haben. Im Gespräch ist die Belastung von Spareinlagen über 100.000 Euro mit bis zu 25 Prozent.

+++ 17:35 Uhr Tausende Bankangestellte demonstrieren +++

Mehr als 3000 Bankangestellte gehen in der zyprischen Hauptstadt Nikosia auf die Straße, um gegen die geplante Aufspaltung einer der größten Banken des Krisen-Landes, der Laiki Bank, zu protestieren. In Sprechchören prangern sie vor dem Parlament und dem Präsidialpalais die Regierung in Nikosia und die internationalen Geldgeber an: "Die wollen das ganze Bankensystem zerschmettern", skandieren sie. Rund 2300 Arbeitsplätze sind allein bei dem auch Popular Bank genannten Institut gefährdet, die in eine "gesunde" und eine sogenannte Bad Bank aufgeteilt werden soll.

+++ 17:11 Uhr Euro-Finanzminister finden Termin +++

Die Euro-Finanzminister werden am Sonntag um 18.00 Uhr zusammenkommen um in einer Krisensitzung über Zypern zu beraten. Dies kündigte der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem, kurz und knapp via Kurznachrichtendienst Twitter an. In einer zweiten Nachricht bestätigte Dijsselbloem, dass das Treffen in Brüssel stattfinden werde, also keine Telefonkonferenz geplant ist. Wegen der Lage des hoch verschuldeten Landes hatte die Eurogruppe in dieser Woche  bereits zwei Telefonkonferenzen abgehalten.

+++ 15:50 Uhr Sinn warnt vor Banken-Run +++

Der Ökonom Hans-Werner Sinn warnt im Zuge der Zypern-Krise vor einem Anlegeransturm auf Europas Banken. "Die Gefahr eines europaweiten Bank Runs besteht latent, denn die Bankenwelt Südeuropas ist angeschlagen", sagte Sinn der "Welt am Sonntag". "Einige Länder und viele Banken sind eigentlich schon pleite und werden nur durch die Sonderkredite der Europäischen Zentralbank am Leben gehalten. Die Katastrophe ist schon längst eingetreten, aber die Öffentlichkeit verschließt die Augen davor", erklärte der Chef des Münchener Ifo-Instituts weiter.

+++ 14:25 Uhr Kirchenoberhaupt empfiehlt Euro-Austritt+++

Das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche in Zypern hat sich für einen Ausstieg Zyperns aus dem Euro ausgesprochen. "Es ist nicht einfach, aber wir müssen darauf so viel Zeit verwenden wie auf den Beitritt zum Euro", sagte Erzbischof Chrysostomos II. der griechischen Zeitung "Realnews". Der einflussreiche Kirchenmann glaubt, dass die Gemeinschaftswährung nicht lange überleben werde. "Ich sage nicht, dass der Euro morgen zusammenbricht. Aber mit diesen Genies in Brüssel ist sicher, dass er nicht lange halten wird." Der Erzbischof betonte, das Angebot der zyprischen Kirche gelte weiterhin, dem Staat durch ihr Vermögen in der Eurokrise zu helfen. Die Kirche, größter Grundbesitzer Zyperns und einer der wichtigsten Akteure in der Wirtschaft, hatte angeboten, unter anderem Hypothekenkredite auf ihre Güter aufzunehmen.

+++ 13:20 Uhr Irland empfiehlt "bittere Medizin" +++

Irland hat dem von der Staatspleite bedrohten Zypern ermuntert, einen harten Sparkurs einzuschlagen. Ihr Land habe gezeigt, dass die "bittere Medizin" gewirkt habe, sagte Europa-Ministerin Lucinda Creighton am Rande einer Finanzkonferenz in Finnland. Einsparungen seien nie einfach, doch hätten die überschuldeten Euro-Staaten keine andere Wahl. "Irland will Ländern in schwierigen Zeiten weniger als Beispiel sondern vielmehr als Inspiration dienen", sagte sie. Wenn Irland wie geplant Ende des Jahres als erster Staat das Hilfsprogramm hinter sich lasse und wieder vollständig an den Kapitalmarkt zurückkehre, zeige dies anderen Ländern, dass auch sie dies schaffen könnten.

+++ 13:00 Uhr Gespräche in Nikosia unterbrochen +++

Die Gespräche zwischen der Geldgeber-Troika und dem zyprischen Finanzminister Michalis Sarris über eine Lösung der Finanzkrise der Insel sind am Samstag vorübergehend unterbrochen worden. Die Gespräche sollen um 15.00 Uhr (MEZ) fortgesetzt werden, teilte Sarris in Nikosia mit. "Es gibt wahrhaftig Fortschritte. Wir haben ein umfassendes Programm vorgelegt", sagte Sarris. Es gebe einige Themen, die noch nicht geklärt sind. "Ich hoffe, dass wir keine Überraschungen erleben", fügte der Minister hinzu.

+++ 12:00 Uhr Früherer  EZB-Ökonom kritisiert Ultimatum +++

Der frühere EZB-Chefökonom Jürgen Stark kritisiert das Ultimatum an das Krisenland Zypern und warnt vor einer Inflation wie in den 70er-Jahren in Europa. Das Ultimatum zeige vor allem, wie sehr die EZB inzwischen politisiert sei, sagte er in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" und fügte hinzu: "Der EZB-Rat hat es über lange Zeit gebilligt, dass die Notenbank Zyperns Notkredite an Banken ausgibt, obwohl offenkundig war, dass diese nicht bloß kurzfristige Liquiditätsprobleme hatten, sondern nur durch das Zentralbankgeld vor der Zahlungsunfähigkeit gerettet werden konnten. Eine Zentralbank ist aber nicht dazu da, um die Solvenzprobleme von Banken zu lösen."

+++ 11:30 Uhr Parlament berät am Sonntag +++

Zyperns Parlament wird Abgeordnetenkreisen zufolge erst nach dem Treffen der Euro-Finanzminister am Sonntag über die umstrittene Zwangsabgabe auf Bankeinlagen beraten. "Wir werden nach dem Treffen der Eurogruppe zusammenkommen, sagte ein führender Abgeordneter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Er wisse aber noch nicht, wann das sein werde. Zunächst war erwartet worden, dass das Parlament im Kampf gegen die Staatspleite noch am Samstag über die Abgabe entscheidet.

+++ 10:20 Uhr Zyprische Polizei warnt vor Taschendieben +++                                     

Die Finanzkrise auf Zypern ruft mittlerweile auch kriminelle Elemente auf den Plan. Da sich viele Geschäfte und auch Tankstellen weigern, Kreditkarten zu akzeptieren, müssen die Bewohner der Insel mehr Bargeld als sonst bei sich führen - für Taschendiebe bedeutet dies Hochkonjunktur. Die zyprische Polizei mahnt deswegen zu Achtsamkeit. "Wir haben zwar nicht von Raubüberfällen gehört, es sollte aber so bleiben", hieß es.

+++ 9:45 Uhr Zyperns Präsident fährt nach Brüssel +++                                          

Zyperns Staatschef Nikos Anastasiades reist noch am Samstag zu Gesprächen über den Rettungsplan für das Krisenland nach Brüssel. Der Präsident sowie Spitzen der Parteien würden gegen Mittag nach Brüssel reisen und dort Vertreter der EU-Führung zu Gesprächen treffen, berichtete die zyprische Nachrichtenagentur CNA. Abhängig vom Ergebnis des Treffens werde das Parlament in Nikosia "entweder in der Nacht zum Sonntag oder am Sonntagmorgen über die geplante Abgabe für Bankeinlagen abstimmen".

+++ 9:26 Uhr IW-Direktor - Lösung am Wochenende in Zypern möglich +++                   

Das Institut der deutschen Wirtschaft hat die Teilbeschlüsse des zyprischen Parlaments im Kampf gegen den Staatsbankrott als ein Einlenken auf den richtigen Weg bezeichnet. Das verabschiedete Gesetz zur Aufspaltung von in Schieflage geratenen Finanzinstituten sei wichtig, damit der überdimensionierte Bankensektor, wie von den europäischen Partnern gefordert, geschrumpft werden könne, sagte IW-Direktor Michael Hüther im Deutschlandfunk. "Die Aufspaltung der Laiki-Bank in eine Good Bank und eine Bad Bank ist da ganz wichtig", betonte Hüther mit Verweis auf die zweitgrößte Bank des Landes. Eine tragbare Einigung im Parlament bis Ablauf der EU-Frist am Montag sei möglich. "Ich glaube, der Druck wird am Wochenende zu einer heilsamen Lösung führen", sagte Hüther. Zugleich trat Hüther Sorgen vor einer Verschärfung der Euro-Schuldenkrise durch einen Bankrott des kleinen Inselstaates entgegen. Es gebe hier keinen systemischer Effekt.

+++ 5:30 Uhr  Unions-Wirtschaftsflügel skeptisch bei Zypern-Hilfen +++                      

Im Wirtschaftsflügel der Union gibt es erhebliche Skepsis bei Hilfen für den angeschlagenen Euro-Partner Zypern. "Aus dem Desaster in Griechenland wurden keine Lehren gezogen, und es wurde immer wieder auf die Systemrelevanz Zyperns für das gesamte Eurosystem verwiesen", sagte der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Fraktion, Christian von Stetten, der Nachrichtenagentur dpa. Diese angebliche Relevanz halte er für ein Land mit 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aber nicht für gegeben.

+++ 4:30 Uhr Söder: Russen müssen Zypern helfen+++                                                      

Der CSU-Politiker Markus Söder hat Moskau aufgefordert, sich an der Zypern-Rettung finanziell zu beteiligen. "Die Russen müssen helfen. Denn es geht in Zypern auch um russische Gelder. Dafür können nicht deutsche Steuerzahler haften", sagte Söder der "Bild am Sonntag". Der bayerische Finanzminister nannte auch Bedingungen für weitere finanzielle Hilfen an den angeschlagenen Inselstaat: "Zypern muss nicht nur einen eigenen finanziellen Beitrag leisten, sondern auch das Steuerdumping beenden, den Bankensektor verkleinern und nachweislich die Geldwäsche bekämpfen."

22. März 2013

+++ 21.57 Uhr Zypern billigt Teile des Rettungspakets +++
Das Parlament in Nikosia stimmt mehrheitlich für Einschränkungen im Kapitalverkehr und den von der EU kritisierten Solidaritätsfonds zur Rettung der Banken. Über die Zwangsabgabe auf Bankeinlagen wird am Samstag entschieden. Das ist auch die wichtigste Voraussetzung für weitere Hilfen aus der EU.

+++ 21.45 Uhr  Parlament in Zypern stimmt für Kapitalverkehr-Begrenzung +++

Das zyprische Parlament billigt den Plan der Regierung, den Kapitalverkehr begrenzen zu können. Das gilt für Überweisungen, Auszahlungen und Scheckeinlösungen.

+++ 21.40 Uhr EU verschiebt wegen Zypern Gipfeltreffen mit Japan +++

Die Europäische Union verschiebt ihr Gipfeltreffen mit Japan wegen Zypern. Das Treffen hätte am Montag in Tokio stattfinden sollen. Allerdings ist immer noch keine Lösung für die Probleme Zyperns gefunden.

+++ 21.20 Uhr Wall Street schließt mit Gewinnen +++

Auch von der nach wie vor unsicheren Lage in Zypern lassen sich die US-Anleger nicht von ihrer Kauflaune abbringen und bescheren der Wall Street einen positiven Wochenabschluss. Der Dow-Jones-Index geht mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 14.512 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 gewinnt 0,7 Prozent auf 1557 Zähler. Der Technologieindex Nasdaq legt 0,7 Prozent auf 3245 Stellen zu.

+++ 21.00 Uhr Moody's stuft Rating griechischer Banken herab +++

Die US-Ratingagentur Moody's stuft die Bonität von drei zyprischen Banken auf "Caa3" von "Caa2" herab. Betroffen sind die Bank of Cyprus, die Cyprus Popular Bank und die Hellenic Bank. Eine weitere Herabstufung werde geprüft. Als Grund nennt Moody's die Gefahr von Verlusten bei Einlagen sowie die Unsicherheiten bei der Rekapitalisierung des maroden Bankensystems.

+++ 20.45 Uhr Griechische Neonazis demonstrieren vor deutscher Botschaft +++

Etwa tausend Anhänger der griechischen Neonazi-Partei Chryssi Avghi ("Goldene Morgenröte") demonstrieren vor der deutschen Botschaft in Athen gegen den Umgang mit dem finanziell angeschlagenen Zypern. Sie tragen bei der Kundgebung Plakate mit Aufschriften wie "Deutschland raus" und "Merkel raus". Die meisten Teilnehmer erschienen mit rasierten Köpfen und in schwarzer Kleidung. Die Partei war im vergangenen Sommer erstmals ins griechische Parlament eingezogen und lehnt die internationalen Sparauflagen für Griechenland ab. Auch etwa 200 linke Demonstranten demonstrieren in der Innenstadt von Athen. Sie rufen Sprüche wie "Griechenland und Zypern - gemeinsam gegen den Euro".

+++ 20.30 Uhr Piräus Bank übernimmt Filialen zyprischer Banken in Griechenland +++

Die griechische Piräus Bank übernimmt die Niederlassungen zweier zyprischer Banken. Das teilte die Piräus Bank mit. Den Besitzer wechseln werden die Filialen der beiden Institute Cyprus Popular Bank und Bank of Cyprus. Zum Rettungsplan für den am Abgrund stehenden Inselstaat gehört der Verkauf des Auslandsgeschäfts seiner Banken, denn der Finanzsektor soll nach dem Willen der Europäer deutlich schrumpfen.

+++ 20.00 Uhr TV: Zwangsabgabe von 15 Prozent im Gespräch +++

 Zur Vermeidung des Staatsbankrotts in Zypern ist nach Informationen des zyprischen Fernsehens nunmehr eine Zwangsabgabe von 15 Prozent auf Guthaben von mehr als 100.000 Euro im Gespräch. Das zyprische Fernsehen berichtet, dass diese Abgabe zu dem jüngsten Konzept der Regierung in Nikosia gehöre, um den in der kommenden Woche drohenden Bankrott zu vermeiden.

