"Wehrtechnik ein sensibles Geschäft"Siemens trennt sich von KMW
Nach fast zehn Jahren zieht sich Siemens aus der Wehrtechnik-Branche zurück und verkauft seine Beteiligung an KMW an die Wegmann-Gruppe. Und so sind Leopard, Puma und Co. für den Dax-Konzern Geschichte.
Der Elektrokonzern Siemens trennt sich nach knapp zehn Jahren von seinem Anteil am Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann. Der Konzern verkaufe seine 49-Prozent-Beteiligung an der Krauss- Maffei Wegmann GmbH & Co. KG (KMW) an die Wegmann Gruppe, der bisher schon 51 Prozent von KMW gehörten, teilte Siemens mit. Der Konzern hatte die Minderheitsbeteiligung am Rüstungsunternehmen im Frühjahr 2001 erworben. KMW baut unter anderem zusammen mit Rheinmetall den Kampfpanzer Leopard und den neuen Schützenpanzer Puma. Mit der Transaktion konzentriere sich Siemens weiter auf seine Kernsektoren Industrie, Energie und Gesundheit, sagte Finanzchef Joe Kaeser.
Noch vor der Übernahme des Anteils hatte der damalige Siemens- Chef Heinrich von Pierer angekündigt, die Beteiligung wieder verkaufen zu wollen. "Die Wehrtechnik ist ein sensibles Geschäft", sagte ein Siemens-Sprecher mit Blick auf den langen Zeitraum. "Daher wollten wir eine dauerhaft tragfähige Lösung suchen, die allen Beteiligten gerecht wird." KMW sei für Siemens eine Kapitalbeteiligung gewesen, am operativen Tagesgeschäft habe sich der Konzern nicht beteiligt.
Über den Kaufpreis haben die beiden Parteien Stillschweigen vereinbart. Wenn die Kartellbehörden zustimmen, soll der Verkauf im ersten Quartal 2011 abgeschlossen sein. Das Unternehmen mit Sitz in München beschäftigt eigenen Angaben zufolge mehr als 3400 Mitarbeiter überwiegend in Deutschland.