Feindliche OfferteSanofi bietet für Genzyme
Viele Biotech-Unternehmen befinden sich im Visier großer Pharmakonzern. Genzyme ist keine Ausnahme, Sanofi-Aventis will die Amerikaner schlucken.
Der Pharmakonzern Sanofi-Aventis geht mit seinem feindlichen Übernahmeangebot für das US-Biotech-Unternehmen Genzyme in die Offensive. Der französische Pharmakonzern wandte sich am Montag erstmals direkt an die Genzyme-Aktionäre und bietet ihnen wie angekündigt 69 Dollar je Anteilsschein.
Dies ist genau der Preis, zu dem der Genzyme-Verwaltungsrat die Offerte Ende August abgelehnt hatte. Genzyme hält diese Offerte für deutlich unter Wert. Das Sanofi-Angebot bewertet das US-Unternehmen mit insgesamt 18,5 Mrd. Dollar. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, Sanofi könne sein Gebot erhöhen.
Sanofi macht derzeit der Ablauf von Patenten und die härtere Konkurrenz durch Generikahersteller zu schaffen. Mit der Übernahme will Sanofi wegbrechende Umsätze ausgleichen und das US-Geschäft stärken.
Wegen ablaufender Patente haben zuletzt viele Pharmakonzerne Biotech-Unternehmen ins Visier genommen. So will sich der US-Pharmariese Johnson & Johnson mit der Komplettübernahme des niederländischen Biotechnologie-Unternehmens Crucell ins globale Impf-Geschäft katapultieren. Analysten sprachen von einem "K.O.-Angebot" und erwarten daher keine Bieterschlacht. Branchenexperte Jan de Kerpel von KBC Securities wertete den potenziellen Zusammenschluss als Beleg dafür, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis auch andere erfolgreiche Biotechnologie-Unternehmen von etablierten Pharmariesen geschluckt würden.