+++ 19.25 Uhr Zyperns Ex-Zentralbankchef greift Deutschland an +++

Der frühere Zentralbankchef Zyperns, Athanasios Orphanides, wirft den großen EU-Ländern, allen voran Deutschland, vor, die Wirtschaft seines Landes zu zerstören. "Wenn die deutsche Regierung weiter darauf beharrt, dass jede Lösung derart ist, dass sie das Wirtschaftsmodell (Zyperns) zerstört, lautet meine Frage: Wer ist der nächste? Luxemburg? Malta?", sagt Orphanides der Nachrichtenagentur AFP. Er glaube nicht, dass das "europäische Projekt unter diesen Bedingungen Überlebenschancen hat". Die Regierung Zyperns tue dagegen, was sie könne, um die Krise zu meistern.

+++ 19.00 Uhr Zyprisches Parlament berät Rettungspaket +++

Das zyprische Parlament berät über das Rettungspaket - und soll es auch billigen. Nach Informationen des staatlichen Rundfunks (RIK) läuft die Debatte seit 19.00 Uhr. Zuvor hatten sich die Chefs aller Parteien erneut mit Staatspräsident Nikos Anastasiades getroffen.

+++ 18.20 Uhr Zypern hofft auf Lösung in nächsten Stunden +++

In nur wenigen Stunden soll sich die Zukunft Zyperns entscheiden. Obwohl die Situation undurchsichtig ist, hofft der Fraktionschef der Regierungspartei Disy auf einen baldigen Durchbruch: "Wir arbeiten sehr hart daran, eine Lösung für unser Problem zu finden. Ich denke, wir können noch heute zu einem Ergebnis kommen", sagt Averof Neophytou. Das Parlament soll noch im Laufe des Abends zusammenkommen und über die von der Regierung geplanten Kapitalverkehrskontrollen und die Bankenrestrukturierung entscheiden.

+++ 17.40 Uhr Griechenland kauft Töchter zyprischer Banken +++
Griechenland schirmt sich von der Finanzkrise in Zypern ab. Der ebenfalls hoch verschuldete Mittelmeerstaat kündigte an, die heimische Piraeus-Bank werde die griechischen Töchter der von der Pleite bedrohten Bank of Cyprus und der Cyprus Popular Bank übernehmen. Voraussetzung sei die Zustimmung durch die EU-Wettbewerbsbehörden, erklärte der griechische Bankenrettungsfonds. Neben der Piraeus-Bank war zuvor auch die Alpha Bank als Käufer im Gespräch gewesen. Piraeus-Papiere gewannen mehr als 20 Prozent. Mit den Übernahmen ermöglicht Griechenland Zypern, seinen völlig überdimensionierten Bankenapparat zu schrumpfen. Die Abtrennung der griechischen Filialen war eine Bedingung für internationale Hilfen. Im Gegenzug sollten die Tochterunternehmen von einer umstrittenen einmaligen Abgabe auf Spareinlagen ausgenommen werden.

+++ 16.40 Uhr Eurogruppe wartet auf Alternativplan +++
Die Eurogruppe hat noch keine neuen Vorschläge aus Zypern zum europäischen Rettungspaket empfangen. "Die Situation ist sehr unsicher, wir warten auf die Alternativen, die Zypern vorschlägt", sagte der Eurogruppen-Vorsitzende Jeroen Dijsselbloem dem niedländischen Radio. Dijsselbloem bekräftigte, dass ein Beitrag der zyprischen Banken unvermeidlich sei. "Die Euroländer legen einen hohen Beitrag auf den Tisch. Zypern muss auch seinen Beitrag liefen." Auf Spekulationen über einen möglichen Austritt des Inselstaates aus der Eurozone wollte Dijsselbloem nicht eingegen. Die Euroländer strebten nach wie vor eine "gemeinsame" Lösung an, sagte er.

+++ 16.20 Uhr Bank of Cyprus fordert Zwangsabgabe +++
Der Chef der größten zyprischen Bank, der Bank of Cyprus, Andreas Artemis, hat die zyprische Regierung aufgerufen, "ohne weitere Verzögerungen den Vorschlag der Eurogruppe (wieder) einzuführen." Anderenfalls könnten nach einem Zusammenbruch des Banksystems die Geldeinlagen aller Menschen verloren gehen. Tausende Menschen würden ihren Arbeitsplatz verlieren. Zunächst hatte die Regierung eine solche Zwangsabgabe auf Geldeinlagen abgelehnt, signalisiert der Troika nun jedoch Entgegenkommen zu "Plan A".

+++ 15.40 Uhr Regierungspartei: Rettung nach Plan A möglich +++
Die zyprische Regierungspartei hält eine Lösung der Krise im Rahmen des jüngst ausgehandelten Rettungspakets binnen weniger Stunden für möglich. "Es gibt vorsichtigen Optimismus, dass wir in den nächsten Stunden eine Einigung erzielen könnten, die das Parlament billigen könnte", sagte der stellvertretende Parteichef Averof Neophytou. Diese besonderen Maßnahmen stünden im Einklang mit dem Rettungspaket, dass die Regierung mit Zyperns Euro-Partnern ausgehandelt habe. Bisher hatten zyprische Politiker dieses Paket, das einen Eigenbeitrag von Bankkunden zur Sanierung der Staatsfinanzen vorsieht, strikt abgelehnt.

+++ 15.30 Uhr Krisengipfel am Sonntag oder Montag möglich +++
Die Finanzminister der Euro-Staaten könnten an diesem Sonntag oder Montag zu einem Krisentreffen in Brüssel zusammenkommen, um ein revidiertes Hilfspaket für Zypern zu beschließen. Das berichteten EU-Diplomaten in Brüssel. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem werde aber nur ein Treffen einberufen, wenn es einen belastbaren Vorschlag aus Zypern gebe.

+++ 15.20 Uhr Zypern-Sorgen an Märkten schwinden +++
An den Finanzmärkten entspannt sich die Furcht vor einer dramatischen Entwicklung in Zypern. Der Euro steigt in rascher Bewegung über die Marke von 1,30 Dollar, auch die Aktienmärkte in den USA und Deutschland verzeichnen - wenn teils auch übersichtliche - Kursgewinne. Der Markt klammere sich an die Hoffnung, dass Zypern in den kommenden drei Tagen eine Lösung für seine Probleme finden werde, sagt Thu Lan Nguyen, Analyst bei der Commerzbank. Selbst wenn der Extremfall einträte und Zypern die Eurozone verließe, wäre die Ansteckungsgefahr ungleich geringer, als die Menschen im Fall von Griechenland befürchtet hätten.

+++ 13.20 Uhr EU prüft Zyperns Pläne +++
Die EU-Kommission hat neue Vorschlägen aus Zypern für ein Hilfspaket noch nicht bewertet. "Wir prüfen das noch im Detail", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn. Dabei geht es insbesondere um den Plan, mit einem neuen Fonds 5,8 Mrd. Euro zusammenzubringen. Die Eurogruppe fordert von der Inselrepublik einen Eigenbeitrag in dieser Höhe, um das Hilfspaket von 10 Mrd. Euro aufzulegen. Eine Zwangsabgabe auf Bankkonten war zu Wochenbeginn im Parlament in Nikosia durchgefallen.

+++ 13.10 Uhr Zyperns größte Bank warnt vor Euro-Aus +++
Die größte zyprische Bank warnt vor einem Austritt aus der Eurozone und wirbt für die von der EU vorgeschlagene Sonderabgabe auf Bankeinlagen über 100.000 Euro. "Weil deutlich wurde, dass es keine alternative Lösung gibt, darf es keine weitere Verzögerung bei der Annahme des Rettungspakets geben", teilte die Bank of Cyprus mit. Dabei sei eine Zwangsabgabe auf Bankguthaben das geringere Problem: Sollte das Bankensystem zusammenbrechen, wären alle Einlagen verloren. Ein Austritt aus der Euro-Zone sei keine Lösung: "Schließlich wollen wir deutlich machen, dass jede Rückkehr zum zyprischen Pfund einen deutlichen Verlust bei Vermögenswerten sowie einen Teufelskreis aus Abwertung und Hyperinflation nach sich zieht."

+++ 12.55 Uhr Zypern in "harten Verhandlungen"+++
In der Zypern-Krise rückt die Entscheidung über Rettung oder Pleite des Landes näher. Die zyprische Regierung stehe in "harten Verhandlungen" mit der Gläubiger-Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds, sagte Regierungssprecher Christos Stilianides. "In einigen Stunden sind wir aufgerufen, große Entscheidungen zu treffen." Die Beschlüsse, die das Parlament am Freitag zu treffen habe, würden zweifelsohne "schmerzhafte Aspekte" enthalten. "Aber das Land muss gerettet werden", sagte der Regierungssprecher.

+++ 11.40 Uhr Zyperns Zentralbankchef mahnt zur Eile +++
Der Chef der zyprischen Zentralbank, Panikos Demetriades, hat zur Eile bei der Rettung des Landes und seiner Banken vor der Pleite gemahnt. "Wenn wir keinen Plan vorlegen, dann wird die europäische Zentralbank unseren Banken am Montag den Geldhahn zudrehen und das Land geht Bankrott", sagte er. Demetriades bekräftigte den Plan, die zyprische Popular Bank (Laiki Bank) durch eine Aufspaltung vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

+++ 11.20 Uhr Parlament stimmt erst am Nachmittag ab +++
Zyperns Parlament lässt sich bei der Entscheidung über den "Plan B" zur Rettung der Banken und des Landes vor der Pleite weiter Zeit. Wie das staatliche Fernsehen berichtet, soll das Parlament entgegen ersten Planungen erst am Nachmittag tagen. Eine Zeit wurde nicht genannt. Am Donnerstagabend hatten die Abgeordneten die Abstimmung auf Freitag verschoben. Zunächst hatte es geheißen, die Sitzung beginne am Morgen.

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+++ 10.40 Uhr Merkel akzeptiert Zyperns Plan nicht +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt einen Zugriff auf den zyprischen Pensionsfonds zur Sanierung der Bankenbranche ab. Die EU dürfe auf keinen Fall ihre Prinzipien aufgeben, sagte Merkel in einer Sitzung der FDP-Fraktion. Sie betonte, die Eurogruppe werde weiter darauf hinweisen, was für Zypern auf dem Spiel stehe. "Wir wollen, dass Zypern in der Eurozone bleibt", bekräftigte sie zugleich.

+++ 10.25 Uhr Zypern-Krise lässt deutsche Sparer kalt +++
Bei Deutschlands Sparern ist die Sorge um ihre Guthaben trotz der Diskussion und die ursprünglich geplante Zwangsabgabe zur Beteiligung von Anlegern an der Rettung Zyperns nicht gewachsen. Nur jeder Zweite (48 Prozent) sei derzeit besorgt um seine finanziellen Rücklagen, wie aus veröffentlichten Daten des ARD-"DeutschlandTrends" hervorgeht.

+++ 9.55 Uhr Parlament verschiebt Sitzung +++
Der Beginn der Sondersitzung des Parlaments in Zypern, das sich mit dem neuen Rettungsplan für das Land beschäftigen soll, verzögert sich. Die Sitzung sollte um 10.00 Uhr Ortszeit (09.00 Uhr MEZ) beginnen. Medienberichten wurde sie aber verschoben, weil sich der Finanzausschuss erneut mit der Gesetzesvorlage für den geplanten "Nationalen Solidaritätsfonds" beschäftigte. Wann die Sitzung beginnen sollte, blieb zunächst unklar.

+++ 9.50 Uhr Merkel warnt Zypern +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das finanziell angeschlagene Zypern davor gewarnt, die Geduld der Euro-Partner im Ringen um ein Rettungspaket auszureizen. Es könne nicht sein, dass Nikosia die Grenzen der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds testen wolle, sagte Merkel nach Teilnehmerangaben in einer Sondersitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Finanzminister Wolfgang Schäuble wird mit den Worten zitiert, Zypern könne von der Troika nicht verlangen, dass alles so bleibe wie es ist.

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+++ 8.40 Uhr Russland lässt Zypern abblitzen +++
Russland verweigert Zypern neue Finanzhilfen. "Die Verhandlungen sind beendet", sagte Finanzminister Anton Siluanow. Es gebe kein Interesse an den Vorschlägen des zyprischen Finanzministers Michalis Sarris. Die Regierung der Mittelmeerinsel habe Russland unter anderem vorgeschlagen, den Zugang zur Gasförderung vor Zypern zu ermöglichen. "Unsere Investoren haben sich die Frage angesehen. Ein Interesse gab es nicht", sagte Siluanow.

+++ 8.15 Uhr Unionsfraktion lehnt Zyperns Vorschlag ab +++
Unionsfraktionschef Volker Kauder hält nichts von Zyperns Plan, für einen Solidaritätsfonds auch die Rentenkassen heranzuziehen. "Ich glaube nicht, dass das ein Vorschlag ist, der zielführend wird", sagte der CDU-Politiker in der ARD. Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble habe darauf hingewiesen, dass er diesen Punkt nicht akzeptieren könne. Ohne Zustimmung des Bundestags kann sich Deutschland nicht an einem Hilfspaket für Zypern beteiligen.

+++ 8.05 Uhr Russland hilft Zypern nicht +++
Zyperns Finanzminister Michalis Sarris kehrt mit leeren Händen nach Zypern zurück. Medienberichten zufolge wird Russland Zypern keine neue finanzielle Hilfe gewähren. "Die Lage ist ernst", wird Sarris zitiert.

+++ 7.45 Uhr Finanzminister reist aus Moskau ab +++
Nach mehreren Gesprächsrunden mit Vertretern der russischen Führung ist Zyperns Finanzminister Michalis Sarris am Morgen wieder aus Moskau abgereist. Unklar war zunächst, ob ein Abkommen zwischen beiden Seiten zur Unterstützung des vor der Pleite stehenden Landes vereinbart wurde.

+++ 7.30 Uhr Asiens Börsen schließen schwächer +++
An Asiens Aktienmärkten trübt die drohende Pleite Zyperns die Stimmung. Zusätzlich belastet von einem wieder etwas stärkeren Yen führt der Nikkei-Index mit einem Minus von 1,5 Prozent die Liste der Verlierer an.

+++ 06.35 Uhr Rehn gibt sich zuversichtlich +++
EU-Währungskommissar Olli Rehn zeigt sich nach einer Telefonkonferenz der Eurogruppe vorsichtig optimistisch. "Wir scheinen einen ausgeprägteren Geist der Kooperation auf Seiten der zyprischen Behörden zu sehen", sagte sein Sprecher. Besonders begrüßenswert sei es, dass Zypern seinen Rettungsplan nun der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds vorlegen wolle. "Unsere Leute werden diesen Vorschlag sorgfältig prüfen", so der Sprecher. Damit solle am Freitagmorgen begonnen werden.

