Wirtschaft

Mehrkosten für A400MStaaten in Zwickmühle

28.01.2010, 16:50 Uhr

Es geht um einen Milliarden-Betrag: EADS fordert ihn von den Bestellerstaaten des A400M. Zahlen diese nicht, droht die Airbus-Mutter mit dem Ausstieg aus dem Projekt. Was nun?

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Streit um A400M-Kosten zieht sich hin. Eine Einigung zwischen den Bestellerstaaten und dem EADS_Konzern ist nicht in Sicht. (Foto: picture alliance / dpa)

Die sieben am A400M interessierten Staaten werden für den Militärtransporter möglicherweise noch tiefer in die Tasche greifen. Zusätzlich zu den bereits in Rede stehenden 5,2 Mrd. Euro könnten sich die weiteren Mehrkosten nach Angaben von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf netto 1,2 Mrd. Euro belaufen. Die sieben Länder hätten diese Forderung der Airbus-Mutter EADS als grundlos zurückgewiesen, sagte der CSU-Politiker vor dem Haushaltsausschuss des Parlaments.

Allerdings sind die kaufwilligen europäischen Länder zu weiteren Verhandlungen bereit, sagte Guttenberg in der Sitzung des Ausschusses am Mittwoch. Das geschehe aus sicherheitspolitischen Gründen, da das Transportflugzeug ohne Alternative sei. Zudem wolle man das technische Know-how in Europa halten. "Deshalb könne es darauf hinauslaufen, dass am Ende der Verhandlungen die sieben Nationen bereit seien, gemeinsam zwei Milliarden Euro an Leistung zu erbringen", zitiert der Pressedienst den Verteidigungsminister. Der deutsche Anteil an den 2 Mrd. Euro könne jedoch so erbracht werden, dass für den Bund keine Mehrkosten außerhalb des Vertrags entstünden.

Fass ohne Boden?

EADS habe in den Verhandlungen Anfang der Woche den bisher entstandenen Schaden auf 5,2 Mrd. Euro beziffert, sagte ein Vertreter des Ministeriums in der Sitzung. Künftig werde mit weiteren Mehrkosten von 2 Mrd. Euro gerechnet. Dem stünden Einsparungen von 800 Mio. Euro gegenüber, so dass EADS den Käufern insgesamt einen Schaden von 6,4 Mrd. Euro in Rechnung stellen wolle. "Wir erwarten ein Angebot von EADS", sagte ein Vertreter des Ministeriums in der Sitzung. Bisher habe es von der Airbus-Mutter nur Maximalforderungen gegeben. Ein Ergebnis der Gespräche werde in der nächsten oder der übernächsten Woche erwartet.

Ursprünglich war ein Festpreis von 20 Mrd. Euro für 180 Flugzeuge vereinbart worden. Deutschland ist mit 60 Maschinen größter Abnehmer. Airbus droht mit einem Ausstieg aus dem Projekt, falls die Staaten nicht einen signifikanten Betrag nachschießen.

Quelle: bad/rts/dpa