Wirtschaft

Yen bleibt starkTokio warnt Spekulanten

22.03.2011, 07:58 Uhr

Die sieben führenden Industriestaaten stemmen sich gegen eine weitere Aufwertung des Yen. Japans Regierung bringt eine weitere Intervention ins Gespräch.

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(Foto: REUTERS)

Japan hält sich Interventionen am Devisenmarkt offen, um gegen einen steigenden Yen vorzugehen. Die Regierung stehe auch weiterhin bereit zum Handeln und werde hier nötigenfalls erneut mit den Partnern in der Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7) zusammenarbeiten, sagte Finanzminister Yoshihiko Noda. Anlass war ein erneut ansteigender Wert des Yen zum Auftakt des ersten Handelstages in Japan seit der internationalen Intervention am Freitag. Am Montag waren die Märkte des Landes wegen eines Feiertages geschlossen geblieben.

"Wir werden, so wie es nötig wird, zusammenarbeiten und beobachten die Märkte genau", sagte Noda. Er äußerte sich aber weiter nicht dazu, bei welchem Kurs die Regierung Handlungsbedarf sieht. Am Dienstag wurde ein Dollar mit 81,2 Yen gehandelt. Die G7-Staaten hatten bei einem Rekordstand von 77,16 Yen eingegriffen.

Zentralbank pumpt Geld

Aus Regierungskreisen in Tokio hieß es, die G-7 habe keineswegs beschlossen, nur an einem einzigen Tag am Devisenmarkt zu intervenieren. Die Staatengruppe dürfte erneut gemeinsam eingreifen, falls es zu einer exzessiven und spekulativ motivierten Aufwertung des Yen komme.

Die japanische Notenbank bot ihrerseits weiter an, zusätzliche Milliarden in das Finanzsystem zu pumpen, um die Zahlungsströme aufrecht zu erhalten. Am Dienstag handelte es sich um die Summe von gut 17 Milliarden Euro. Die Bank of Japan spült seit der Naturkatastrophe vor elf Tagen an jedem Handelstag Geld ins System.

Trotz des Jahrhundertbebens in Japan und der nun drohenden Atomkatastrophe halten die Investoren der Landeswährung Yen bisher die Treue. Dass der Yen sich trotz der Lage in Japan an den Devisenmärkten stabil hält, begründen Analysten vor allem damit, dass japanische Anleger Investitionen aus aller Welt nach Hause zurückholten. Zudem lösten internationale Investoren Geschäfte auf, die sie mit Yen-Krediten günstig finanziert hatten. Auf längere Sicht könnte sich der Yen aber sehr wohl abschwächen, sagen Marktbeobachter.

Quelle: rts/DJ