Wirtschaft

Von den Beratern getäuscht?Schickedanz fordert Milliarden

28.02.2012, 11:20 Uhr
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Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Thomas Middelhoff in seiner Zeit an der Arcandor-Spitze (Archivbild). (Foto: picture-alliance/ dpa)

Madeleine Schickedanz kämpft um ihr verlorenes Vermögen. Die Quelle-Erbin, die einst zu den reichsten Menschen Deutschlands zählte, zieht mit einem ganzen Bündel an Einzelklagen vor Gericht. In Köln könnte es zum bislang größten Schadenersatzprozess der deutschen Rechtsgeschichte kommen.

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Madeleine Schickedanz (Archivbild). (Foto: picture alliance / dpa)

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz hat durch die Insolvenz von

Arcandor fast ihr gesamtes Milliarden-Vermögen verloren - nun will sie es auf dem

Klageweg zurückbekommen. Insgesamt verlangt sie 1,9 Mrd. Euro.

Wie das Oberlandesgericht

Köln mitteilte, geht es dabei um 1,2 Mrd. Euro Schadensersatz

vom Bankhaus Sal. Oppenheim und der ehemaligen Führung des Bankhauses. Die restlichen

700 Mio. Euro verteilen sich auf elf weitere Klageanträge, wie eine Gerichtssprecherin

erläuterte.

Die von Schickedanz angekündigten insgesamt zwölf Klageanträge

richten sich gegen Sal. Oppenheim, ihren ehemaligen Vermögensberater Josef Esch

sowie weitere Beteiligte. Die Klage ist bisher nur angekündigt worden; zunächst

hatte Schickedanz das Oberlandesgericht aufgefordert, ein zuständiges Gericht zu

bestimmen.

Mehrere Gerichtsorte wären in Frage gekommen, weil die ehemaligen Finanzberater, die

verklagt werden sollen, in unterschiedlichen Städten wohnen. Der Einfachheit halber

entschied das Oberlandesgericht Köln nun, dass das gesamte Klagepaket vor dem Landgericht Köln abgehandelt

werden soll.

Schickedanz wirft ihren ehemaligen Finanzberatern vor, ihr Geld

in riskante Anlagen gesteckt zu haben, obwohl sie selbst eine

gewünscht habe.

Die Quelle-Erbin hatte sich in großem Stil an dem 2009 zusammengebrochenen

Handelskonzern beteiligt, der aus der traditionsreichen Kaufhauskette Karstadt und dem Versandhändler Quelle hervorgegangen war.

Das Bankhaus , das mittlerweile von der Deutschen Bank übernommen worden ist und eine klage hat, hält die Vorwürfe früheren Angaben zufolge für rechtlich

nicht haltbar. Auch Josef Esch hatte die Vorwürfe bereits bei Bekanntwerden der

Klagevorbereitungen im vergangenen Jahr zurückgewiesen.

Quelle: dpa