Wirtschaft

Bieterkampf um MinenbetreiberRio Tinto will Riversdale

23.12.2010, 14:32 Uhr

Der Minenbetreiber Riversdale ist heiß begeht. Rio Tinto legt nun ein milliardenschweres Angebot vor. Doch das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist noch lange nicht gesprochen.

Rio-Tinto-China
Rio Tinto ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von Eisenerz. (Foto: REUTERS)

Der Bergbau-Gigant Rio Tinto

hat mit einer Milliardenofferte für den Minenbetreiber Riversdale den Boden für

ein Bietergefecht bereitet. Der britisch-australische Konzern will den Kohlegrubenbetreiber

für 3,9 Mrd. Dollar kaufen, beide Unternehmen gaben eine entsprechende Vereinbarung

bekannt. Doch die Übernahme ist damit noch nicht in trockenen Tüchern: Eine Gruppe

staatlich geführter indischer Unternehmen hat bereits ein Auge auf den Minenbetreiber

geworfen.

Rio Tinto ist der weltweit

zweitgrößte Hersteller von Eisenerz. Die Übernahme würde dem Konzern Zugang zu großen

Mengen an hochwertiger Kokskohle verschaffen. Aus ihr wird Koks erzeugt, der zur

Roheisen-Produktion in Hochöfen benötigt wird. Entsprechende Kokskohle-Lagerstätten

beutet Riversdale in Mosambik aus. Experten erwarten, dass das Land im Süden Afrikas

in den kommenden Jahren zum zweitwichtigsten Kokskohle-Exporteur der Welt aufsteigen

wird. Der Rohstoff ist vor allem in den aufstrebenden Schwellenländern Indien und

China heiß begehrt.

Rio Tinto und Riversdale

teilten mit, Rio habe seine ursprüngliche Offerte von 15 auf 16 australische Dollar

je Aktie aufgestockt. Riversdale unterstütze das Angebot. Bedingung sei aber, dass

Rio Tinto mehr als 50 Prozent der Riversdale-Papiere angeboten würden und dass die

Kartellbehörden dem Vorhaben zustimmten.

Aber andere Unternehmen

könnten Rio noch einen Strich durch die Rechnung machen: "Ich denke, das Potenzial

für konkurrierende Gebote ist hoch", meint Analyst Andrew Harrington von Peterson

Securities in Sydney. Fünf staatlich geführte indische Firmen bereiten offenbar

bereits ein Angebot vor, wie in diesem Monat durchsickerte. Als potenzielle Interessenten

gelten eine ganze Reihe weiterer Unternehmen - unter anderem die brasilianische

Vale, die schweizerisch-britische Xstrata, die britische Anglo American und der

US-Kohlekonzern Peabody Energy.

Quelle: rts