Essen-Bestellservice im NetzTengelmann mischt mit
Tengelmann geht mit der Zeit. Der Lebensmittelkonzern widmet sich verstärkt der immer populärer werdenden Online-Essenbestellungen. Dafür will das Unternehmen Geld in die Hand nehmen.
Mit einer Investition in ein Internetportal will der Lebensmittelkonzern Tengelmann sich einen Anteil am wachsenden Markt für Online-Essenbestellungen sichern. Mit einem Umsatz von jährlich 2,5 Milliarden Euro in Deutschland seien Essen-Lieferdienste nach Hause oder ins Büro der einzige Markt im Lebensmittelbereich, der gerade wachse, sagte der Geschäftsführer des Portals Lieferheld, Fabian Siegel. In den USA und Skandinavien bestelle bereits die Hälfte der Kunden Pizza, Sushi und andere Restaurant-Gerichte nicht mehr über das Telefon, sondern im Netz.
Auf der Website von Lieferheld können Kunden auf Angebote von Restaurants in ihrem Postleitzahlen-Bereich zugreifen und direkt bestellen. Ähnlich wie beim Internet-Kaufhaus Amazon gibt es Kundenbewertungen der Lieferanten, gezahlt werden kann das bestellte Essen auch per Kreditkarte, Lastschrifteinzug oder das Zahlungssystem Paypal.
Für den Kunden wird die Bestellung über Lieferheld nicht teurer, wie Siegel betonte. Das Portal finanziert sich über eine Kommission von zehn Prozent, die Restaurants pro erfolgter Bestellung entrichten. Bislang sind auf der Seite etwa 1200 Lieferanten in 80 Städten aufgeführt, bis Ende Mai sollen es 2500 in 120 Städten sein. Bestellungen sollen auch über iPhone- und Android-Apps möglich sein.
Werbekampagne geplant
Lieferheld hat bereits insgesamt fünf Millionen Euro an Investorenkapital gesammelt, in den kommenden zwei Jahren will das Unternehmen 20 Millionen Euro in eine groß angelegte Werbekampagne investieren. Der Tengelmann-Konzern, der seit kurzem auch Lebensmittel für den Restaurantbedarf über das Internet vertreibt, ist nach eigenen Angaben mit 15 Prozent an Lieferheld beteiligt.
Frische Lebensmittel aus dem Supermarkt werden über das Portal allerdings zunächst nicht verkauft. Mittelfristig sei eine solche Option aber angedacht, sagte Siegel.