Wirtschaft
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Die Sonne scheint nicht mehr: SMA kassiert Prognosen

Deutschen Solarwerten stehen schwere Tage bevor. Händler und Analysten rechnen nach den deutlich reduzierten Gewinn- und Umsatzerwartungen von SMA Solar nun mit weiteren Hiobsbotschaften aus der Branche. Die SMA-Aktie sackt ab.

Die Krisenstimmung in der Solarbranche erreicht den Wechselrichter-Hersteller SMA: Das Unternehmen hat seine Gewinnerwartung nach unten korrigiert und trennt sich von rund 1000 Zeitarbeitern. Die Nachfrage nach Solarstromanlagen habe sich nach den Sommermonaten nur geringfügig verbessert, teilte SMA Solar mit. Deshalb rechne der Vorstand nun für das laufende Jahr mit einem Umsatz von 1,5 Mrd. Euro bis 1,7 Mrd. Euro. Vorher war SMA von bis zu 1,9 Mrd. Euro ausgegangen.

Das operative Ergebnis soll nun 220 Mio. bis 300 Mio. Euro betragen, nachdem man zuvor von 315 Mio. bis 475 Mio. Euro ausgegangen war. "Mit Blick auf die aktuelle Auftragslage und die erfahrungsgemäß schwache Nachfrage während der Wintermonate" werde der Einsatz von etwa 1000 Zeitarbeitern stufenweise bis Jahresende beendet. Die Börse regierte prompt: Der Kurs sackte ab und notierte zeitweise mehr als 10 Prozent im Minus..

Solarwerte unter Druck

SMA ist Weltmarktführer bei Wechselrichtern für Solaranlagen. Sie wandeln Gleich- in Wechselstrom um. Das Unternehmen ist von der weltweiten Entwicklung der Nachfrage nach Solaranlagen abhängig und produziert auftragsbezogen. Um schnell auf die hohen Nachfrageschwankungen reagieren zu können, setzt SMA stark auf Zeitarbeiter. Die Gruppe beschäftigte zuletzt weltweit rund 6500 Mitarbeiter.

Angesichts der Gewinnwarnung von SMA Solar meinte ein Händler: "Hier dürfte in den kommenden Tagen noch der ein oder andere nachziehen müssen und die Prognosen für 2012 reduzieren." Unterstelle man jeweils das Mittel der alten und neuen Prognosespanne von SMA Solar für das Ebit, so errechne sich für 2012 mit 260 Mio. Euro ein um 34 Prozent niedrigeres Ebit, erläuterte ein anderer Händler.

Der Analystenkonsens liege jedoch bei 324 Mio. Euro. "Diese Diskrepanz macht sich heute eben nochmals stark negativ in den Aktienkursen bemerkbar", sagte der Händler.

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Quelle: n-tv.de

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