"Kriminelle wird es immer geben": UBS-Chef lehnt Rücktritt ab
Obwohl ein Händler der UBS in London offenbar zwei Milliarden Dollar verspekuliert hat, sieht Bankchef Grübel keinen Grund für persönliche Konsequenzen. Gegen kriminelle Energie könne man nichts machen. "Das wird es in unserem Job immer geben", so Grübel.
Ungeachtet des Milliardenverlusts der Schweizer Großbank UBS durch illegale Geschäfteeines Londoner Händlers lehnt der UBS-Vorstandsvorsitzende Oswald Grübel einen Rücktrittab. "Ich habe die Verantwortung für alles, was in der Bank passiert - ich fühlemich aber nicht schuldig", sagte Grübel der Schweizer Zeitung "Sonntag".Mit Blick auf Rücktrittsforderungen linker Politiker sagte er, diese seien "reinpolitisch" motiviert. Er denke nicht über einen Rücktritt nach, letztlich liegedie Entscheidung aber beim UBS-Verwaltungsrat.
"Wenn jemand mit krimineller Energie vorgeht, können Sie nichts machen.Das wird es in unserem Job immer geben", sagte der UBS-Chef zu den betrügerischenGeschäften, die am Donnerstag in der Londoner Zentrale aufgedeckt worden waren.Der Deutsche Grübel hatte die Führung der UBS mitten in der Finanzkrise übernommenund die angeschlagene Bank bis 2010 aus der Verlustzone geführt. Seit Bekanntwerdender illegalen Geschäfte steht er ebenso wie der Chef der Investment-Sparte, CarstenKengeter, aber zunehmend unter Druck.
Am frühen Donnerstagmorgen war der 31-jährige Investmentbanker Kweku Adoboliam Londoner UBS-Sitz festgenommen worden. Die britische Polizei klagte ihn am Freitagwegen Betrugs durch den Missbrauch seiner Stellung und die Fälschung von Bilanzenan. Der aus Ghana stammende Händler soll seiner Bank durch illegale Wertpapiergeschäfteeinen Verlust von rund zwei Milliarden Dollar (1,45 Milliarden Euro) beschert haben.Der UBS droht nach Einschätzung von Analysten ein Verlust von 500 Millionen SchweizerFranken im dritten Quartal.
Quelle: n-tv.de

