Donnerstag, 15. April 2010
Staatsanwalt vor der Tür: Razzia bei Sal.Oppenheim
Die Deutsche-Bank-Tochter Sal. Oppenheim hat Besuch von der Kölner Staatsanwaltschaft bekommen. Die Durchsuchung mit rund 40 Beamten in Köln und Frankfurt stehe im Zusammenhang mit dem Ermittlungen gegen ehemalige Verantwortliche der Privatbank wegen des Verdachts der Untreue, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Ein Sprecher der Bank betonte, die Ermittlungen richteten sich nicht gegen die Bank selbst oder Kunden. Sal. Oppenheim habe alle angeforderten Unterlagen zu Geschäftsvorgängen freiwillig zur Verfügung gestellt und arbeite voll mit den Behörden zusammen, damit die Untersuchungen rasch abgeschlossen werden könnten.
In dem Verfahren geht es um die Vergabe von Krediten an die ehemalige Führung von Sal. Oppenheim zu günstigen Konditionen und ohne ausreichende Sicherheiten. Die Staatsanwaltschaft nennt keine Namen von Beschuldigten, Finanz- und Justizkreisen zufolge sind aber Geschäftsführer aus der Zeit vor dem Verkauf an die Deutsche Bank betroffen. Auf Untreue stehen bis zu fünf Jahre Haft oder Geldstrafen.
Eigenständigkeit wegen Arcandor verloren
Das mehr als 220 Jahre alte Geldhaus war nach der Pleite des Handelskonzerns Arcandor in eine Schieflage geraten. Die 40 Gesellschafter waren nicht mehr in der Lage, das Institut zu stützen. Daher mussten sie die Eigenständigkeit opfern und Sal. Oppenheim für rund eine Milliarde Euro an die Deutsche Bank verkaufen. Die früheren Geschäftsführer traten auf Druck der BaFin ab.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte die Kreditvergabe an einige Gesellschafter als "fragwürdig" kritisiert und den Bankern mit dem Entzug der Banklizenz gedroht.
wne/rts
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