Wirtschaft

Walldorfer MilliardendealSAP-Angriff auf Oracle

13.05.2010, 10:44 Uhr

Neue Runde im Kampf SAP gegen Oracle - aber dieses Mal geht es nicht um juristische Streitigkeiten: SAP will stattdessen Sybase kaufen. Für den Oracle-Konkurrenten greifen die Walldorfer ganz tief in die Tasche. Das missfällt den Anlegern.

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SAP greift in USA zu. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Neue Runde im ewigen Duell: Die Walldorfer Softwareschmiede SAP will den Oracle-Konkurrenten Sybase für 65 Dollar je Anteilschein in bar kaufen. Die Transaktion werde aus liquiden Mitteln und über ein von Barclays Capital und Deutsche Bank arrangiertes und garantiertes Darlehen in Höhe von 2,75 Mrd. Euro finanziert, wie SAP bekanntgab. Sollten SAP alle Sybase-Aktien angeboten werden, hätte das Geschäft ein Volumen von 5,8 Mrd. Dollar (4,6 Mrd. Euro).

Der Angebotspreis entspreche einem Aufschlag von 44 Prozent auf den gewichteten durchschnittlichen Aktienkurs von Sybase in den vergangenen drei Monaten, hieß es weiter. Allerdings hatten Medienberichte über eine bevorstehende Übernahme den Sybase-Aktienkurs bis zum Ertönen der Schlussglocke an der Wall Street bereits um 35,05 Prozent auf 56,14 Dollar nach oben katapultiert.

Synergien erwartet

Der Verwaltungsrat von Sybase hat dem Übernahmebegehren den Angaben zufolge einstimmig zugestimmt. Voraussetzung für den Abschluss des Geschäfts ist neben den üblichen kartellrechtlichen Genehmigungen, dass SAP die Mehrheit der Sybase-Aktien bekommt.

Nach dem Abschluss des Kaufs, der für das dritte Quartal 2010 erwartet wird, soll das US-Unternehmen unmittelbar einen Beitrag zum Gewinn je Aktie der Walldorfer leisten. Synergien erwarte SAP vor allem durch Umsatzsteigerungen und Kosteneinsparungen. Der Sybase-Chef soll zudem in den SAP- Vorstand einziehen. Sybase selbst werde als eigenständige Einheit unter dem Namen "Sybase, ein Unternehmen der SAP" agieren.

Anleger bleiben vorsichtig

Anleger haben skeptisch auf die von SAP angekündigte Übernahme reagiert. Die Aktien des Walldorfer Softwarekonzerns waren mit einem Minus von knapp zwei Prozent auf 35,40 Euro einer der wenigen Dax-Verlierer. Analysten werteten die Übernahme grundsätzlich positiv. Allerdings habe SAP bei Zukäufen und der Nutzung der erworbenen Technologien nicht immer ein glückliches Händchen gehabt, sagte Analyst Jack Gold von J.Gold Associates. Sybase schossen in Frankfurt um 57,4 Prozent auf 52,10 Euro nach oben.

Quelle: bad/dpa/DJ/rts