Sonntag, 14. März 2010
Führungskräfte und Neueinstellungen: Telekom plant Frauenquote
Der Frauenanteil in deutschen Unternehmen ist vor allem in den Chefetagen verschwindend gering. Zumindest die Telekom will das ändern.Die Deutsche Telekom will als erstes Dax-Unternehmen offenbar eine Frauenquote einführen. Der Bonner Konzern wolle am Montag ankündigen, dass der Anteil der Frauen im Konzern auf mindestens 30 Prozent steigen soll, berichtet der "Focus". Dies solle nicht nur für Führungsposten, sondern für alle Neueinstellungen gelten, heißt es.
Der Frauenanteil in deutschen Unternehmen ist vor allem in den Chefetagen gering und soll nach dem Willen von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) steigen. "Unternehmen müssen genau aufschlüsseln, welchen Frauenanteil es auf welchen Ebenen gibt und wie der sich entwickelt", sagte Schröder der "Financial Times Deutschland". Dazu wolle sie zu allererst Transparenz und Berichtspflichten deutlich verbessern. "Und an diesen Ergebnissen werden sich die Unternehmen dann auch messen lassen müssen."
Eine Frauenquote für Aufsichtsräte beurteilte Schröder skeptisch. Eine solche Regelung sei allenfalls dann sinnvoll, wenn alle anderen Instrumente zu wenig Wirkung zeigten. "Eine Quote ist für mich immer nur Ultima ratio. Sie ändert nichts an den Ursachen, sie doktert nur an den Symptomen rum", sagte die Ministerin der Zeitung. Sie wolle daher bessere Chancen für Frauen in Kooperation mit der Wirtschaft erreichen. "Ich werde in den nächsten Monaten viele Gespräche mit der Wirtschaft führen, da werde ich sehen, wie ernst es ihnen ist."
Der Frauenanteil in deutschen Unternehmen ist vor allem in den Chefetagen verschwindend gering. Derzeit gibt es 2,5 Prozent weibliche Vorstände und knapp zehn Prozent weibliche Aufsichtsräte, wovon der große Teil über die Gewerkschaften entsandt werden.
dpa/AFP
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