+++ 6.25 Uhr Schäuble sieht Zyperns Plan skeptisch +++
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat sich einem Zeitungsbericht zufolge kritisch zu Zyperns Rettungsplan geäußert. Im Koalitionsausschuss sagte Schäuble, er habe massive Zweifel, wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Teilnehmerkreise berichtet. Mit "Kosmetik alleine ist es nicht getan", zitierten Sitzungsteilnehmer den Bundesfinanzminister. Zypern müsse sich "bewegen und ernsthaft sparen."

+++ 4.40 Uhr EZB will Kapitalflucht stoppen +++
Die Europäische Zentralbank bereitet laut "Handelsblatt" Schritte zur Verhinderung einer massiven Kapitalflucht aus dem Krisenland Zypern vor. Demnach sollen Zyperns Bürger nach dem Willen der EZB für eine längere Zeit nur einen begrenzten Betrag an Bargeld an Geldautomaten abheben können. Zusätzlich sei im Gespräch, die Spareinlagen vollständig einzufrieren und Überweisungen nur mit einer vorherigen Genehmigung der nationalen Zentralbank zu erlauben. Wie lange die Gelder auf den Sparkonten gesperrt werden, sei noch nicht entschieden.

21. März 2013

+++ 23.30 Uhr Bundesregierung will Abstimmung erst im April +++
Die Bundesregierung schlägt eine Doppelabstimmung über das Zypern-Rettungspaket im Bundestag für Mitte April vor. Das kündigte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in der Spitzenrunde der Koalition an. Die nach dem ESM-Vertrag erforderlichen zwei Abstimmungen des Parlaments sollten nach jetzigem Stand "in einem Geleitzug" in der ersten Sitzungswoche im April über die Bühne gehen. Die Eurogruppe will dann voraussichtlich am 23. April abschließend über Zypern beraten.

+++ 23.00 Uhr Parlament verschiebt Rettungsplan-Abstimmung +++
Die mit Spannung erwartete Abstimmung über den neuen Rettungsplan und erste Sanierungsschritten bei Banken in Zypern ist auf Freitagmorgen verschoben. Die Debatte werde am Freitag gegen 10.00 Uhr Ortszeit (09.00 MEZ) beginnen, so Parlamentspräsident Giannakis Omirou.

+++ 22.00 Uhr Zypern-Sorgen treffen Wall Street +++
Befürchtungen über eine Pleite Zyperns beschäftigen auch die Wall Street. Die Kurse an den US-Börsen sind auf Talfahrt. Der Dow Jones Industrial schließt 0,6 Prozent tiefer bei 14 421 Punkten. Der marktbreitere S&P-500 verliert 0,8 Prozent auf 1546 Punkte. An der technologielastigen Nasdaq Börse fällt der Composite-Index um 1,0 Prozent auf 3223 Punkte und der Auswahlindex Nasdaq 100 um 1,1 Prozent auf 2775 Punkte. "Wir haben nicht das Gefühl, dass die Schuldenprobleme in Europa gelöst sind. Das könnte dazu führen, dass der Markt an dieser Stelle eine Weile pausiert", sagt ein US-Börsianer.

+++ 21.30 Uhr S&P stuft Zyperns Bonität herab +++
Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) stuft Zyperns Kreditwürdigkeit um eine Stufe auf "CCC" von "CCC+" herunter. Der Ausblick sei unverändert negativ, teilen die Analysten mit. Sie begründen die schlechtere Bonitätsnote mit den Problemen der zyprischen Banken. Außerdem wachse die Gefahr eines Staatsbankrotts.

+++ 21.15 Uhr Euro-Finanzminister drängen Zypern zur Eile +++
Die Euro-Finanzminister fordern Zyperns Regierung auf, "so schnell wie möglich" ihren Vorschlag für einen Rettungsplan für das finanziell angeschlagene Land vorzulegen.

+++ 20.00 Uhr Zypern will "Plan B" umsetzen +++
Zypern leitet erste Schritte zur Umsetzung seines "Plans B" zur Vermeidung einer Staatspleite ein. Die Regierung bringt Gesetzentwürfe zur Einführung von Kapitalverkehrskontrollen und zur Gründung eines Solidaritätsfonds ins Parlament ein. Ein Gesetz zur Restrukturierung der Laiki Bank ist laut informierten Personen so weit vorbereitet, dass es bei "grünem Licht" von der Regierung ebenfalls ins Parlament eingebracht werden konnte.

+++ 19.00 Uhr Bank begrenzt Auszahlungen am Geldautomaten +++
Die taumelnde Popular Bank limitiert die Auszahlungen an den Geldautomaten. Pro Tag und Kunde würden künftig nur noch 260 Euro ausgereicht, teilte das Institut mit. Grund sei der große Kundenandrang. Nach Gerüchten, dass die Bank geschlossen werde, hatten sich lange Schlangen vor dem Institut gebildet.

+++ 18.55 Uhr Zentralbankchef beruhigt Kunden +++
Mit der Cyprus Popular Bank wird das zweitgrößte Geldinstitut der Insel aufgespalten.Einlagen bis zu 100.000 Euro seien geschützt, versichert Notenbankpräsident Panikos Demetriades.

+++ 18.35 Uhr Angeschlagene Bank wird aufgespalten +++
Die Zentralbank von Zypern hat erste konkrete Entscheidungen zur Sanierung angeschlagener Geschäftsbanken getroffen. Eine Sprecherin teilte mit, dass die Popular Bank (Laiki Bank) in eine funktionsfähige und eine "Bad Bank" aufgespalten werde. "Sie werden das ganze System (der Banken) auflösen", sagte ein Gewerkschaftsführer der Popular Bank von Zypern. Vor dem Parlament in Nikosia kam es zu Rangeleien zwischen demonstrierenden Angestellten der Popular Bank und der Polizei. Zahlreiche Politiker riefen die Bürger auf, die Nerven zu behalten. "Es darf jetzt keine Panik ausbrechen", hieß es immer wieder

+++ 18.00 Uhr Dax schließt schwächer +++
Der deutsche Aktienmarkt hat seinen jüngsten Erholungsversuch gestoppt. Börsianern zufolge blicken die Anleger weiterhin mit Hoffen und Bangen auf Zypern, und aktuell seien die Sorgen wieder gestiegen. Der Leitindex Dax ging 0,8 Prozent tiefer bei 7932 Punkten aus dem Handel.

+++ 17.25 Gerüchte um Popular Bank +++
Zyperns Zentralbank hat Berichte dementiert, dass die Cyprus Popular Bank (Laiki) geschlossen wird. Der staatliche Rundfunk hatte zuvor unter Berufung auf eine Gewerkschaft gemeldet, Mitarbeiter der Bank seien über eine bevorstehende Schließung informiert worden. Dabei handele es sich um unwahre Gerüchte, betont die Zentralbank. Eine Sprecherin deutete an, die Popular Bank könne möglicherweise umstrukturiert werden. Das bedeute aber keine Schließung,

+++ 17.10 Uhr Zypern riskiert Ausstieg +++
Die Eurozone bereitet sich auf einen Austritt Zyperns aus der Eurozone vor. Ob es wirklich zu diesem Schritt kommt, bleibt aber ungewiss. Es gebe so viele rote Linien Zyperns mit Russland im Hintergrund einerseits und von der Bundesregierung sowie dem Internationalen Währungsfonds andererseits, dass derzeit keine Einigung möglich sei, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Insider. Entweder kämen alle zur Besinnung, oder die Pleite und der Ausstieg Zyperns aus der Währungsunion sei nicht mehr zu verhindern.

+++ 17.00 Uhr Bankangestellte demonstrieren vor Parlament +++
Mehrere hundert Angestellte der zyprischen Popular Bank (griechisch: Laiki Bank) haben sich vor dem Parlament in Nikosia versammelt und gegen die befürchtete Schließung ihrer Bank protestiert. Nach der Vorstellung eines neuen Plans zur Lösung der Finanzkrise kursierten Gerüchte, wonach die Bank in eine weiter funktionsfähige und eine "Bad Bank" aufgespalten werden soll. Dabei könnten viele Angestellte ihre Arbeit verlieren.

+++ 16.45 Uhr Opposition sieht Sparer verunsichert +++
Im Bundestag haben die Parteien über die Konsequenzen der Zypern-Krise diskutiert. Die Opposition sprach von einer Verunsicherung unter deutschen Kleinsparern, die auch durch Finanzminister Wolfgang Schäuble und Kanzlerin Angela Merkel verschuldet sei. Die Koalition wies das als verantwortungslose Panikmache zurück. Im Gegenzug warf sie SPD, Grünen und Linke vor, mit ihren Plänen für eine Vermögenssteuer, die Sparer "enteignen zu wollen.

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+++ 16.30 Uhr Eurogruppe kündigt Erklärung an +++
Die Finanzminister der Eurozone beraten um 19.00 Uhr in einer Telefonkonferenz über die  Krise in Zypern. Das teilte der Chef der Eurogruppe, Jeroen  Dijsselbloem per Twitter mit. Im Anschluss soll es eine Erklärung der Eurogruppe geben.

+++ 16.20 Uhr Eurozone arbeitet an Notfallplan +++
Zypern läuft im Kampf gegen die Staatspleite die Zeit davon. In der Euro-Zone wächst die Furcht vor einem Kollaps des Landes verbunden mit einem Ausscheiden aus der Eurozone. In einer Telefonkonferenz am Mittwoch sprachen die Vertreter der Euro-Länder schon über Vorkehrungen gegen den Zusammenbruch der Banken auf der Insel, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf Notizen eines Teilnehmers. Dabei ging es um Kapitalverkehrskontrollen, um einen massiven Geldabfluss zu verhindern. Inzwischen werde an einem Notfallplan für den Fall einer Kernschmelze des aufgeblähten Bankensektors Zyperns gearbeitet. Sollte Zypern nicht doch noch kooperieren, müsse das Land bald sein eigenes Geld drucken und aus der Euro-Zone austreten, sagte ein EU-Vertreter.

+++ 15.15 Zyprisches Parlament stimmt am Abend ab +++
Das zyprische Parlament soll am Abend über das neue Rettungskonzept beraten und auch darüber abstimmen. Wie das zyprische Fernsehen berichtet, soll zuerst der Ministerrat kurz tagen. Danach wird es gegen 18.00 Uhr MEZ im Parlament zu einer kurzen Debatte und dann zur Abstimmung kommen. Es wird erwartet, dass alle 56 Abgeordneten dafür stimmen werden. Die Parteivorsitzenden haben sich nach einem Treffen mit Staatspräsident Nikos Anastasiades einstimmig für die Bildung eines "Solidaritätsfonds" und gegen eine Abgabe auf Bankguthaben ausgesprochen.

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+++ 14.55 Uhr Wall Street öffnet schwächer +++
Die US-Aktienmärkte starten mit Abschlägen in den Handel. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verliert 0,5 Prozent auf 14.445 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gibt 0,5 Prozent nach auf 1550 Zähler. Händler sagen, das Chaos um die Zypern-Rettung sorge auch in den USA für Zurückhaltung der Investoren.

+++ 14.40 Uhr EU-Kommission will Geldstrafe verhängen +++
Brüssel will dem krisengeschüttelten Zypern eine Geldstrafe aufbrummen, weil es ein EU-Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien nicht umgesetzt hat. Rund 11.400 Euro täglich will die EU-Kommission dem Land abverlangen und bringt es deshalb vor den Europäischen Gerichtshof. Das Gesetz hätte bereits im Dezember 2010 in Landesrecht übertragen werden sollen. Die Brüsseler Behörde hatte zuvor mehrmals auf die Umsetzung gepocht.

+++ 14.10 Uhr EU nennt Bedingungen+++
Die Europäische Union fordert von der Regierung in Zypern die Einrichtung von Kapitalverkehrskontrollen, um eine Pleite der zyprischen Banken zu verhindern. "Die zyprische Regierung muss bis Dienstag drei Sachen erledigen", zitiert die Nachrichtenagentur AFP einen "europäischen Vertreter in Brüssel": "Einen glaubwürdigen Plan B vorlegen als Ersatz für den vom Parlament abgewiesenen Rettungsplan, für einen längeren Zeitraum Kapitalverkehrskontrollen einführen, und die Fusion der beiden größten Banken vorbereiten, die in Schwierigkeiten geraten sind." Ansonsten bestehe die Gefahr, dass Zypern aus dem Euro ausscheiden müsse. Durch die Kapitalverkehrskontrollen solle verhindert werden, dass nach einer Wiedereröffnung und einer Freigabe des Zahlungsverkehrs Milliardensummen von den Banken des Inselstaats abgezogen werden und das Finanzsystems Zyperns dadurch zusammenbricht.

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+++ 13.25 Uhr Russland gibt keinen neuen Kredit +++
Russland wird Zypern nicht mit einem weiteren Kredit unterstützen. "Sie können uns nicht mit einem Kredit helfen, weil unsere Schulden wachsen würden", sagte der zyprische Finanzminister Michalis Sarris. Er hält sich derzeit zu Gesprächen in Moskau auf. Jetzt sei Hilfe seitens der Unternehmer nötig. Darüber werde er am Abend mit russischen Ministern reden, so Sarris weiter.

+++ 13.20 Uhr Spanien sammelt mehr Geld ein +++
Trotz der Zitter-Partie um die Zypern-Rettung hat Spanien bei der Versteigerung von Staatsanleihen deutlich mehr Geld eingesammelt als geplant. Die Auktion spülte von Anleihen mit drei Laufzeiten spülte insgesamt 4,51 Milliarden Euro in die Staatskasse. Zudem fielen die Renditen leicht, die Spanien den Investoren bieten musste.

+++ 13.10 Uhr Union fordert harte Haltung +++
In der Union mehren sich die Forderungen nach einer harten Haltung gegenüber dem krisengeschüttelten Zypern. "Die Euro-Länder haben Zypern ein Angebot vorgelegt, das wirklich akzeptabel war", sagt Unionsfraktionschef Volker Kauder dem "Handelsblatt". "Nachdem das Parlament in Nikosia dies abgelehnt hat, ist Zypern nach wie vor am Zug." Die Regierung in Nikosia müsse ihren Beitrag leisten. "Es geht nicht, nur die anderen Euro-Länder belasten zu wollen, aber keinen Beitrag zur Lösung der Probleme zu leisten, die man selbst verursacht hat", sagte Kauder. "Griechenland war im Gegensatz zu Zypern bereit, ganz andere Lasten zu tragen, um das Land auf einen guten Weg zu führen."

