Japanischer BörsenflirtTokio und Osaka erwägen Fusion
Das Fusionskarussell dreht sich weiter. Die Börsen in Tokio und Osaka denken über einen Zusammenschluss nach. Bisher waren sie Gegner, doch angesichts der stärker werdenden Konkurrenz entdecken sie gemeinsame Interessen.
Die Aktienbörse in Tokio (TSE) fasst eine Fusion mit dem kleineren einheimischen Rivalen Osaka Securities Exchange (OSE) ins Auge. Entstehen würde der nach Marktkapitalisierung weltweit zweitgrößte Börsenbetreiber nach dem fusionierten Konzern aus NYSE Euronext und Deutscher Börse. Der Präsident der Tokioter Börse, Atsushi Saito, kündigte an, er werde sich mit seinem Kollegen vom Handelsplatz in Osaka zu treffen, um die Möglichkeiten eines Zusammenschlusses zu sondieren. Osaka-Präsident Michio Yoneda sagte, er strebe eine Fusion innerhalb von drei Monaten an.
Saito betonte, der Aktienmarkt der TSE und die auf Derivate spezialisierte Derivate-Börse OSE könnten einander ergänzen. Vor einem Zusammengehen solle die TSE aber selbst an die Börse gehen. Dafür gebe es noch keinen Zeitplan, er wolle den Schritt aber so schnell als möglich gehen. Die Aktien der OSE legten mehr als zehn Prozent zu.
Beide Börsenplätze haben sich bis jetzt einen harten Konkurrenzkampf geliefert. Doch die zunehmende Konkurrenz durch internationale Börsenplätze drängt sie dazu, zusammenzuarbeiten.
Die weltweite Börsenlandschaft steht unter großem Konsolidierungsdruck. Derzeit gibt es mehrere Fusionsvorhaben. So wollen sich die Deutsche Börse und die US-Börse Nyse Euronext zur weltgrößten Börse zusammenschließen. Die Londoner Börse LSE will die Börse Toronto übernehmen. Zudem gab es jüngst Gerüchte, die LSE wolle auch die US-Börse Nasdaq OMX schlucken.
Denn nach der jüngsten Konsolidierung des Börsensektors könnte die derzeit noch drittgrößte Börse, die TSE, den Anschluss an ihre Wettbewerber verlieren.