Wirtschaft

"Katerfrühstück bei Tiffany"Swatch und Tiffany klagen

12.03.2012, 12:28 Uhr
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Klage, Gegenklage: Das Ende der Zusammenarbeit von Swatch und Tiffany wird prozessiert. Analysten sprechen von einem "Katerfrühstück bei Tiffany". (Foto: REUTERS)

2008 rufen Swatch und Tiffany eine gemeinsame Uhrenmarke ins Leben. Aber bereits 2011 beenden die Schweizer die Zusammenarbeit mit dem bekannten US-Schmuckunternehmen wegen "systematischer Blockade". Eine Schadenersatzklage in Milliardenhöhe folgt. Nun schlägt Tiffany zurück.

Wenn zwei Unternehmen austicken: Die gescheiterte Zusammenarbeit des weltgrößten Uhrenkonzerns Swatch mit dem US-Schmuckhändler Tiffany hat ein rechtliches Nachspiel. Die beiden ehemaligen Partner decken sich gegenseitig mit hohen Schadenersatzforderungen ein. Das New Yorker Traditionshaus verklagt Swatch auf 542 Mio. Franken (588 Mio. Dollar) und reagiert damit auf einen von den Schweizern angestoßen Rechtsstreit: Swatch hatte Tiffany nach der Kündigung langfristiger Zusammenarbeitsverträge Ende 2011 auf 3,8 Mrd. Franken Schadenersatz verklagt. Swatch erklärte am Montag, die Gegenforderung Tiffanys entbehre jeglicher faktischen oder rechtlichen Grundlage.

Die Schweizer waren im vergangenen September aus der Kooperation mit dem Nobeljuwelier mit der berühmten Filiale in der Fifth Avenue in Manhattan ausgestiegen, nachdem sie sich wiederholt negativ zu der Zusammenarbeit geäußert hatten. Swatch wirft Tiffany eine systematische Blockade und Verzögerung des gemeinsamen Geschäfts vor.

Die beiden Unternehmen hatten 2008 gemeinsam die Uhrenmarke "Tiffany & Co" ins Leben gerufen - von Swatch hergestellte Uhren im mittleren Preissegment, die sowohl in Swatch- und Tiffany-Geschäften als auch über Dritthändler vertrieben werden sollten.

Die Anleger ließen sich von den enormen Klagesummen nicht aus der Ruhe bringen. Die Swatch-Aktien gewannen leicht. "Katerfrühstück bei Tiffany", kommentierten die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) in Anlehnung an den Titel des berühmten Films aus den 60er-Jahren mit Audrey Hepburn in der Hauptrolle. Wenn überhaupt, dann dürfte Swatch etwas von Tiffany erhalten, glauben die ZKB-Analysten.

Quelle: ntv.de, rts