Mittwoch, 27. Januar 2010
Wachstumsprognose leicht höher: Regierung erwartet 1,4 Prozent
Die Bundesregierung lässt nun die Katze aus dem Sack. Sie rechnet für 2010 mit einem etwas stärkeren Wachstum als bislang prognostiziert. Die Zahl der Arbeitslosen wird im Jahresdurchschnitt um rund 320.000 auf 3,7 Millionen steigen.
Deutschland lässt die Talsohle hinter sich.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft nur leicht erhöht. Im neuen Jahreswirtschaftsbericht, den Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) dem Kabinett vorlegte, rechnet sie für das laufende Jahr nun mit einem Zuwachs der Wirtschaftsleistung um 1,4 Prozent nach bisher 1,2 Prozent. Experten hatten zuletzt ein deutlicheres Plus in Aussicht gestellt.
Die Arbeitslosigkeit wird sich infolge der tiefsten Wirtschafts- und Finanzkrise, die Deutschland im vergangenen Jahr einen Einbruch beim Bruttoinlandsprodukt um beispiellose fünf Prozent beschert hatte, aber erst einmal verstärken. Die Regierung rechnet im Jahresdurchschnitt mit einem Anstieg um rund 320.000 auf 3,7 Millionen Arbeitslose. Das sind weniger als noch vor kurzem von vielen Experten befürchtet.
In dem Bericht bekennt sich die Regierung zu weiteren Steuerentlastungen, um die wirtschaftliche Erholung zu stärken. Sie verspricht aber zugleich strenge Haushaltsdisziplin und einem "konsequenten Sparkurs" ab 2011.
"Schnelle Klarheit über Entlastungen"
"Die Talsohle ist überwunden, aber der Aufstieg wird langsam und beschwerlich", erklärte Brüderle. Umso wichtiger sei es, dass Bürger und Unternehmen "jetzt schnell Klarheit über die Entlastungen bekommen, die ihnen eine umfassende Steuerreform möglichst ab 2011 bringt".
Die Spitzen von Union und FDP hatten sich nach monatelangem Streit darauf verständigt, erst nach der Mai-Steuerschätzung Umfang und Fahrplan künftiger Steuersenkungen zu beschließen. Angestrebt werden Entlastungen von bis zu 19,5 Milliarden Euro pro Jahr.
Nachfrage nach Arbeitskräften steigt
Trotz der Wirtschaftskrise suchen auch zum Jahresauftakt viele Unternehmen nach qualifiziertem Personal. "Es gibt weiterhin einen leichten Aufwärtstrend bei der Arbeitskräftenachfrage - wenn auch auf niedrigem Niveau", berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg. So kletterte der Beschäftigungsindex der Bundesagentur, BA-X, im Januar um einen Punkt auf 130, nachdem er bereits in den vergangenen fünf Monaten leicht gestiegen war.
Im Vergleich zum Vorjahr gibt es aber nach BA-Erkenntnissen derzeit deutlich weniger offene Stellen. Der BA-X hatte noch im Januar 2009 um zwölf Punkt höher gelegen. Diese Tendenz mache den krisenbedingten Stellenrückgang noch immer erkennbar. Zurückhaltend ist die Bundesagentur mit einer Zukunftsprognose: "Inwieweit der Kräftebedarf der Unternehmen in den kommenden Monaten weiter steigt, bleibt jedoch abzuwarten", betonte die Bundesagentur in einer Mitteilung.
wne/rts/dpa
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