+++ 12.55 Uhr Zypern schließt Zwangsabgabe aus +++
Zypern wird Bankguthaben nicht mit einer Sonderabgabe belasten. Die von der Eurozone im Gegenzug für Hilfskredite verlangte Maßnahme sei vom Tisch, sagte Parlamentspräsident Giannakis Omirou nach Beratungen von Parteienvertretern mit Präsident Nikos Anastasiades in Nikosia.

+++ 12.50 Uhr Parteien einigen sich auf Rettungsfonds +++
Die politischen Parteien Zyperns haben sich darauf geeinigt, einen Rettungsfonds zu gründen. Dieser soll mit Mitteln aus Rentenkassen und der Kirche sowie anderen Institutionen Zyperns gebildet werden. Die Details sind allerdings unklar. Auch die Frage, ob die Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und IWF grünes Licht gibt, ist offen.

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+++ 12.35 Uhr Bundesregierung nennt Bedingungen +++
Das deutsche Finanzministerium knüpft Hilfen für Zypern an zwei Bedingungen: "Dreh- und Angelpunkt bei einem Hilfsprogramm für Zypern sind die Schuldentragfähigkeit und die Verringerung von Risiken, die für den Staat aus dem überdimensionierten Bankensektor resultieren", sagte ein Sprecher des Ministeriums. "Das Programm muss glaubhaft geeignet sein, die Probleme Zyperns auf Dauer zu lösen." Dazu gehörten Strukturreformen, die Konsolidierung des Staatshaushalts, die Verbesserung der Einnahmenbasis des Staates sowie die Bekämpfung der Geldwäsche. Zypern dürfte nicht durch seine Staatsschulden erdrückt werden.

+++ 12.20 Uhr Griechenland drängt Zypern zur Eile +++
Griechenlands Finanzminister Giannis Stournaras fordert Zypern auf, schnell eine Lösung zu finden. "Die zyprischen Banken können nicht noch länger geschlossen bleiben, sonst bricht auch die zyprische Wirtschaft zusammen", so Stournaras. Wenn Zypern nicht bald einen Alternativplan präsentiere, werde Athen seinen eigenen "Plan B" für zyprische Banken in Griechenland vorlegen. In Griechenland sind die drei zyprischen Institute Bank of Cyprus, Cyprus Popular Bank und Hellenic Bank vertreten, die wie alle zyprischen Banken bis Dienstag geschlossen bleiben sollen.

+++ 12.10 Uhr Abgabe auf Bankguthaben kein Thema +++
Bei den Krisengesprächen in Zypern über den Beitrag des Landes zu einem EU-Rettungspaket ist eine Zwangsabgabe für Sparer nicht besprochen worden. "Wir haben nicht über eine Kürzung (von Einlagen) gesprochen und kommen auch nicht darauf zurück", sagte Parlamentspräsident Yiannakis Omirou. Der stellvertretende Vorsitzende der Regierungspartei, Averof Neophytou, sagte, er rechne nicht mit einer Abstimmung über einen "Plan B" zu Hilfen noch am Donnerstag. Bei ihren Gesprächen beschlossen sie jedoch die Schaffung eines "Solidaritätsfonds". Darin sollen staatliche Vermögenswerte gebündelt werden, die als Grundlage für die Ausgabe von Not-Anleihen dienen können.

+++ 11.50 Uhr Fitch kritisiert Zyperns Krisenmanagement +++
Die Ratingagentur Fitch hat scharfe Kritik am Krisenmanagement der europäischen Politik in Zypern geäußert. Das Vorgehen verdeutliche das ständige "Durchwursteln" in der Euro-Schuldenkrise, teilte die Agentur mit. Zudem bestehe die Gefahr, dass mit der geplanten Belastung zyprischer Spareinlagen ein Präzedenzfall im Währungsraum geschaffen werde, der Bankkunden in anderen Ländern verunsichern könnte. Eine unmittelbare Auswirkung auf Bonitätsnoten der Eurostaaten ergebe sich derzeit aber nicht.

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+++ 11.35 Uhr Medwedew kritisiert "Enteignung" +++
Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew droht, den Euro-Anteil an den russischen Währungsreserven zu reduzieren. Die Idee einer Sonderabgabe auf alle Bankeinlagen in Zypern sei ein Grund, über die Bildung von Euro-Rücklagen nachzudenken, sagte Medwedew. Zwischen 41 und 42 Prozent der Reserven seien derzeit in Euro deponiert. Die von der EU vorgeschlagene Rettungsmaßnahme für Zypern verglich Medwedew mit Methoden der Regierung zu Sowjetzeiten, sie habe einen "Charakter der Enteignung und Konfiszierung".

+++ 11.25 Uhr Zentralbankchef: Rettungsplan steht Montag +++
Die zyprische Zentralbank geht davon aus, dass bis Anfang nächster Woche ein Rettungsplan für das Land steht – und damit eine von der EZB gesetzte Frist eingehalten werden kann. "Ich rechne bis Montag mit einem Hilfsprogramm für Zypern", sagt Zentralbankchef Panikos Demetriades. Die Europäische Zentralbank hatte zuvor damit gedroht, die Hilfen für die Banken des Landes einzustellen, sollte bis Montag kein Hilfsplan existieren.

(Foto: REUTERS)

+++ 11.15 Uhr EZB-Ultimatum beunruhigt Zyprer +++
Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, ihre Nothilfe für zyprische Banken nur bis kommenden Montag zu garantieren, sorgt auf der Mittelmeerinsel für Nervosität. Viele Menschen eilen zu den Geldautomaten. Dort kann trotz geschlossener Banken Geld abgehoben werden – allerdings nur bis zum Tageslimit. 

+++ 11.05 Uhr EU-Kommission sichert Zypern Hilfe zu +++
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso verspricht Zypern, bei der Suche nach einem Ausweg aus der Finanzkrise zu helfen. "Wir haben in der Vergangenheit größere Probleme gelöst. Ich hoffe, dass diesmal auch eine Lösung gefunden wird", sagt Barroso auf einer Konferenz in Moskau. Die EU-Kommission werde Zypern weiter unterstützen. Gegenwärtig liefen Konsultationen zwischen dem Inselstaat und anderen Mitgliedern der Eurogruppe.

+++ 10.55 Uhr Aktuelle Stunde im Bundestag +++
Der deutsche Bundestag debattiert am frühen Nachmittag über die Zypern-Krise. Für 12.30 Uhr ist eine von der Linksfraktion verlangte Aktuelle Stunde zum Thema "Sicherheit der Sparguthaben in Europa" angesetzt.

+++ 10.35 Uhr Dijsselbloem übernimmt Verantwortung +++
Nach heftiger Kritik im Europaparlament verteidigt Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem die umstrittene Zwangsabgabe auf zyprische Konten, räumt aber Kommunikationsfehler ein. "Es war eine gemeinsame Entscheidung. Wenn irgendjemand die Verantwortung übernimmt, dann bin ich es", so der Niederländer in Brüssel vor EU-Abgeordneten. Er hoffe, dass bald eine Lösung für das Zypern-Hilfspaket mit einer Lastenverteilung gefunden werde, die fairer sei. Details nannte Dijsselbloem nicht.

+++ 10.15 Uhr Zypern will russische Investitionen +++
Zyperns Finanzminister Michael Sarris verhandelt nach eigenen Angaben in Moskau nicht um einen neuen Kredit, sondern um bessere Konditionen für einen laufenden Vertrag über 2,5 Mrd. Euro sowie um Investitionen. So solle nach den Vorstellungen Zyperns der bestehende Kredit aus Russland um fünf Jahre verlängert und die Zinsen auf 2,5 Prozent von 4,5 Prozent gesenkt werden. Zypern wünsche sich zudem Investitionen aus Russland in den Banken- sowie Erdgassektor des Landes."Die Banken sind das absolute Ziel jeder Hilfe, die wir bekommen", stellte Sarris klar.

+++ 10.10 Uhr Eurogruppe warnt vor weiterem Kredit  +++
Der Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, warnt Zypern vor der Aufnahme von neuen Krediten. "Das würde die Schuldentragfähigkeit nicht fördern", betont der niederländische Finanzminister. Das Kreditvolumen müsse auf die bereits vereinbarten zehn Milliarden Euro begrenzt bleiben, damit die Staatsverschuldung wieder unter Kontrolle gebracht werden kann.

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+++ 10.00 Uhr Dijsselbloem sieht Euro in Gefahr +++
Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sieht in der Krise in Zypern eine Gefahr für den Euro. "Die aktuelle Situation stellt definitiv ein systemisches Risiko dar", sagt Dijsselbloem in Brüssel vor Abgeordneten des Europaparlaments. "Die Unruhe der letzten Tage hat das bewiesen." In der Eurozone gibt es Meinungsverschiedenheiten darüber, ob die Finanzprobleme des kleinen Landes den Euro in Gefahr bringen können. Denn ein solches "systemisches Risiko" ist die Voraussetzung dafür, dass Hilfskredite aus dem Euro-Rettungsfonds ESM vergeben werden können. Besonders in Deutschland wurde diese systemische Bedeutung Zyperns zuletzt wiederholt angezweifelt.

+++ 09.50 Uhr EZB-Ultimatum drückt die Märkte +++
Die Drohung der EZB, Zypern den Geldhahn zuzudrehen, sorgt für Kursverluste an Europas Aktienmärkten. "Das waren einfach zu viele Hiobsbotschaften", sagt ein Händler. Börsianer betonen, dass mit dem deutschen Einkaufsmanagerindix ein wichtiger Konjunkturindikator überraschend schwach ausgefallen sei. Auch das trübe die Stimmung.

+++ 9.35 Uhr Grüne fordern harte Haltung +++
Die Grünen bestehen im Ringen um finanzielle Hilfen der Euro-Staaten für Zypern auf einer harten Haltung gegenüber der Inselrepublik. Notwendig seien "ein Ende des vorsätzlichen Steuerdumpings" und "ein relevanter Beitrag derer, die bislang von dem Geschäftsmodell profitiert haben", sagt Fraktionschef Jürgen Trittin dem "Focus". Nur unter diesen Bedingungen würden die Grünen dem geplanten Rettungspaket im Bundestag zustimmen.

+++ 9.25 Uhr EZB garantiert Nothilfe nur bis Montag +++
Die Europäische Zentralbank garantiert ihre Nothilfe für zyprische Banken nur bis kommenden Montag. Danach würden die Gelder nur noch fließen, wenn ein Rettungsplan von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Kraft sei, der die Solvenz der Banken sichere, teilte die Notenbank mit.

+++ 9.20 Uhr Anleger bleiben vorsichtig +++
Die Zypern-Krise stimmt die Dax-Anleger vorsichtig. Der Leitindex verliert zu Beginn 0,1 Prozent auf 7992 Zähler. "Die Schuldenkrise beherrscht mit dem Fall Zypern erneut die Schlagzeilen, und so bleibt die Verunsicherung den Marktteilnehmern wohl auch heute noch erhalten", so ein Analyst.

+++ 9.10 Uhr Russland und Zypern verhandelt weiter +++
Die Gespräche zwischen Zypern und Russland über finanzielle Hilfen für das Krisenland gehen heute weiter. Das kündigte Russlands Finanzminister Anton Siluanov an. Der zyprische Finanzminister Michalis Sarris war am Mittwoch in Moskau eingetroffen, um über Milliardenhilfe zu verhandeln und einen Ausweg aus der Krise zu finden.

+++ 9.00 Uhr Zyperns Börse bleibt geschlossen +++
Die zyprische Börse folgt dem Beispiel der bis Dienstag kommender Woche geschlossenen Banken und lässt den Handel weiter ruhen. Mit dem Schritt reagiert der Börsenbetreiber auf die Furcht der Regierung, die jüngsten Beschlüsse zur Rettung der Banken könnten zu panikartigen Reaktionen bei Sparern und Anlegern führen.

+++ 8.50 Uhr Konten russischer Behörden eingefroren +++
In Zypern sind auch zahlreiche Konten russischer Regierungsbehörden blockiert. Eine "große Anzahl" öffentlicher russischer Strukturen arbeite wegen der "bequemen rechtlichen Grundlagen" über Zypern, und deren Geld sei nun eingefroren, sagte Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew. Daher müsse Russland eine "harte" Haltung bei den Geschehnissen in Zypern und der Beilegung der Schuldenkrise einnehmen.

+++ 8.40 Uhr Russland bewertet Angebote Zyperns +++
Russland macht seine Hilfe für Zypern vom weiteren Vorgehen der Europäischen Union abhängig. Zypern habe Russland mehrere Vermögenswerte zum Kauf angeboten, so der russische Regierungschef Dmitri Medwedew. Zuerst aber müsse die EU neue Pläne zur Lösung der Krise in ihrem Mitgliedsland vorstellen. "Danach werden wir unsere Vorschläge machen", sagte Medwedew. Dem Vernehmen nach geht es unter anderem um Lizenzen bei der Gasförderung vor der zyprischen Küste und um eine Basis für russische Kriegsschiffe.

+++ 8.30 Uhr Krisentreffen beim Präsidenten +++
Präsident Nikos Anastasiades will den Parteivorsitzenden Zyperns eine neue Version des Rettungsprogramms vorlegen. Das Treffen soll in diesen Minuten beginnen. Der Vorschlag sieht Berichten zufolge vor, Guthaben unter 100.000 Euro nicht anzutasten. Möglicherweise wird das Parlament noch heute über den neuen Plan abstimmen.

+++ 8.05 Uhr Gerüchte um Bank-Verkauf dementiert +++
An den Finanzmärkten wird spekuliert, dass russische Investoren bei der Popular Bank einsteigen wollten und damit den Finanzbedarf des Inselstaates schlagartig um vier Mrd. Euro verringern würden. Das wird von der Regierung Zyperns jedoch dementiert.Aus zyprischen Regierungskreisen heißt es stattdessen, dass Zentralbank und Regierung die Sanierung der Bank of Cyprus und der Popular Bank selbst in Angriff nehmen wollten.

