SMA Solar und Roth & RauSatte Gewinne dank Solarboom
Conergy und Q-Cells machen es vor, SMA Solar und Roth & Rau ziehen nach und reiten auf der Welle des solaren Aufschwungs. Roth & Rau kehren in die schwarzen Zahlen zurück. SMA versechsfacht gar seinen Gewinn. Dennoch reagieren die Anleger unterschiedlich.
Solarboom Teil 2: Der Solarboom in Deutschland hat dem
Wechselrichter-Produzenten SMA Solar im ersten Halbjahr ein Rekordergebnis
beschert. Der Gewinn versechsfachte sich binnen Jahresfrist: Operativ auf 219,9
Mio. Euro nach 35,0 Mio. Euro im Vorjahr, netto auf 158,2 Mio. Euro nach 26 Mio.
Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz schnellte auf 815,8 Mio. Euro
von 247,1 Mio. Euro nach oben. "Das erste Halbjahr geht als das bisher
erfolgreichste in die Unternehmensgeschichte ein", kommentierte Vorstandssprecher
Günther Cramer die Zahlen. Neben Deutschland habe auch die Nachfrage im Ausland
angezogen.
SMA Solar produziert Wechselrichter, die das Herzstück
einer Solaranlage sind: Sie wandeln den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom
um. In dem Bereich ist das Unternehmen Weltmarktführer mit einem Marktanteil
von mehr als 40 Prozent .
Das Schwergewicht im TecDax mit einer Marktkapitalisierung
von mehr als 3 Mrd. Euro bekräftigte die für das gesamte Jahr bereits
angehobene Prognose. Demnach peilt SMA einen Umsatz von 1,5 Mrd. bis 1,8 Mrd.
Euro an (Vorjahr: 0,934 Mrd. Euro) und eine operative Umsatzrendite
(Ebit-Marge) von 24 bis 27 Prozent. Das wäre im besten Falle ein Ebit von rund
486 Mio. Euro nach 228 Mio. Euro vor Jahresfrist.
Anleger reagieren unterschiedlich
Die Titel von SMA Solar an der Frankfurter Börse konnten
von dem Zahlenwerk nicht profitieren. Der SMA-Solar-Kurs gab rund zwei Prozent
nach. Besser machten es die Aktien von Roth & Rau. Die Papiere des auf
Anlagen für die Solarbranche spezialisierten Maschinenbauers legten nach der
Veröffentlichung des Quartalsberichts fast zwei Prozent zu.
Orderbücher prall gefüllt
Die starke Nachfrage asiatischer Solarfirmen nach Anlagen
von Roth & Rau haben dem Maschinenbauer die Orderbücher gefüllt. In den
ersten sechs Monaten vervierfachte sich der Auftragseingang binnen Jahresfrist
und erreichte mit 265,2 Mio. Euro das Volumen des Rekordjahres 2008, wie das
Unternehmen mitteilte. Auch der Auftragsbestand inklusive eines Zukaufs
erreichte mit 351 Mio. Euro nach 161,5 Mio. Euro eine Bestmarke. Konzernchef
Dieter Roth erwartet eine Fortsetzung der Markterholung. Allein im Juli seien
Bestellungen über 50 Mio. Euro eingegangen; zudem lägen Absichtserklärungen
über 536 Mio. Euro vor.
Die Geschäfte des für die Solarindustrie produzierenden
Maschinenbauers waren im vergangenen Jahr eingebrochen. Die allmähliche
Erholung machte sich im zweiten Quartal 2010 bemerkbar. Der Firma gelang die
Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Operativ summierte sich damit im ersten
Halbjahr der operative Gewinn auf 6,1 Mio. Euro nach 12,0 Mio. Euro im Vorjahr.
Netto blieben 6,6 Mio. Euro hängen. Vor Jahresfrist waren es 9,6 Mio. Euro. Der
Umsatz erreichte in den ersten sechs Monaten 118,8 Mio. Euro. Er lag damit nur
unwesentlich über dem Wert des Vorjahreszeitraums von 117 Mio. Euro. Der
Auslandsanteil blieb ungewöhnlich hoch bei 91 Prozent.
Ziele bekräftigt
Für 2010 bekräftigte der Vorstand seine Ziele: Der Umsatz
soll 285 Mio. Euro erreichen und damit deutlich über den 197,9 Mio. Euro aus
dem Vorjahr liegen. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) wird auf maximal
neun Prozent prognostiziert. Damit käme das Ebit auf rund 25 Mio. Euro nach
16,1 Mio. Euro im Jahr 2009.