Tote Tiere am laufenden BandSchlachter töten 774.400 Schweine

Diese Zahl dürfte vielen Menschen ein ungutes Gefühl in der Magengrube verursachen: Pro Jahr müssen in deutschen Schlachthäusern rund 56 Millionen Schweine sterben, um den Appetit der Deutschen zu befriedigen. Im Spätsommer 2010 erreicht die Fleischeslust einen neuen Höhepunkt: Es wird so viel geschlachtet wie nie zuvor.
In Deutschland haben in den Monaten Juli, August und September so viele Schweine ihr Leben gelassen wie noch nie zuvor. Mehr als 14,6 Millionen Tiere mussten amtlichen Angaben zufolge ihre letzte Reise in die Schlachthäuser antreten. Das waren 774.400 Schweine mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Mit der Zahl der geschlachteten Schweine übertraf der Beobachtungszeitraum das bisherige Rekordquartal von Oktober bis Dezember 2009 um noch einmal 60.000 Tiere. Hauptgrund für die steigende Beliebtheit des Schweinefleischs sei der günstige Preis, meinte eine Sprecherin des Amtes.
Die Zahl der in deutschen Schlachthäusern getöteten Schweine steigt seit Jahren kontinuierlich. Im Jahr 2000 landeten noch gut 43 Millionen Borstentiere auf der Schlachtbank, 2009 waren es schon mehr als 56 Millionen. Bei Schafen, Rindern und Kälbern sind die Zahlen über die vergangenen zehn Jahre dagegen stabil oder gehen sogar leicht zurück.
Federvieh im Aufwind
Den größten prozentualen Anstieg gibt es beim Geflügel: Seit 2000 hat sich die Menge der geschlachteten Hühner, Enten, Truthähne und Gänse beinahe verdoppelt. Im dritten Quartal 2010 waren es 342.000 Tonnen Geflügelfleisch. Der offiziellen Statistik zufolge entsprach diese Menge einem Zuwachs von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Nimmt man alle Schlachtungen zusammen, wurden in den zurückliegenden drei Monaten rein rechnerisch insgesamt knapp 2 Millionen Tonnen Fleisch hergestellt.
Den Löwenanteil stellen dabei die Schweine: Rund zwei Drittel dieser Menge sind Schweinefleisch. Laut amtlicher Statistik schwoll die Gesamtmenge des in Deutschland produzierten Fleisches damit um gut 80.000 Tonnen oder 4,2 Prozent an.