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+++ 6.55 Uhr Zypern-Krise lässt Asien-Börsen kalt  +++
Die weiterhin lockere Geldpolitik der Notenbanken tröstet die Anleger über die europäische Schuldenkrise hinweg. Nach der Feiertagspause legen der Nikkei und der breiter gefasste Topix in Japan zu. Vor allem für Exportunternehmen geht es dank eines schwächeren Yens und der lockeren Geldpolitik der US-Notenbank nach oben. Anleger erwarten, dass die japanische Notenbank ihre expansive Geldpolitik weiter vorantreiben wird.

+++ 6.50 Uhr Euro zeigt sich trotz Zypern-Krise fester +++
Der Euro präsentiert sich im fernöstlichen Handel trotz der unklaren Lage in Zypern zum Dollar fester. Die europäische Einheitswährung notiert zum Greenback mit 1,2944 Dollar, nach 1,2935 Dollar im späten New Yorker Handel und 1,2881 Dollar am Dienstagabend. Händler sagen, die Investoren gehen davon aus, dass in letzter Minute doch noch eine Lösung zur finanziellen Rettung Zyperns gefunden werde.

+++ 6.05 Uhr Anastasiades will Plan B präsentieren +++
Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades will den Parteivorsitzenden heute einen sogenannten Plan B vorlegen. Der Staatschef werde dafür die Parteienvertreter im Präsidialpalast empfangen, berichtet das zyprische Fernsehen. Der Plan soll eine Zwangsabgabe für Bankguthaben von mehr als 100.000 Euro enthalten. Außerdem soll ein Fonds gegründet werden, der Staatsanleihen ausgibt, die von Rentenkassen und der Kirche sowie anderen Institutionen in Zyperns gekauft werden sollen. Das Treffen des Präsidenten mit den Parteivorsitzenden soll um 9.30 Uhr Ortszeit (8.30 MEZ) beginnen. Sollte der Plan auf Zustimmung stoßen, wird er dem Parlament unterbreitet.

+++ 5.30 Uhr Fahrenschon: Zypern-Pleite wäre verkraftbar +++
Eine Pleite Zyperns hätte für die deutschen Banken nach Verbandsangaben keine gravierenden Folgen. "Für deutsche Kreditinstitute wären die direkten Ausfallfolgen sicherlich verkraftbar", sagt der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon. Eine Pleite Zyperns würde das Vertrauen in die Stärke und Leistungsfähigkeit der EU beeinflussen, Zypern selbst stelle aber kein systemisches Risiko dar. Es müssten aber Ansteckungsgefahren vermieden werden.

+++ 2.30 Uhr Verhandlungen mit Russland gehen weiter +++
Nach der Ablehnung des Euro-Rettungspakets für Zypern setzt das von der Pleite bedrohte Mittelmeerland heute seine Gespräche mit Russland über eine mögliche Unterstützung fort. Finanzminister Michalis Sarris plant am zweiten Tag in Folge Treffen mit Regierungsvertretern in Moskau. Ohne frisches Kapital droht Zypern die Pleite. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso ist heute in Moskau, wo eine Konferenz zur Partnerschaft der EU und Russlands stattfindet. Er trifft auch mit Präsident Wladimir Putin zusammen.

+++ 00.40 Uhr Asmussen: Guthaben im Rest Europas sicher +++
Die Spareinlagen im Rest Europas sind laut Asmussen sicher: "Die Lösung, die für Zypern gefunden wurde, trägt den in Europa einzigartigen Gegebenheiten des dortigen Bankensektors Rechnung. Außerdem sehe ich kein anderes Land in Europa mit einer annähernd vergleichbaren Schieflage im Bankensektor. Das heißt: Kein anderes Land würde ein solches Programm benötigen", so Asmussen.

20. März 2013

+++ 23.40 Uhr EZB hätte Kleinsparer geschont +++
Die Notenbank habe in den Verhandlungen nicht auf eine Beteiligung der Kleinsparer gedrungen, sagte Asmussen. "Die EZB war immer mehr als offen dafür, dass Kleinsparer weniger oder gar nicht und große Einleger stärker belastet werden. Für uns war lediglich entscheidend, dass der Eigenbetrag ausreicht, um die Schuldentragfähigkeit in absehbarer Zeit zu erlangen."

+++ 22.55 Uhr Zypern sucht verzweifelt nach Plan B +++
Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades will am morgigen Donnerstag den Parteivorsitzenden Zyperns eine neue Version des Rettungsprogramms vorlegen. Wie mehrere Politiker im zyprischen Fernsehen sagten, könnte - vorausgesetzt dass es zu einer Einigung kommt - schon am Donnerstagabend im zyprischen Parlament darüber abgestimmt werden. Die zyprische Nachrichtenagentur CNA meldet, Anastasiades habe beim Verlassen des Präsidentenpalasts gesagt, "eine Entscheidung über den Rettungsplan für Zypern muss spätestens am Donnerstag fallen".

+++ 22.30 Uhr Euro und Ölpreise erholen sich+++
Am Devisenmarkt zeigt sich der Euro bei rund 1,2930 Dollar im späten US-Handel weiter stabil, nachdem er im Tagesverlauf bereits Boden gut gemacht hat. Am Dienstag hatte die Entwicklung in Zypern die Gemeinschaftswährung auf den tiefsten Stand seit vier Monaten gedrückt. Auch der Ölpreis erholt sich von den jüngsten Verlusten. Das Barrel WTI verteuert sich um 0,9 Prozent auf 92,96 Dollar. Der Preis für Brentöl steigt um 1,2 Prozent auf 108,72 Dollar.

+++ 21.30 Uhr Pimco droht mit Verkauf von Staatsanleihen +++

Wenn Zypern sich zum systemischen Risiko entwickelt, wird die Fondsgesellschaft Pacific Investment Management Co (Pimco) ihre Bestände an italienischen und spanischen Staatsanleihen verringern. Aktuell scheine die Situation in Zypern aber beherrschbar, sagt Manager Andrew Balls dem "Wall Street Journal". Pimco verwaltet den weltgrößten Anleihefonds. Balls hält es aber für unwahrscheinlich, dass aus den zyprischen Problemen eine Abwärtsspirale entsteht, die auch die übrige Eurozone erfasst. Gleichwohl bestehe die Gefahr, dass Zypern zum systemischen Risiko werde, falls die EZB die Lage nicht unter Kontrolle bekomme.

+++ 21.00 Uhr US-Wirtschaft wäre von Ansteckungseffekten betroffen +++
Auch wenn Fed-Chef Ben Bernanke keine direkten Auswirkungen einer möglichen Zypern-Pleite auf das Finanzsystems seines Landes sieht, könnte es die US-Wirtschaft dennoch treffen. Denn Ansteckungseffekte auf andere Länder schloss der Chef der US-Notenbank nicht aus. Wenn es zu einer Kettenreaktion komme, könnte darunter auch die Konjunktur der USA leiden.

+++ 20.15 Uhr Bernanke: Keine großen Risiken für US-Banken +++
Das US-Finanzsystem ist nach Einschätzung des US-Notenbankchefs Ben Bernanke durch die Zypern-Krise nicht in großer Gefahr. Zwar sei das Land in einer schwierigen Lage, aber sein Einfluss sei bisher nicht sehr groß.

+++ 19.15 Uhr Börsianer rechnen mit glimpflichem Ausgang +++
Die Händler an der Frankfurter Börse rechnen nicht mit einer Pleite Zyperns. In der Hoffnung auf eine Lösung der Krise schloss der Dax mit moderaten Kursgewinnen über der Marke von 8000 Punkten. Viele Händler hoffen auf Hilfe Russlands oder eine neue Übereinkunft mit den Partnern der Euro-Länder.

+++ 18.55 Uhr Schäuble sieht russische Hilfe kritisch +++
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht in einer möglichen Finanzhilfe Russlands an Zypern auch eine Gefahr. Ein Kredit als Ersatz für die geforderte Eigenleistung würde die Staatsverschuldung nochmal erhöhen, warnte der Minister nach Angaben von Teilnehmern im Haushaltsausschuss des Bundestages. Die Schuldentragfähigkeit sei jedoch eine Bedingung für Hilfen aus dem Rettungsschirm ESM. Wenn Russland helfen wolle, sei darum nur eine Investition in die zyprischen Banken möglich. Schäuble habe sich aber skeptisch gezeigt, dass Russland dies machen würde. Schäuble habe zudem deutlich gemacht, die Troika sei bereit zu weiteren Verhandlungen, wenn ein adäquates Angebot auf dem Tisch liegen würde. Zypern sei jetzt am Zuge.

+++ 18.30 Uhr Medwedew: EU wie Elefant im Porzellanladen +++
Der russische Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew wirft der EU vor, sie habe sich in der Zypernkrise verhalten "wie der Elefant im Porzellanladen". Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Medwedjew, "alle Fehler, die gemacht werden konnten, wurden gemacht, einschließlich der Untergrabung des Vertrauens in die Finanzinstitute als Ganzes, nicht nur der zyprischen". Den ursprüngliche Plan der Eurogruppe für eine Zwangsabgabe auf Sparguthaben verglich er "mit einigen Entscheidungen, die in einer bestimmten Zeit von der Sowjetmacht getroffen worden sind, die die Bevölkerung ohne große Umstände zu machen beraubt hat."

+++ 18.10 Uhr Zentralbank: Banken öffnen frühestens Dienstag +++
Die Regierung in Zypern hat beschlossen, die Banken des Landes bis mindestens Anfang nächster Woche geschlossen zu halten. Am Montag dürfen sie wegen eines Feiertags ohnehin nicht öffnen. Das teilt die Zentralbank des Landes mit. Zu erwarten ist, dass Kunden in großem Stil Geld abheben wollen, weil sie eine Sonderabgabe auf ihre Guthaben fürchten.

+++ 18.00 Uhr Regierung tagt in Nikosia +++
Die zyprische Regierung ist unter Vorsitz des Präsidenten Nikos Anastasiades zusammengekommen. Im Mittelpunkt der Beratungen steht die Frage, wann die Banken auf Zypern wieder geöffnet werden. Sie sind seit fünf Tagen geschlossen. Nach Einschätzung aus Kreisen des Finanzministeriums werden die Banken wohl auch in den nächsten zwei Tagen geschlossen bleiben. Weil anschließend das Wochenende und ein Feiertag am Montag folgen, würden die Banken damit erst am kommenden Dienstag wieder öffnen. Möglicherweise werden auch danach noch Einschränkungen für Geldüberweisungen ins Ausland gelten.

+++ 17.45 Uhr Zyperns "Plan B" vor Ablehnung +++
Zyperns potenzielle internationale Kreditgeber dürften einen von der Regierung entworfenen "Plan B" zur Wiederherstellung der Schuldentragfähigkeit ablehnen. Zwei mit der Sachlage vertraute Personen sagen, Vertreter von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) seien vom Vorschlag der Regierung nicht überzeugt. Der "Plan B" sieht demnach vor, die Aktiva des Pensionsfonds in Staatsanleihen umzuwandeln und damit 4,2 Mrd. Euro aufzutreiben. Die ursprünglich geplante einmalige Besteuerung von Bankeinlagen hätte 5,8 Mrd. Euro gebracht.

+++ 17.10 Uhr Zypern will Banken schnell wie möglich öffnen +++
Die seit mehreren Tagen geschlossenen zyprischen Banken sollen nach dem Willen der Regierung in Nikosia so schnell wie möglich wieder öffnen. Dies sei der Wunsch der Regierung, sagt ein Mitarbeiter des Finanzministeriums in Nikosia. Wenn alles gut laufe, dann könnten sie möglicherweie schon am Donnerstag aufmachen, heißt es. Dies hänge allerdings von bestimmten Bedingungen ab, etwa ob die Troika der internationalen Geldgeber Zustimmung für ein neu zusammengesetztes Rettungsprogramm signalisiere. Je länger die Banken geschlossen blieben, desto mehr wachse die Angst der Kunden. "Die bittere Pille der massiven Abhebungen von Geldern werden wir sowieso schlucken müssen", sagt ein Filialleiter einer Bank im Zentrum Nikosias.

+++ 16.30 Uhr Russische Banktitel erholen sich etwas  +++
Nach ihren starken Kursverlusten zu Wochenbeginn erholen sich die Aktien russischer Banken etwas. Die Titel von Russlands größtem Finanzinstitut Sberbank legen 2,8 Prozent zu, VTB gewinnen 2,7 Prozent. An den vergangenen beiden Handelstagen hatten die Aktien 4,5 beziehungsweise 7 Prozent verloren. Investoren hatten die Finanztitel gleich reihenweise verkauft, weil sie die Konsequenzen der angedachten Zwangsabgabe auf Bankeinlagen zur Rettung Zyperns fürchteten. Viele russische Banken sind stark in Zypern engagiert.

+++ 16.10 Uhr Sondersitzungen in Berlin angekündigt +++
Die Koalitionsfraktionen von Union und FDP werden am kommenden Freitag kurz vor der Osterpause noch einmal von der Bundesregierung auf den letzten Stand in Sachen Hilfspaket für Zypern gebracht. Um Entscheidungen gehe es nicht, heißt es übereinstimmend in beiden Fraktionen. Derzeit gebe es keine neuen Lösungsvorschläge oder -ansätze, über die zu befinden wäre.

+++ 15.40 Uhr Merkel erwartet "harte Gespräche" +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet mit schwierigen Verhandlungen bis zu einer Lösung der Zypern-Krise. "Es liegen noch harte Gespräche mit Zypern vor uns", sagt die Kanzlerin bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsverbandes DIHK in Berlin. Das zyprische Bankenmodell müsse verändert werden, weil es eine dauerhafte Gefährdung für den Euro-Raum darstelle.

+++ 15.30 Uhr Ministerrat tagt am Nachmittag +++
In Zypern will der Ministerrat am späten Nachmittag zusammenkommen und über die Lage zu beraten. Dann wird nach Berichten zyprischer Medien auch eine Entscheidung darüber erwartet, wann die seit mehreren Tagen geschlossenen Banken wieder öffnen sollen.

+++ 15.20 Uhr Wagenknecht sieht Zypern als Opfer +++
"Zypern ist das neueste Opfer der Eurokrise", so die Vize-Fraktionschefin der Linken im Bundestag und ehemalige Sprecherin der Kommunistischen Plattform. "Maßgeblich mit vorangetrieben durch Deutschland wurde ein Rettungsprogramm ausgetüftelt, mit dem jeder, der sein Geld auf zypriotischen Banken angelegt hat, zur Kasse gebeten werden sollte."

