Wirtschaft

Dauerzoff bei TNK-BP: Schröder verlässt Aufsichtsrat

Bei TNK-BP tobt seit Monaten ein erbitterter Aktionärsstreit. Nun haben die unabhängigen Vertreter, Ex-Kanzler Gerhard Schröder und James Leng, die Nase voll. Beide legen beim russisch-britischen Ölkonzern ihr Aufsichtsratsmandat nieder.

Gerhard Schröder konnte bei TNK-BP nicht viel ausrichten.
Gerhard Schröder konnte bei TNK-BP nicht viel ausrichten.(Foto: picture alliance / dpa)

Der ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder tritt wegen eines Aktionärskonflikts als unabhängiger Aufsichtsrat beim russisch-britischen Ölkonzern TNK-BP zurück. Schröders Büro bestätigte den Schritt. Der SPD-Politiker war im Januar 2009 in den Aufsichtsrat berufen worden.

Dort sollte er mit zwei anderen unabhängigen Direktoren Pattsituationen zwischen den gleich starken Partnern des Gemeinschaftsunternehmens - dem britischen Multi BP und dem russischen Oligarchenkonsortium AAR - verhindern. Der unabhängige Aufsichtsrat James Leng will angeblich ebenfalls das Gremium verlassen.

Schröder und Leng hätten ihren Entschluss in einer Aufsichtsratssitzung mitgeteilt, meldete die Staatsagentur Ria Nowosti. Die Agentur Interfax meldete unter Berufung auf "mehrere Quellen", die Ursache liege offenbar in einem Aktionärsstreit, in dem die beiden unabhängigen Vertreter nicht Partei ergreifen wollten.

AAR hatte vor einigen Monaten einen milliardenschweren Deal zwischen BP und dem russischen Ölkonzern Rosneft verhindert. Ein TNK-BP-Aktionär macht BP deshalb für einen Verlust von fast zwei Milliarden Euro verantwortlich.

Schröder leitet weiterhin den Aktionärsausschuss des von Russland dominierten Betreiberkonsortiums der Ostseepipeline Nord Stream mit Sitz in der Schweiz.

Quelle: n-tv.de

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