Kerviel ist abgehaktSocGen rappelt sich auf
Mit der Societe Generale geht es wieder bergauf. Die französische Großbank liegt gewinnmäßig klar über den Erwartungen der Analysten. In der Frage der Kernkapitalquote liegt man im Plan.
Die französische Großbank Societe Generale hat im dritten
Quartal ihren Gewinn verdoppelt. Dank eines freundlicheren Konjunkturumfeldes sei
der Überschuss auf 896 Millionen Euro gestiegen, teilte das Finanzinstitut mit.
Es hätten weniger Rückstellungen für Kreditausfälle vorgenommen werden müssen. Analysten
hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 793 Millionen Euro gerechnet. Die Einnahmen
beliefen sich im abgelaufenen Quartal auf 6,3 Milliarden Euro.
Per Ende September wies das Finanzinstitut eine Kapitalquote
von 10,4 Prozent aus. Die Kernkapitalquote lag bei 8,4 Prozent. Mit Blick auf die
anstehenden neuen Basel-III-Eigenkapitalregeln erklärte die Bank, zum 1. Januar
2013 werde man eine die Kernkapitalquote von rund 7,5 Prozent erreichen. Im Ende
des Jahres 2013 soll diese dann bei 8,5 Prozent liegen.
Nach Basel III brauchen Banken künftig deutlich mehr
eigenes Kapital, sie erhalten dank großzügiger Übergangsfristen aber mehr Zeit,
dieses Kapital zu bilden. Das Kernkapital soll bis 2015 auf sechs Prozent von derzeit
vier Prozent der so genannten "risikogewichteten Aktiva" steigen. Das
sind die vergebenen Kredite und gekauften Wertpapiere, die ausfallen können und
für die Bank das Risiko der Zukunft darstellen.
Die Societe Generale hatte im Oktober wegen des milliardenschweren
Spekulationsskandals erneut im Licht der Öffentlichkeit gestanden. Der frühere Wertpapierhändler
Jerome Kerviel war zu fünf Jahren Haft und der Zurückzahlung von 4,9 Milliarden
Euro verurteilt worden. Einen Verlust in dieser Höhe hatte Kerviel seinem früheren
Arbeitgeber durch exzessive Spekulationsgeschäfte eingebrockt.