Wirtschaft

Spanien gibt grünes LichtRepsol darf vor Kanaren bohren

16.03.2012, 20:34 Uhr
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(Foto: REUTERS)

Gegen den Willen der Region erteilt die spanische Regierung dem Ölkonzern Repsol die Genehmigung für Ölbohrungen vor den kanarischen Inseln. Der Konzern hofft dort auf Vorkommen, die zehn Prozent des laufenden Ölbedarfs Spaniens decken könnten. Die Kanaren fürchten hingegen, der Tourismus könnte unter den Plänen leiden.

Der spanische Repsol-Konzern darf unweit der Kanarischen Inseln nach Öl bohren. Spaniens neue konservative Regierung gab dem Mineralölunternehmen grünes Licht für Probebohrungen. Der Beschluss löste heftige Proteste von Umweltschützern aus.

Genehmigt wurden Probebohrungen in einer Tiefe von rund drei Kilometern und in einer Entfernung von 60 Kilometern vor der Küste der kanarischen Inseln Lanzarote und Fuerteventura. Repsol erklärte, die Bohrungen könnten zu dem "größten Fund von Erdöl in der spanischen Geschichte" führen.

Ein Konsortium aus den Konzernen Repsol, Woodside Petroleum und RWE werde möglicherweise schon binnen der nächsten zwei Jahre mit Bohrungen vor den Küsten der Kanaren beginnen können, sagte ein Repsol-Sprecher. Zunächst müsse der Regierung aber ein Bericht über mögliche Einflüsse auf die Umwelt vorgelegt werden.

"Im Interesse aller Spanier"

Die Regionalregierung der Kanarischen Inseln und Umweltschutzorganisationen lehnen die Ölbohrungen entschieden ab. Sie würden sowohl für die Umwelt als auch für den Tourismus verheerende Folgen haben. Repsol bestreitet dies. Spaniens Vizepräsidentin Soraya Sáenz de Santamaría sagte zur Begründung des Kabinettsbeschlusses, die Bohrungen seien "im Interesse aller Spanier". Die kanarischen Inseln sind nach Katalonien das zweitwichtigste Touristenziel Spaniens.

Der spanische Ölverbrauch beläuft sich täglich auf rund 1,4 Mio. Barrel. Nach Schätzungen spanischer Medien könnten in den kanarischen Gewässern täglich mindestens 140.000 Barrel gefördert werden. Bislang fördert Spanien lediglich rund 2000 BArrel Öl am Tag und ist damit fast komplett auf den Import von Öl angewiesen. Die Förderung vor den Kanaren durch Repsol dürfte erst 2019 beginnen.

Quelle: ntv.de, nne/rts/AFP