+++ 15.00 Uhr Wall Street im Plus +++
Die Wall Street geht mit Gewinnen in den Tag. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnet mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 14.533 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 steigt 0,6 Prozent auf 1558 Zähler.

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+++ 14.50 Uhr Finnischer Minister gibt sich zuversichtlich +++
Der finnische Europaminister Alexander Stubb rechnet damit, dass spätestens am Wochenende eine Lösung für Zypern gefunden ist. Er sei "vorsichtig optimistisch", sagte Stubb in Helsinki. Details nannte er nicht.

+++ 14.35 Uhr "Es gibt nur noch die Strände" +++
Angesichts der schweren Finanzkrise bleibt Zypern nach Ansicht des schwedischen Finanzministers Anders Borg nur noch eine Wirtschaftsgrundlage: "Jetzt, wo der Finanzsektor am Ende ist, gibt es nur noch die Strände", sagte Borg dem "Svenska Dagbladet" zufolge.

+++ 14.15 Uhr Pimco reduziert Engagement im Euro +++
Der weltgrößte Anleihenhändler Pimco fährt sein Engagement im Euro zurück. Pimco ist eine Tochter des Versicherungsriesen Allianz und zählt mit seinen Rentenfonds zu den mächtigsten Investoren der Welt.

+++ 14.05 Uhr Finanzminister bleibt länger in Moskau +++
Die Gespräche des zyprischen Finanzministers Michalis Sarris in Russland über einen Ausweg aus der Finanzkrise bleiben zunächst ohne Ergebnis. Sarris kündigte an, er wolle so lange in Moskau bleiben, bis eine Vereinbarung über Hilfen für das hochverschuldete Land gefunden sei. Russischen Medienberichten zufolge sollen die am Donnerstag fortgesetzt werden.

+++ 13.35 Uhr Spekulationen um russische Bank-Übernahme +++
Verschiedene Medien berichten, russische Investoren würden die zyprische Popular Bank übernehmen. Vertreter dieser auch Laiki genannten Bank sollen an den Gesprächen von Finanzminister Michalis Sallis in Moskau beteiligt sein. Ein solcher Schritt würde den Finanzierungsbedarf Zyperns um vier Milliarden verringern, heißt es.

+++ 13.20 Uhr EU-Kommission fordert Alternativvorschlag +++
Nach Ablehnung des Hilfspakets der internationalen Geldgeber im zyprischen Parlament sieht Brüssel die Inselrepublik in der Pflicht. Die Regierung müsse nun einen Alternativvorschlag vorlegen, sagte ein Sprecher der EU-Kommission. EU-Währungskommissar Olli Rehn versuche derzeit, "Lösungen für Zypern zu finden." Der Finne werde nicht mit der Kommission zu einem länger geplanten Besuch nach Moskau aufbrechen.

+++ 13.10 Uhr Portugal trotzt Zypern-Krise +++
Trotz drohender Staatspleite in Zypern kommt ein anderes Euro-Krisenland günstiger an neues Geld: Portugal kann sich geplant frisches Geld bei Anlegern an Geldmarkt besorgen – und zwar zu besseren Konditionen als zuletzt. Um sich 1,2 Mrd. Euro bis 2014 zu leihen, musste Portugal Investoren einen durchschnittlichen Zins von 1,51 Prozent bieten. Bei der letzten Auktion im Januar hatte er noch bei 1,96 Prozent gelegen. Portugal steht unter dem Euro-Rettungsschirm und finanziert sich bislang nur kurzfristig am freien Kapitalmarkt.

+++ 12.55 Uhr Minister sieht zwei Banken vor dem Kollaps +++
Nach der Zurückweisung des EU-Hilfspakets für Zypern durch das Parlament in Nikosia sieht der zyprische Innenminister Sokratis Hasikos zwei zyprische Großbanken vor dem Abgrund. "Die Troika akzeptiert unseren Plan B nicht" so Hasikos mit Blick auf die Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds. Worin dieser Plan bestand, sagte er nicht. Bei einer Telefonkonferenz am Dienstagabend hätten die Troika-Vertreter "im Prinzip gesagt, dass die Bank of Cyprus und die Cyprus Popular Bank voraussichtlich nicht wieder öffnen werden".

+++ 12.45 Uhr Brüderle hält Pleite für beherrschbar +++
FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle bewertet eine Staatspleite Zyperns als beherrschbar für den Euroraum. Von der Dimension und den inzwischen geschaffenen Mechanismen her wäre "ein solcher nicht gewünschter Fall" in den Griff zu bekommen, so Brüderle.

+++ 12.30 Uhr Ukrainer haben Milliarden auf Zypern +++
Die Ukraine könnte von einer möglichen Pleite des Euro-Krisenlandes Zypern stärker betroffen sein als erwartet. Schätzungen ehemaliger Top-Banker zufolge haben Unternehmen und Privatleute aus der Ex-Sowjetrepublik zwischen 10 und 20 Mrd. Euro auf zyprischen Konten geparkt, wie Medien in Kiew berichten. Zunächst war von deutlich niedrigeren Beträgen die Rede gewesen. Experten vermuten, dass viele ukrainische Kontoinhaber wegen ihrer slawischen Namen für Russen gehalten wurden.

+++ 12.10 Uhr Merkel bedauert Zyperns Entscheidung +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel bedauert das Nein des zyprischen Parlaments zu dem von der Eurogruppe ausgehandelten Rettungspaket. Nun müssten die Alternativvorschläge des Landes abgewartet werden, sagt die Kanzlerin. Die Eurogruppe habe klargemacht, dass sie Sparguthaben bis 100.000 Euro nicht in die Maßnahmen habe einbeziehen wollen. Über diese Summe hinaus müssten Anleger aber einen Beitrag leisten.

+++ 12.00 Uhr Deutschland kommt billiger an Geld +++
Die Zypern-Krise treibt Investoren in als besonders sicher geltende deutsche Staatsanleihen. Die Versteigerung einer zehnjährigen Bundesanleihe spült knapp 3,4 Mrd. Euro in die Staatskasse. Die Anleger begnügen sich mit einer durchschnittlichen Rendite von 1,36 Prozent. Im Februar hatte sie noch 1,66 Prozent betragen.

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+++ 11.35 Uhr Asmussen warnt Zypern +++
Die Europäische Zentralbank könnte Zypern die überlebenswichtigen Hilfskredite entziehen, wenn eine Einigung auf ein Hilfspaket nicht zustande kommt. Die Notenbank könne "Notfallliquidität nur solventen Banken gewähren", sagte Asmussen der "Zeit". Die Solvenz der zyprischen Banken müsse aber "als nicht gegeben angesehen werden, wenn nicht bald ein Hilfsprogramm für Zypern beschlossen wird, das eine rasche Rekapitalisierung des Bankensektors gewährleistet."

+++ 11.25 Uhr Parteivorsitzende suchen Lösung +++
Im Präsidialpalais von Nikosia sind alle Parteivorsitzenden zu einem Treffen mit dem Staatschef Nikos Anastasiades zusammengekommen. Im Mittelpunkt steht das weitere Vorgehen Zyperns nach der Ablehnung des Rettungspakets. Mehrere Gesetze, die die Funktion der Banken betreffen, werden erörtert. Das Parlament ist nach Informationen des Staatsfernsehens "in Alarmbereitschaft" versetzt worden. Es müssten in den kommenden Tagen und vielleicht noch heute neue Gesetze gebilligt werden, mit denen die Banken vor dem Kollaps bewahrt werden.

+++ 11.15 Uhr Paris sieht Stabilität nicht in Gefahr +++
Die Krise in Zypern bedroht nach Ansicht des künftigen französischen Haushaltsministers Bernard Cazeneuve nicht die Stabilität der Eurozone. Es seien bereits viele strukturelle Maßnahmen ergriffen worden, die es erlaubten, dass sich "die spekulativen Fehler von gestern nicht wiederholen", sagte er dem Radiosender RTL. Nun seien neue Verhandlungen Zyperns mit der Troika aus EU, europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds nötig.

+++ 11.05 Uhr EZB berät über Krise +++
Nach der Ablehnung des Rettungspakets für Zypern im Parlament des Euro-Krisenlandes will die Europäische Zentralbank im Tagesverlauf über das weitere Vorgehen beraten. Am Dienstagabend hatte die EZB versichert, die Liquiditätsversorgung der Banken in Zypern weiter sicherzustellen.

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+++ 10.50 Uhr Ökonomen: Zypern muss nachgeben +++
Zypern hat nach Einschätzung von Ökonomen keine andere Chance, als sich den Forderungen seiner möglichen Kreditgeber zu beugen. Zwar habe das Parlament am Dienstag ein Hilfsangebot seiner europäischen Partner, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank abgelehnt, doch lasse sich die Troika nicht von dem kleinen Inselstaat erpressen, lautet am Tag nach dem Nein des zyprischen Parlaments der Tenor der Experten.

+++ 10.35 Uhr Grünen-Chef verteidigt Zwangsabgabe +++
Der Parteichef der Grünen, Cem Özdemir, hält die geplante Zwangsabgabe in Zypern trotz Ablehnung durch das dortige Parlament für richtig. "Der Eigenanteil Zyperns muss bleiben", sagte Özdemir im Deutschlandfunk. Allerdings müsse man Einlagen über 100.000 Euro stärker belasten als geplant. Auch Ersparnisse unterhalb der 100.000 Euro-Grenze will Özdemir nicht von der Zwangsabgabe ausgeschlossen sehen. "Wer 80 000 Euro auf der hohen Kante hat, ist jetzt nicht der Ärmste der Armen", so der Grünen-Politiker. "Wenn der einen Beitrag leistet, der vermutlich unterhalb dessen ist, was er an Zinserlösen hat, dann wird er nicht verarmen."

+++ 10.25 Uhr Österreich sieht Zypern in der Pflicht +++
Nach der Ablehnung der Zwangsabgabe für Bankkunden in Zypern liegt der Ball in der Bewältigung der Krise nach Ansicht von Österreichs Finanzministerin Maria Fekter bei dem Mittelmeerland. Europäische Institutionen würden dem Land zu den derzeitigen Konditionen nicht unbegrenzt Geld zuschießen, sagte Fekter. "Wir werden den Zyprioten sicher helfen, aber nur zu Bedingungen, die Sinn machen." Weder der europäische Rettungsfonds ESM noch die EZB könnten "ein Faß ohne Boden" zulassen.

+++ 9.50 Uhr Keine Einigung auf Kredit aus Russland +++
Zypern hat sich noch nicht mit der russischen Regierung über die Verlängerung eines Kredits geeinigt. Es gebe noch keine Entscheidung, die Gespräche gingen weiter, sagte Zypern Finanzminister Michael Sarris nach einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Anton Siluanow in Moskau. "Wir hatten eine sehr ehrliche Diskussion, wir haben unterstrichen, wie schwierig die Lage ist", sagte er. "Es gab keine Angebote, nichts Konkretes. Wir sind zufrieden mit einem guten Auftakt."

+++ 9.15 Uhr Dax ignoriert Zyperns "Nein" +++
Die Ablehnung der Auflagen für EU-Hilfsgelder durch das zypriotische Parlament lässt den Frankfurter Aktienmarkt kalt. Der Leitindex Dax legt zur Eröffnung um 0,6 Prozent auf 7995 Punkte zu. Zu den größten Gewinnern zählen Deutsche Bank und Commerzbank.

+++ 9.10 Uhr Kirche stellt ihr Geld zur Verfügung +++
Die zyprische Kirche bietet dem Staat zur Überwindung der Krise ihr gesamtes Geld an. "Die Kirche und die Klöster werden für die Rettung des Landes alles zur Verfügung stellen", sagte der zyprische Erzbischof Chrysostomos nach einem Treffen mit Zyperns Staatspräsidenten Nikos Anastasiades.

+++ 8.55 Uhr Zyperns Banken bleiben geschlossen +++
Die zyprischen Banken werden voraussichtlich bis kommenden Dienstag geschlossen bleiben. Zudem soll es auch nach der Öffnung für unbestimmte Zeit Einschränkungen für Überweisungen ins Ausland geben, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Offiziell wurde dies jedoch nicht bestätigt. Eine Erklärung sollte am Mittwochnachmittag ausgegeben werden.

+++ 08.35 Uhr Zypern setzt auf russischen Kredit +++
Zyperns Finanzminister Michael Sarris hofft, dass noch heute eine Vereinbarung über einen Kredit aus Russland getroffen wird. "Wir hoffen auf ein gutes Ergebnis, aber wir können nichts vorhersagen", sagte Sarris vor Gesprächen mit seinem russischen Amtskollegen Anton Siluanow in Moskau. Zyprische Medien spekulieren unterdessen, der russische Energiekonzern Gazprom könnte möglicherweise Zyperns Banken mit Geld versorgen und im Gegenzug Anteile an zyprischen Offshore-Energiefeldern verlangen.

+++ 08.25 Uhr Asiens Börsen reagieren gelassen +++
Die Ablehnung des von der EU angebotenen Hilfspakets für Zypern durch das Parlament des Inselstaats wird an den ostasiatischen Finanzmärkten mit Gelassenheit aufgenommen. Die Börsen der Region zeigen sich in relativ engen Grenzen uneinheitlich, an den chinesischen Börsen geht es zum Teil kräftig aufwärts mit den Kursen. Nicht gehandelt wurde in Tokio. Dort wird der Feiertag "Frühlingsanfang" begangen.

+++ 08.20 Uhr  Zypern hofft auf Moskau +++
In Nikosia setzt man offenbar auf eine größere Unterstützung durch Russland. Finanzminister Michalis Sarris spricht in Moskau derzeit mit seniem Kollegen Anton Siluanow. Russische Unternehmen und reiche Privatpersonen haben aus Steuergründen Milliardensummen nach Zypern transferiert.

+++ 08.15 Uhr EZB kann Zypern vorerst helfen +++
Mit dem weiter bestehenden Hilfsangebot der Eurogruppe ist die Europäische Zentralbank in der Lage, die zyprischen Banken weiter mit Geld zu versorgen. Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen hatte dem zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiadis aber deutlich gemacht, dass die EZB - sollte der Rettungspakt nicht zustandekommen - ihre Liquiditätshilfen nicht weiter verlängern könnte.  Die EZB darf nach ihrem Mandat nur Geschäfte mit solventen Banken machen.

