Wirtschaft
Dienstag, 27. April 2010

Leidiges XL-Filialen-Problem: Schlecker erleidet Schlappe

Die Drogeriemarktkette Schlecker muss vier Mitarbeiterinnen eines geschlossenen Geschäfts in ihrer neuen XL-Filiale im hessischen Gladenbach zu den bisherigen Bedingungen beschäftigen. Das hat das Marburger Arbeitsgericht in einem Eilverfahren entschieden. Es sei bundesweit das erste Urteil dieser Art, sagte Arbeitsgerichts-Direktor Hans Gottlob Rühle. Eine Entscheidung im Hauptverfahren steht noch aus. (AZ: 2Ga1/10)

In Gladenbach soll in der bisherigen Schlecker-Filiale eine so genannte Schlecker XL-Filiale entstehen, deren Mitarbeiter Lohneinbußen von bis zu 33 Prozent bei längerer Arbeitszeit hinnehmen sollten. Die vier Frauen hatten auf Weiterbeschäftigung zu den bisherigen Bedingungen geklagt.

Nach Angaben von Rühle ist die Firma Anton Schlecker tarifgebunden, die Schlecker XL GmbH nicht. In diesem Fall liege aber ein Betriebsübergang vor, weil die Geschäftslage identisch sei und sich der Betriebszweck nicht geändert habe.

Schlecker sei kein Spezifikum, sagte Rühle. "Was die Firma mit der Ausgliederung von Schlecker XL macht, ist in der deutschen Wirtschaft mittlerweile an der Tagesordnung. Durch das Outsourcing werden Lohnkosten gespart", zitiert ihn die Zeitung. Die Gewerkschaft ver.di sieht laut Mitteilung des Bezirks Mittelhessen mit der Gerichtsentscheidung den Versuch von Schlecker als gescheitert an, über Unternehmensausgründungen Löhne zu senken und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Schlecker gab dazu keine Stellungnahme ab.

Quelle: n-tv.de

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