Wirtschaft
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Kampf gegen starken Franken : Schweizer Notenbank kauft noch mehr Euro

Im Januar hat die Schweizerische Nationalbank ihren Mindest-Eurokurs für den Franken abschafft. Doch, um die Aufwertung zu bremsen, interveniert sie weiter am Devisenmarkt – Experten zufolge sogar stärker als zuvor.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat nach Aufgabe ihres Mindestkurses für den Euro gegenüber dem Franken den Wert der Währung keineswegs allein dem Markt überlassen. Neue Zahlen zur Entwicklung der Schweizer Währungsreserven belegen, dass die SNB sogar stärker am Devisenmarkt intervenierte als zuvor, um die Aufwertung zu begrenzen.

Nach Mitteilung der SNB stiegen die Währungsreserven im Januar um gut 3 Milliarden auf 495 Milliarden Franken. Diese Zahl ist allerdings, wie Experten anmerken, ein Saldo aus Devisenankäufen der Zentralbank und der Aufwertung des Franken nach seiner Freigabe, die die in Franken ausgewiesenen Reserven für sich genommen reduziert. Nach Berechnungen des Chefvolkswirts der Bank Vontobel, Ralf Wiedenmann, beliefen sich die Devisenkäufe der SNB im Januar auf schätzungsweise umgerechnet 57 Milliarden Franken.

BNP-Paribas-Analystin Evelyn Herrmann schätzt das Interventionsvolumen auf 58 Milliarden Franken. Im August 2011, kurz vor Einführung des Mindestkurses von 1,20 Franken je Euro, waren es 71 Milliarden gewesen und im Dezember 2014, kurz vor Abschaffung der Wechselkursbindung, 32 Milliarden. Mit anderen Worten: Die SNB muss ohne Wechselkursbindung deutlich mehr Ressourcen für tatsächliche Interventionen aufwenden als ohne. Und dennoch zog der Franken in den vergangenen Wochen stark an.

Drohende Rezession

Am 15. Januar hatte die SNB völlig überraschend ihren bisherigen Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro aufgeben. Drei Jahre lang hatte sie diese Grenze verteidigt, um die Schweizer Wirtschaft vor einem zu starken Franken zu schützen. Vor allem exportorientierte Schweizer Unternehmen reagierten geschockt die nun erfolgte starke Aufwertung.

Viele Firmen kündigten bereits Gehaltskürzungen, Entlassungen oder Kurzarbeit an. Die Konjunkturforschungsstelle (KOF) in Zürich rechnet für 2015 mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts um 0,5 Prozent.  Bevor die SNB den Mindestkurs des Franken zum Euro aufgab, hatte die KOF noch ein Wachstum von 1,9 Prozent prognostiziert.

Quelle: n-tv.de

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