+++ 08.05 Uhr "Das Chaos ist komplett" +++
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sieht Europa nach der Ablehnung des Rettungspakets durch das zyprische Parlament in einer kritischen Situation. "Seit gestern Abend ist die europäische Krise zurück", sagte Steinmeier in der ARD. "Das Chaos ist komplett." Verantwortlich sei neben Zypern auch das europäische Krisenmanagement. Mit frontaler Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel hielt sich Steinmeier zurück.

+++ 07.55 Uhr Eurogruppe bleibt bei Zypern-Angebot +++
Die Eurogruppe hält auch nach dem ablehnenden Votum des zyprischen Parlaments an dem Rettungsplan für das Land fest. Nach Angaben ihres Chefs Dijsselbloem wird die zusagte Summe von 10 Milliarden Euro nicht erhöht. Dijsselbloem, der auch niederländischer Finanzminister ist, zeigt sich enttäuscht über den Ausgang der Abstimmung. Aber die Bedingungen für den Vorschlag seien immer noch gültig.

+++ 07.15 Uhr Asien-Börsen nehmen Zypern-Votum gelassen +++
Die Ablehnung des von der EU angebotenen Hilfspakets für Zypern durch das Parlament in Nikosia wird an den ostasiatischen Finanzmärkten mit Gelassenheit aufgenommen. Die Börsen der Region zeigen sich in relativ engen Grenzen uneinheitlich. Dort wird der Feiertag "Frühlingsanfang" begangen.

+++ 06.15 Uhr Anastasiades beruft Sitzung ein +++
Zyperns Präsident Nikos Anastasiades will nach dem Parlamentsvotum die Staatspleite verhindern. Er setzt eine Beratung mit den Vorsitzenden aller Parteien an. Bei der Unterredung wird auch der einflussreiche Erzbischof Chrysostomos zugegen sein.

+++ 04.50 Uhr Euro beendet Talfahrt +++
Der Euro beendet seine Talfahrt zum Dollar trotz der zugespitzten Lage in Zypern vorerst. Die europäische Einheitswährung notiert in Fernost mit 1,2875 Dollar stabil zum Vorabend. "Die Europäer sind schon so oft mit Last-Minute-Lösungen gekommen, und das ist auch der Grund, warum es hier jetzt nicht aggressiv weiter bergab geht", sagt Callum Henderson von Standard Chartered in Singapur. "Aber je länger Europa mit einem Plan B auf sich warten lässt, desto größer wird das Risiko eines drastischen Euro-Kursrutsches."

+++ 04.25 Uhr Börse Hongkong trotz Zypern-Unsicherheit fest +++
Die Aktienmärkte in Asien tendieren uneinheitlich. In Hongkong steigen die Kurse an, in Seoul werden Verluste verzeichnet. Der japanische Aktienmarkt hat am heutigen Mittwoch geschlossen. Der Hang-Seng-Index in Hongkong legt zur Überraschung vieler Experten 0,9 Prozent auf 22.239 Zähler zu. In Seoul verliert der Kospi 0,4 Prozent. Händler nennen zur Begründung die Erwartung einer weiteren Schwächung des Yen durch den neuen japanischen Notenbankchef.

+++ 00.05 Uhr Gabriel gibt Merkel Schuld am zyprischen Debakel +++
SPD-Chef Sigmar Gabriel sieht eine Mitschuld der Bundeskanzlerin für die Eskalation der zyprischen Finanzkrise durch die Entscheidung des Parlaments in Nikosia. "Angela Merkel ist mitverantwortlich dafür, dass in Zypern Kleinsparer die Zeche zahlen sollen - aber die Bankeigentümer ungeschoren davonkommen", sagte Gabriel "Spiegel Online". Die Kanzlerin habe zugelassen, dass erstmals in der Euro-Krise Kontoinhaber "faktisch teilenteignet" würden. "Sie hat damit das Versprechen, dass sie 2008 gemeinsam mit Peer Steinbrück den deutschen Kleinsparern gegeben hat, für die Kleinsparer in ganz Europa verraten", so Gabriel. "Dieses Vertrauen in Europa wieder herzustellen wird schwer."

+++ 22.30 Uhr Schäuble bedauert Scheitern +++
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat enttäuscht auf das Scheitern des vereinbarten Zypern-Rettungspakets reagiert. "Wir bedauern, dass das zyprische Parlament sich gegen das von der Eurogruppe gemeinsam mit der zyprischen Regierung erarbeitete Programm entschieden hat", erklärte Schäuble. Er betonte zugleich: "Wir haben ausreichend Vorsorge getroffen, dass die heutige Entscheidung auf Zypern keine negativen Auswirkungen auf den Rest der Eurozone haben wird."

+++ 22.00 Uhr EZB will Zypern-Banken Liquidität bereitstellen +++
Die Europäische Zentralbank (EZB) bekräftigt ihr Versprechen, den zyprischen Banken Liquidität zur Verfügung zu stellen. Sie besteht aber darauf, dass dies "im Rahmen der bestehenden Regeln" geschehen wird. Die EZB darf laut Mandat nur mit solventen Banken Geschäfte machen. Akut bedroht sind in Zypern zwei Geldhäuser, denen das Kapital auszugehen droht.

+++ 21.30 Uhr Steinbrück: Berlin trägt Mitschuld +++
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück weist der Bundesregierung erhebliche Mitverantwortung für die aktuelle Entwicklung in der Zypern-Krise zu. Das Rettungspaket entstand unter maßgeblicher Mitwirkung von Finanzminister Schäuble und der Billigung durch Kanzlerin Merkel. Die geplante Beteiligung auch der kleinen Sparer dort habe erhebliche Ängste ausgelöst, die die Krise noch verschärft hätten. "Das war ein eklatanter politischer Fehler", so Steinbrück.

+++ 20.40 Uhr Euro-Gruppe erwartet Gegenvorschlag +++
Nach der Ablehnung des Rettungsplans für Zypern durch das zyprische Parlament sieht die Eurogruppe die Regierung des Landes am Zug. "Wir warten auf einen Gegenvorschlag mit gleicher Wirkung", heißt es aus Brüssel.

+++ 20.10 Uhr Russland wittert seine Chance +++
Die russische Regierung glaubt, dass die Zypern-Krise den Banken im eigenen Land zum Vorteil werden könnte. Vize-Regierungschef Schuwalow empfiehlt den russischen Banken, um neue Kunden und neue Einlagen zu kämpfen. Russland würde die Investoren deutlich berechenbarer behandeln. Was in der EU vor sich gehe, sei alles andere als berechenbare Politik.

+++ 19.22 Uhr Zyperns Parlament lehnt Rettungspaket ab +++
Das zyprische Parlament lehnt die umstrittene Zwangsabgabe ab. 39 Parlamentarier stimmten mit "Nein", 19 enthielten sich. Kein Abgeordneter stimmte dafür.

+++ 18.45 Uhr Parlamentspräsident fordert Ablehnung +++
Vor der für den Abend geplanten Abstimmung im Parlament zeichnet sich ab, dass die von der Regierung unter Präsident Nikos Anastasiades unterbreiteten Vorschläge keine Mehrheit bekommen würden. Dessen konservative Regierungspartei Disy kündigte an, nicht an der Abstimmung teilzunehmen. Parlamentspräsident Giannakis Omirou rief in der Debatte die Abgeordneten dazu auf, die vorliegenden Vorschläge abzulehnen. "Es kann nur eine Antwort geben, nämlich sich nicht erpressen zu lassen", sagt der Sozialist vor den Parlamentariern. Vertreter aller politischen Lager äußerten sich skeptisch bis ablehnend zu den Bedingungen des Rettungspakets.

+++ 18.40 Uhr Finanzminister bleibt im Amt +++
Zypern Finanzminister Michalis Sarris weist Medienberichte zurück, denen zufolge er zurücktreten wolle. Diese seien nicht wahr, sagt Sarris.

+++ 18.20 Uhr Parteichef wirft Eurogruppe Erpressung vor +++
Der Chef der Regierungspartei Diko, wirft der Eurogruppe vor, Zypern zu erpressen. In der Parlamentsdebatte fordert er, die "Entscheidungen der Eurogruppe" zurückzuweisen. "Unser Land ist einem ungerechten und vorsätzlichen Angriff ausgesetzt", sagt Marios Karoyian. "Die Entscheidung, die wir heute treffen, ist nicht schmerzlos – aber historisch."

+++ 17.55 Uhr Samaras sagt Reise nach Finnland ab +++
Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras sagt seine für den 22. März geplante Reise nach Finnland zu einem Treffen mit anderen sechs Regierungschefs ab. Dies teilte sein Büro ohne Angabe von Gründen mit. In Athen gehen Beobachter davon aus, dass dies mit der Zypernkrise sowie mit einer möglichen Regierungsumbildung in Griechenland zusammenhängen könne.

+++ 17.45 Uhr Dax schließt im Minus +++
Der deutsche Aktienmarkt verzeichnet Verluste. Der Leitindex Dax schließt 0,8 Prozent schwächer bei 7947 Punkten.

+++ 17.30 Uhr Parlament beginnt Debatte +++
Im Parlament in Nikosia läuft die Debatte über das Rettungspaket. Die zyprische Regierungspartei will nicht an Abstimmung über die geplanten Rettungsmaßnahmen teilnehmen. Auch die anderen im Parlament vertretenen Parteien wollen den derzeitigen Vorschlägen nicht zustimmen.

+++ 17.20 Uhr Sky News: Briten fliegen Euros nach Zypern +++
Großbritannien hat nach Informationen von Sky News ein Flugzeug mit einer Million Euro Bargeld an Bord auf den Weg nach Zypern geschickt. Mit dem Geld solle sichergestellt werden, dass die auf Zypern stationierten britischen Soldaten weiterhin über genügend Bargeld verfügen. Sollten Soldaten oder ihre Angehörigen an Geldautomaten kein Geld mehr erhalten und Kreditkarten nicht mehr funktionieren, könnten sie Geld leihen, zitiert der Sender Angaben aus dem Verteidigungsministerium.

+++ 17.10 Uhr Abstimmung wird stattfinden +++
Zyperns Parlament wird nun doch am Abend über das umstrittene Euro-Rettungspaket abstimmen. Wie das Büro des zyprischen Parlamentspräsidenten Giannakis Omirou mitteilte, soll die Abstimmung gegen 19.30 Uhr (MEZ) stattfinden. Die Regierungspartei Disy von Präsident Nikos Anastasiades will nicht an der Parlamentsabstimmung teilnehmen. Die Opposition hatte angekündigt, gegen das Paket zu stimmen.

+++ 17.05 Uhr Euro verliert an Wert +++
Angesichts der jüngsten Entwicklungen in Zypern gerät der Euro unter Druck. Die Gemeinschaftswährung fällt unter die Marke von 1,29 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang Dezember.

+++ 17.00 Uhr Zyprischer Finanzminister reicht Rücktritt ein +++
Der zyprische Finanzminister Michalis Sarris will zurücktreten. Das meldet die Nachrichtenagentur Dow Jones. Zunächst hatte es geheißen, er befinde sich auf dem Weg nach Moskau, um in Russland für Unterstützung zu werben.

+++ 16.55 Uhr Regierungspartei will sich enthalten +++
Zyperns Regierungspartei wird sich bei der Abstimmung im Parlament über das Rettungspaket enthalten. Das kündigt ein Sprecher an.

+++ 16.40 Uhr Athens Börse schließt schwächer +++
Die Börse in Athen geht mit einem Minus von 3,8 Prozent aus dem Handel. Besonders die Bankenwerte erleiden Verluste, der Branchenindex büßt 9,6 Prozent ein.

+++ 16.30 Uhr Finanzminister fliegt nach Moskau +++
Der zyprische Finanzminister Michalis Sarris ist auf dem Weg nach Moskau, meldet der zyprische staatliche Rundfunk. Er solle dort sondieren, ob Zypern seine Finanzkrise mit Hilfe auch Russlands überwinden könnte.

+++ 16.25 Uhr Gabriel kritisiert Vereinbarung +++
SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisiert die Beteiligung von Kleinsparern an der Bankenrettung. "Erst wollen Merkel & Schäuble millionenschwere Steuerkriminelle schützen und nun Kleinsparer enteignen. Heute Zypern und morgen?", twittert er.

+++ 16.20 Uhr Schäuble weist Vorwürfe zurück +++
Die Entscheidung über einen Freibetrag für Kleinsparer bei der geplanten Sonderabgabe auf Bankguthaben liegt nach Aussage von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bei Zypern. Es sei Sache der Regierung in Nikosia, Guthaben bis zu 100.000 Euro von der Abgabe auszunehmen, sagte Schäuble im Deutschlandfunk. Das Problem Zyperns sei, dass dieses kleine Land 70 Mrd. Euro Anlagen habe, die dort "wegen günstiger steuerlicher Regelungen und möglicherweise auch anderer Rahmenbedingungen" lägen, so der Finanzminister. "Das Geschäftsmodell Zyperns hat dazu geführt, dass dieses Land nicht mehr zahlungsfähig ist. Und das kann nicht in voller Höhe zu Lasten der europäischen Steuerzahler gehen."

+++ 16.10 Uhr Bundesregierung warnt Zypern +++
Die Bundesregierung hat Zypern vor weiteren Verzögerungen und einem Scheitern des Rettungspakets im Parlament des Landes gewarnt. Dies gefährde die Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds und die weitere Finanzierung der zyprischen Banken. "Solange das Parlament nicht entscheidet, gibt es kein Programm. Solange es kein Programm gibt, ist die Liquiditätshilfe für die zyprischen Banken gefährdet. Solange können auch die zyprischen Banken nicht geöffnet werden", verlautete aus Regierungskreisen: "Das ist schwierig, aber so ist die Lage.

+++ 16.00 Bundestagsabgeordnete streiten per Twitter +++
Die Entscheidung, zyprische Kontoinhaber an der Rettung der Banken zu beteiligen, sorgt auch bei Bundestagsabgeordneten für Gesprächsstoff. So streiten sich beispielsweise der SPD-Politiker Johannes Kahrs und der CDU-Abgeordnete Jens Spahn per Twitter.

