Wirtschaft

Kerviel ist abgehaktSocGen rappelt sich auf

03.11.2010, 08:25 Uhr

Mit der Societe Generale geht es wieder bergauf. Die französische Großbank liegt gewinnmäßig klar über den Erwartungen der Analysten. In der Frage der Kernkapitalquote liegt man im Plan.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die französische Großbank Societe Generale hat im dritten

Quartal ihren Gewinn verdoppelt. Dank eines freundlicheren Konjunkturumfeldes sei

der Überschuss auf 896 Millionen Euro gestiegen, teilte das Finanzinstitut mit.

Es hätten weniger Rückstellungen für Kreditausfälle vorgenommen werden müssen. Analysten

hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 793 Millionen Euro gerechnet. Die Einnahmen

beliefen sich im abgelaufenen Quartal auf 6,3 Milliarden Euro.

Per Ende September wies das Finanzinstitut eine Kapitalquote

von 10,4 Prozent aus. Die Kernkapitalquote lag bei 8,4 Prozent. Mit Blick auf die

anstehenden neuen Basel-III-Eigenkapitalregeln erklärte die Bank, zum 1. Januar

2013 werde man eine die Kernkapitalquote von rund 7,5 Prozent erreichen. Im Ende

des Jahres 2013 soll diese dann bei 8,5 Prozent liegen.

Nach Basel III brauchen Banken künftig deutlich mehr

eigenes Kapital, sie erhalten dank großzügiger Übergangsfristen aber mehr Zeit,

dieses Kapital zu bilden. Das Kernkapital soll bis 2015 auf sechs Prozent von derzeit

vier Prozent der so genannten "risikogewichteten Aktiva" steigen. Das

sind die vergebenen Kredite und gekauften Wertpapiere, die ausfallen können und

für die Bank das Risiko der Zukunft darstellen.

Die Societe Generale hatte im Oktober wegen des milliardenschweren

Spekulationsskandals erneut im Licht der Öffentlichkeit gestanden. Der frühere Wertpapierhändler

Jerome Kerviel war zu fünf Jahren Haft und der Zurückzahlung von 4,9 Milliarden

Euro verurteilt worden. Einen Verlust in dieser Höhe hatte Kerviel seinem früheren

Arbeitgeber durch exzessive Spekulationsgeschäfte eingebrockt.

Quelle: rts/DJ