Post muss sich warm anziehenUPS schluckt TNT Express

Die Deutsche Post muss sich auf einen härteren Wettbewerb im Paketgeschäft einstellen. Der US-Riese UPS ist bei seinem Werben um Europas Nummer zwei TNT Express am Ziel. UPS zahlt den TNT-Express-Aktionären nun 9,50 Euro je Anteilsschein. Mit einer erste Offerte über 9 Euro waren die US-Amerikaner zuvor abgeblitzt.
Der US-Paketriese UPS übernimmt für 5,2 Milliarden Euro den niederländischen Rivalen TNT Express und macht damit der Deutschen Post in Europa verstärkt Konkurrenz. Vorstand und Aufsichtsrat von TNT Express sowie die niederländische Post als größter Anteilseigner unterstützen die aufgestockte Offerte von UPS. Nach Angaben beider Firmen beinhaltet das Angebot einen Aufschlag von 53,7 Prozent im Vergleich zum TNT-Express-Aktienkurs vom 16. Februar. Einen Tag später hatten die zwei Konzerne ihre Übernahmegespräche bekanntgegeben.
UPS will den TNT-Express-Aktionären nun 9,50 Euro je Anteilsschein zahlen. Eine erste Offerte über 9,00 Euro hatte das niederländische Unternehmen zurückgewiesen.
UPS ist der weltgrößte Paketdienst und hat bereits seit langem ein Auge auf TNT geworfen. Mit der Übernahme will der US-Konzern in Europa expandieren. Neben den Niederlanden hat er vor allem Großbritannien, Frankreich und Deutschland im Blick.
TNT Express war Mitte 2011 vom Briefgeschäft der niederländischen Post abgespalten worden. Mit einem Marktanteil von 18 Prozent ist TNT in Europa führend vor DHL, der Tochter der Deutschen Post, die auf 15 Prozent kommt.
TNT mit roten Zahlen
Zuletzt kämpfte TNT Express mit Problemen und Verlusten. Der Aktienkurs sank seit der Abspaltung im vergangenen Jahr deutlich. Aus diesem Grund hatte es unter den Investoren zuletzt immer wieder Rufe nach einem größeren Partner gegeben.
Im vergangenen Jahr steigerte TNT Express den Umsatz um rund drei Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, rutschte allerdings tief in rote Zahlen mit einem Verlust von 270 Millionen Euro. UPS lieferte dagegen Rekordzahlen ab. Der Umsatz stieg 2011 um rund sieben Prozent auf 53 Milliarden Dollar, der Gewinn legte um 14 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar zu.
UPS erwirtschaftet den Großteil seiner Gewinne in den USA - gegen Konkurrenten wie FedEx. Eine Übernahme von TNT Express wäre eine gute Möglichkeit, um das Europa-Geschäft auf einen Schlag deutlich auszubauen. UPS mit den markanten braunen Auslieferungswagen ist allerdings auch schon seit 1976 in Deutschland vertreten.
Die Deutsche Post sieht den geplanten Deal zwischen UPS und TNT noch nicht in trockenen Tüchern. Das Dax-Unternehmen rechnet mit ernsthaften Bedenken der Wettbewerbsbehörden. Schließlich würden sich zwei weltweit tätige Unternehmen zusammenschließen, sagte Sprecher Dirk Klasen. UPS befinde sich mit FedEx in den USA in einem Duopol und wolle nun auch den drittgrößten Expressdienstleister Europas übernehmen.