Wirtschaft
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Gemeinsame Sachen der Autobauer: Rivalen unter einer Decke

Mit BMW und Toyota versuchen wieder zwei Autobauer ihr Glück miteinander. Es gibt schon eine Reihe von Allianzen dieser Art. Kooperationen sind für die Unternehmen attraktiv, mit ihnen können die Konzerne Geld sparen, von den Leistungen des anderen profitieren und gemeinsam neue Technologien voranbringen. Doch nicht jedes Zweierbündnis am Auto-Markt geht gut aus.

Toyota-BMW: Der japanische und der bayerische Autobauer wollen gleich an mehreren Stellen zusammenarbeiten. Von 2014 an soll Toyota 1,6- und 2,0-Liter-Dieselmotoren von BMW beziehen und in eigenen Wagen verbauen. Daneben wollen beide Konzerne gemeinsam an der Fortentwicklung von Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos forschen. Weitere gemeinsame Projekte schließen die Konzerne ausdrücklich nicht aus.

Toyota-Mazda: Die beiden Konzerne kooperieren bei der Hybrid-Technologie. Toyota will dazu seinen Wettbewerber mit entsprechender Technik beliefern. Mazda plant den Verkaufsstart für Hybrid-Autos im Jahr 2013, allerdings zunächst nur auf dem japanischen Markt.

BMW-PSA Peugeot Citroen: Der bayerische Autohersteller und der französische Wettbewerber arbeiten seit Jahren bei Teilen ihrer Motorenentwicklung zusammen. Die Konzerne fertigen gemeinsam Motoren für den Mini von BMW und verschiedene Modelle von Peugeot und Citroën. Seit Ende Oktober betreiben sie außerdem offiziell ein gemeinsames Tochterunternehmen für Hybridtechnologie. Ab 2015 sollen in dem Unternehmen namens "BMW Peugeot Citroën Electrification" die ersten Komponenten in Serienproduktion entstehen.

Daimler-Renault-Nissan: Seit 2010 arbeiten Daimler und Renault zusammen - mittlerweile gleich an mehreren Stellen. Die Kooperation begann mit dem Bau von Klein- und Kompaktwagen: Es entstehen ein neuer Smart und der Twingo von Renault sowie der Renault-Kangoo und ein Mercedes-Stadtlieferwagen jeweils auf einer Plattform. Daneben soll es mittlerweile auch Pläne für eine gemeinsame Konstruktion eines Wagens aus dem oberen Preissegment geben. Von dem Konzern-Bündnis profitiert außerdem die japanische Renault-Tochter Nissan. Dessen Luxus-Marke Infiniti soll ab 2013 Motoren von Daimler beziehen. Darüber hinaus bestätigte kürzlich Renault-Chef Carlos Ghosn, künftig Batterien für Elektroautos aus dem Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und Evonik zu bekommen.

VW-Suzuki: Ende 2009 waren die beiden Autobauer eine Allianz eingegangen, VW erwarb damals rund 20 Prozent an Suzuki. Ursprünglich wollten die Konzerne gemeinsam Einsteigerautos für Entwicklungs- und Schwellenländer sowie umweltfreundliche Wagen für Industriestaaten bauen. Keine zwei Jahre später werfen sich die Unternehmen gegenseitig Vertragsbruch vor. Suzuki will die Liaison beenden und ein Schiedsgericht anrufen, um die Rückgabe seiner Aktien von VW zu erzwingen. Die Wolfsburger wollen die Papiere behalten. Abgesehen von der missglückten Japan-Allianz ist Volkswagen mit bisher neun Konzernmarken breit aufgestellt. Mit der endgültigen Übernahme von Porsche käme eine zehnte hinzu. Die VW-Marken sind Volkswagen (Pkw), Audi, Seat, Skoda, Bugatti, Lamborghini, Bentley, Volkswagen Nutzfahrzeuge und Scania. Auch ist VW mit über 50 Prozent am Lkw-Hersteller MAN beteiligt.

Fiat-Chrysler: Fiat und Chrysler brachte die tiefe Krise des US-Autogiganten 2009 zusammen. Fiat stieg damals mit 20 Prozent bei Chrysler ein. Mittlerweile halten die Italiener die Mehrheit an dem US-Unternehmen und Fiat-Chef Sergio Marchionne kündigte bereits an, die Konzerne in den kommenden Jahren zu einem verschmelzen zu wollen. Chrysler hatte zuvor, von 1998 bis 2007, mit Daimler den Weltkonzern DaimlerChrysler gebildet. Die Firmenehe scheiterte jedoch, für Daimler wurde der Zusammenschluss zu einem finanziellen Desaster.

Quelle: n-tv.de

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