Mittwoch, 07. Oktober 2009
Kirche von England erteilt Absolution: Segen für Hedgefonds
Die Kirche St. Helen's in London.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
In Großbritannien haben Hegdefonds Beistand von unerwarteter Seite erhalten. Die Kirche von England warnt davor, die hochspekulativen Fonds zu stark zu regulieren. In einem Brief an den zuständigen Ausschuss des britischen Oberhauses warnte die Investmentgesellschaft der Kirche vor "ernsten Folgen" strengerer Regeln. Die EU-Pläne in der aktuellen Form würden "unsere wohltätige Arbeit und unsere Leistungen für das öffentliche Wohl stark einschränken", heißt es in dem Schreiben, das die Kirche zusammen mit fünf britischen Wohltätigkeitsorganisationen verfasste.
Die Kirche argumentiert, dass 95 Prozent aller Hedgefonds ihren Sitz außerhalb der EU haben. Einige der besten Hedgefonds könnten nun darauf verzichten, überhaupt weiter Kapital in Europa einzusammeln, weil sie sich den Vorschriften nicht beugen wollten. Dies werde "die Rendite auf unser Investment-Portfolio begrenzen", heißt es in dem Schreiben. Kritiker werfen Hedgefonds vor, dass sie durch ihr hochspekulatives Verhalten die Finanzkrise mitverschuldet haben.
Auch die Kirche von England hatte bisher mit Kritik an den Fonds nicht gespart. So hatte der Erzbischof von York, John Sentamu, zuletzt auf fallende Kurse setzende Anleger als "Bankräuber" bezeichnet. Das Wetten auf fallende Börsenkurse ist auch bei Hedgefonds beliebt. Auch das Oberhaupt der Kirche von England, Erzbischof Rowan Williams, hatte die Finanzbranche scharf angegriffen. Die Investments der Kirche von England waren in der Krise von 5,7 Milliarden Pfund (rund 6,1 Milliarden Euro) auf 4,4 Milliarden Pfund zusammengeschrumpft.
AFP
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