+++ 15.35 Uhr Abstimmung steht auf der Kippe +++
In Zypern steht die mit Spannung erwartete Abstimmung über die Zwangsabgabe für Sparer auf der Kippe. Am Nachmittag will sich der Parlamentspräsident Giannakis Omirou mit den Vorsitzenden der Parteien treffen, um über den weiteren Fahrplan zu beraten. Dass es noch am selben Tag zur der bereits mehrfach verschobenen Abstimmung kommt, gilt nach Angaben aus Parlamentskreisen mittlerweile als sehr unwahrscheinlich. Zyprische Medien gehen davon aus, dass sowohl die Debatte im Parlamentsplenum als auch die Abstimmung auf Mittwoch vertagt wird.

+++ 15.25 Uhr Dijsselbloem schließt weitere Zwangsabgaben aus +++
Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem sieht nach dem Zypern-Paket keinen Bedarf für eine Zwangsabgabe von Sparern in anderen Ländern. "Das steht völlig außerfrage: Man braucht in anderen Staaten keine einmalige Abgabe auf Vermögen", sagt der Chef der Finanzminister-Runde der Eurozone im niederländischen Parlament. Er bekräftigte, dass es wegen der Größe des zyprischen Bankensektors und des Rekapitalisierungsbedarfs der Geldhäuser unvermeidbar gewesen sei, die Sparer am Rettungspaket zu beteiligen.

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+++ 15.10 Uhr Zypern für Jain ein Einzelfall +++
Deutsche-Bank -Co-Chef Anshu Jain hält das Zypern-Rettungspaket für einen Einzelfall in Europa. "Es ist unwahrscheinlich, dass das ein Modell für andere EU-Staaten ist", sagt der Top-Banker auf einer Konferenz in Frankfurt. "Wir halten die kurzfristigen Ansteckungsrisiken für begrenzt." Es sei aber nicht unbedingt förderlich für die Stimmung der Investoren, sollten andere Länder in Schwierigkeiten geraten.

+++ 15.00 Uhr Notenbankchef warnt vor Kapitalflucht +++
Der Gouverneur der zyprischen Notenbank warnt vor einer Kapitalflucht aus seinem Lande. Panicos Demetriades erwartet, dass bis zu 10 Prozent der Bankguthaben abgezogen werden, wenn die Geldhäuser am Donnerstag wieder ihre Schalter öffnen. Das entspricht nach seinen Angaben rund 7,5 Mrd. Euro. Er drängte die Regierung dennoch dazu, die Banken nicht länger als die nun verordneten zwei Tage geschlossen zu halten. Wenn sich die zugespitzte Lage wieder beruhige, könne das Geld zu den Banken zurückfließen.

+++ 14.45 Uhr Kreml will Abgabe bei Treffen ansprechen +++
Die Zwangsabgabe auf zyprische Bankkonten dürfte bei den schon länger geplanten Gesprächen zwischen der EU-Kommission und der russischen Regierung zur Sprache kommen. "Wir können nicht ausschließen, dass dies besprochen werden wird", sagt ein Sprecher der Behörde in Brüssel. EU-Kommissionschef José Manuel Barroso wird vom Donnerstag an mit einer großen Gruppe von Kommissaren in Moskau erwartet.

+++ 14.35 Uhr Unsicherheit drückt Rohstoffpreise +++
Der Poker um die Rettung Zyperns vor der Staatspleite hinterlässt Spuren an den internationalen Rohstoffmärkten. Vor allem die Preise für Öl und Kupfer geben nach. "Die Lage in Zypern zeigt, dass die Schuldenkrise in der Euro-Zone noch nicht vorbei ist", sagt ein Händler in London. Doch beschrieben viele Börsianer die bisherigen Reaktionen der Märkte auf das Hin und Her bei der Lösung der Zypern-Probleme als moderat. Grund dafür sei der Glaube an die Macht der Zentralbanken aber auch in den fehlenden Investment-Alternativen.

+++ 14.15 Uhr Zypern hofft auf Russland +++
Zyperns Präsident Nikos Anastasiades schickt seinen Finanzminister Michalis Sarris nach Russland. Sarris solle am Mittwoch sondieren, inwiefern Russland zur Rettung Zyperns beitragen könne. Sollte das Zwangsabgabegesetz in Kraft treten, würden russische Anleger viel Geld verlieren.

+++ 14.00 Uhr Die Linke fordert Verstaatlichung +++
Die Linke kritisiert die ausgehandelte Lösung nach Kräften. "Der deutsche Finanzminister und die Europäische Zentralbank wollten die Finanzhaie freipressen. Stattdessen haben sie Panik an den Bankschaltern geschürt und Europa ins Chaos gestürzt", so Vize-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht. "Die ausländischen Gläubiger müssen leer ausgehen, der Staat muss die Banken übernehmen und regulieren, und Kleinsparer müssen geschützt werden."

+++ 13.50 Uhr Zypern verspricht Kompensationen +++
Zypern will den Kontoinhabern die bittere Pille schmackhaft machen: Es werde Kompensationen in Form von Bankaktien geben, berichtet das Staatsfernsehen. Zudem sollen diejenigen, die ihr Geld für die nächsten zwei Jahre im Lande lassen, 50 Prozent der verlorenen Summe in Form von Optionen auf die Gewinne aus den vermuteten Gasvorkommen vor der Küste Zyperns bekommen.

+++ 13.35 Uhr Wirtschaft sieht "finanziellen Völkermord" +++
Mit drastischen Worten wehrt sich die zyprische Wirtschaft gegen die Auflagen aus Brüssel. "Wir fühlen uns wie während des Krieges", sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer von Limassol, Philokypros Andreou, der Zeitung "Die Welt". "Wir fühlen uns so wie 1974, als die Türken einmarschiert sind. Heute gibt es nur einen Unterschied: Die Waffen sind nicht mehr Gewehre, die gegen uns gerichtet sind, sondern Finanzinstrumente. Das ist für uns ein finanzieller Völkermord."

+++ 13.25 Uhr Ratingagentur droht mit Abstufung +++
Die Ratingagentur Fitch droht damit, drei zyprische Banken herabzustufen. Die Geldinstitute Bank of Cyprus, Cyprus Popular Bank und Hellenic Bank seien zur Beobachtung auf eine Negativliste gesetzt worden, teilt Fitch mit. Die drei Banken sind derzeit mit der Note "B" bewertet, die Kreditwürdigkeit dieser Unternehmen gilt damit als spekulativ.

+++ 13.05 Uhr Präsident sieht Niederlage kommen +++
Zyperns Präsident Nikos Anastasiades befürchtet, dass das zyprische Parlament die Zwangsabgabe auf Bankeinlagen ablehnt. "Sie (die Menschen und Abgeordneten), empfinden, dass es ungerecht ist", sagte er im schwedischen Fernsehen. Auf die Frage, was er im Falle der Ablehnung zu tun gedenke, sagte Anastasiades: "Wir haben unsere eigenen Pläne." Angesichts der von den Euro-Partnern verlangten Belastung von Bankguthaben fügte er hinzu, er habe "nicht mit einer solchen Haltung seitens der europäischen Freunde gerechnet." Am Abend soll das Parlament über das umstrittene Gesetz abstimmen.

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+++ 12.50 Uhr Zypern nähert sich der Pleite +++
Ob das zyprische Parlament der geplanten Bankenabgabe zustimmt, bleibt ungewiss. Findet der Entwurf der Regierung keine Mehrheit würde das Land eine der Bedingungen für das internationale Hilfsprogramm nicht erfüllen und einen Schritt näher an eine Staatspleite heranrücken. Das Geld in der zyprischen Staatskasse dürfte noch bis Mai reichen. Doch Anfang Juni, wenn Staatsanleihen im Umfang von 1,4 Mrd. Euro fällig werden, droht die Zahlungsunfähigkeit.

+++ 12.30 Uhr Notenbank-Chef hält EU-Veto für möglich +++
Mit der Verschonung von Kleinsparern bei der Zwangsabgabe für Bankkunden wird Zypern nicht die von den Euro-Ländern verlangten 5,8 Mrd. Euro aufbringen. Zentralbankchef Panicos Demetriades sagt vor dem Haushaltsausschuss des Parlaments in Nikosia, das könne zu einer Ablehnung der Finanzhilfe durch die Eurozone führen. Wie die nach dem neuen Vorschlag entstehende Lücke von geschätzten 300 Mio. Euro gedeckt werden soll, bleibt vorerst offen. Größere Guthaben stärker zu belasten als bisher geplant, lehnt die Regierung ab.

+++ 12.20 Uhr Lagarde unterstützt neuen Plan  +++
IWF-Chefin Christine Lagarde begrüßt die Änderung des Rettungsplans für Zypern, der eine Schonung von kleinen Sparern vorsieht. Aus Sicht des Internationalen Währungsfonds sei vor allem von Bedeutung, dass der zyprische Bankensektor schrumpfe und in Schieflage geratene Banken restrukturiert würden, so Lagarde.

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+++ 12.05 Uhr Zypern nimmt weniger ein als verlangt +++
Zypern wird nach Ansicht seines Zentralbankchefs die angepeilten Milliardeneinnahmen nach den derzeitigen Plänen nicht zusammenbekommen, wenn die Regierung Kleinanlegern bei der Zwangsabgabe einen Freibetrag gewährt und größere Guthaben dann nicht stärker belastet. "Wir werden auf weniger als 5,8 Milliarden Euro kommen", sagt Panicos Demetriades und bezieht sich auf einen geänderten Entwurf für die umstrittene Abgabe auf Spareinlagen. Dieser sieht vor, dass Einlagen von unter 20.000 Euro abzugsfrei bleiben sollen.

+++ 11.50 Uhr Reiche Russen fliegen ein +++
Zyprische Zeitungen veröffentlichen Fotos von mehreren Jets russischer und ukrainischer Herkunft, die im Flughafen von Larnaka angekommen sind. Russische und ukrainische Investoren planen ihr Geld sobald wie möglich holen, wie es in den Zeitungen heißt.

+++ 11.40 Uhr Union erwartet frühes Votum +++
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer, geht davon aus, dass der Bundestag noch in dieser Woche über die Zypern-Hilfe abstimmen wird. Bei der Abstimmung des Bundestages geht es in einem ersten Schritt um eine grundsätzliche Ermächtigung an die Troika aus Europäischer Union, EZB und Internationalem Währungsfonds, ein Hilfspaket mit Zypern auszuhandeln. Über dieses müsste dann im April aber erneut der Bundestag befinden.

+++ 11.25 Uhr Spanien zahlt keinen Zypern-Aufschlag +++
Zypern-Krise hin oder her: Spanien spürt bei der eigenen Refinanzierung derzeit keine negativen Folgen. Bei einer Emission von Kurzläufern verlangen Anleger von dem Euro-Krisenstaat nicht nur keine zusätzlichen Risikoaufschläge – die Renditen, die Spanien Investoren bieten musste, sinken im Vergleich zur vorangegangenen Platzierung sogar.

+++ 11.10 Uhr Zyperns Präsident will Putin anrufen +++
Zyperns Präsident Nikos Anastasiadis will im Laufe des Tages mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefonieren. Dieser hatte die geplante Abgabe auf Sparguthaben als "ungerecht, unprofessionell und gefährlich" kritisiert. Reiche Russen und russische Unternehmen sind von der Abgabe besonders betroffen. Schätzungsweise ein Drittel der Einlagen bei Banken auf Zypern besitzen Ausländer, unter ihnen viele Russen und Briten. Zypern steht im Ruf, ein sicherer Hafen für Schwarzgeld zu sein.

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+++ 10.55 Uhr Regierung will Kleinsparer schonen +++
Die zyprische Regierung einigt sich bei der umstrittenen Zwangsabgabe für Bankkunden auf einen neuen Entwurf, der Kleinsparer ausnimmt. Einlagen bis zu 20.000 Euro werden demnach mit keiner Sondersteuer belegt. Bei Summen zwischen 20.000 und 100.000 Euro ist eine Abgabe von 6,75 Prozent vorgesehen, oberhalb von 100.000 Euro von 9,9 Prozent.

+++ 10.45 Uhr Griechische Finanzwerte auf Talfahrt +++
Der Streit um die Zwangsabgabe setzt die Aktien griechischer Banken unter Druck. Der lokale Branchenindex fällt um mehr als 5,3 Prozent. Der Leitindex der Athener Börse büßt in der Spitze 3 Prozent ein. Am Montag waren die griechischen Märkte wegen eines Feiertages geschlossen gewesen.

+++ 10.35 Uhr Regierung fehlt eine Abgeordnete +++
Es ist nicht klar, ob die Regierung im Parlament die nötigen Stimmen zusammenbekommt, um ihren Gesetzesentwurf durchzubringen. Das Parlament hat 56 Sitze. Bislang haben 28 Abgeordnete erklärt, sie würden der Zwangsabgabe nicht zustimmen. Damit würde sich keine Mehrheit ergeben. Zudem hat Zyperns Präsident Nikos Anastasiades ein weiteres Problem: Eine der Abgeordneten aus dem Regierungslager fehlt, weil sie nach Argentinien gereist war. Sie befinde sich auf dem Heimweg, heißt es.

+++ 10.20 Uhr Schirinowski ganz in Schwarz +++
In Moskau betritt der Nationalist Wladimir Schirinowski das russische Parlament in schwarzer Kleidung. "Es ist ein Tag der Trauer für Zypern, die Eurozone, Privatbesitz und für die EU", so der Skandal-Politiker.

+++ 10.15 Uhr Niederlassungen bleiben geschlossen +++
Die Niederlassungen zyprischer Banken in Griechenland bleiben am Dienstag und Mittwoch geschlossen. Das teilte das Finanzministerium in Athen mit. Damit solle die Stabilität des Finanzsystems gewährleistet bleiben. Auch auf Zypern öffnen die Banken frühestens am Donnerstag wieder, nachdem die Zentralbank des Inselstaates eine zweitägige Ruhe verordnet hat.

+++ 10:10 Uhr Börsen mit Verlusten +++
Die Aktienmärkte in Europa gehen überwiegend im Minus in den Tag. Die Verluste halten sich aber in Grenzen, der deutsche Leitindex Dax gibt 0,4 Prozent ab.

+++ 10.00 Uhr Zustimmung des Parlaments unsicher +++
Das umstrittene Gesetz der Zwangsabgabe für Kontoinhaber droht im Parlament von Nikosia zu scheitern. "Es sieht so aus, als ob es nicht durchgeht", sagt Regierungssprecher Christos Stylianides. Zyperns Präsident Nikos Anastasiades habe Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Währungskommissar Olli Rehn darüber informiert.

Quelle: n-tv.de

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