Bieterkampf um MinenbetreiberRio Tinto will Riversdale
Der Minenbetreiber Riversdale ist heiß begeht. Rio Tinto legt nun ein milliardenschweres Angebot vor. Doch das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist noch lange nicht gesprochen.
Der Bergbau-Gigant Rio Tinto
hat mit einer Milliardenofferte für den Minenbetreiber Riversdale den Boden für
ein Bietergefecht bereitet. Der britisch-australische Konzern will den Kohlegrubenbetreiber
für 3,9 Mrd. Dollar kaufen, beide Unternehmen gaben eine entsprechende Vereinbarung
bekannt. Doch die Übernahme ist damit noch nicht in trockenen Tüchern: Eine Gruppe
staatlich geführter indischer Unternehmen hat bereits ein Auge auf den Minenbetreiber
geworfen.
Rio Tinto ist der weltweit
zweitgrößte Hersteller von Eisenerz. Die Übernahme würde dem Konzern Zugang zu großen
Mengen an hochwertiger Kokskohle verschaffen. Aus ihr wird Koks erzeugt, der zur
Roheisen-Produktion in Hochöfen benötigt wird. Entsprechende Kokskohle-Lagerstätten
beutet Riversdale in Mosambik aus. Experten erwarten, dass das Land im Süden Afrikas
in den kommenden Jahren zum zweitwichtigsten Kokskohle-Exporteur der Welt aufsteigen
wird. Der Rohstoff ist vor allem in den aufstrebenden Schwellenländern Indien und
China heiß begehrt.
Rio Tinto und Riversdale
teilten mit, Rio habe seine ursprüngliche Offerte von 15 auf 16 australische Dollar
je Aktie aufgestockt. Riversdale unterstütze das Angebot. Bedingung sei aber, dass
Rio Tinto mehr als 50 Prozent der Riversdale-Papiere angeboten würden und dass die
Kartellbehörden dem Vorhaben zustimmten.
Aber andere Unternehmen
könnten Rio noch einen Strich durch die Rechnung machen: "Ich denke, das Potenzial
für konkurrierende Gebote ist hoch", meint Analyst Andrew Harrington von Peterson
Securities in Sydney. Fünf staatlich geführte indische Firmen bereiten offenbar
bereits ein Angebot vor, wie in diesem Monat durchsickerte. Als potenzielle Interessenten
gelten eine ganze Reihe weiterer Unternehmen - unter anderem die brasilianische
Vale, die schweizerisch-britische Xstrata, die britische Anglo American und der
US-Kohlekonzern Peabody Energy.