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Die Tüten füllen sich.
Die Tüten füllen sich.(Foto: AP)

Dank neuer Jobs und gutem Wetter: US-Einzelhändler spüren Aufwind

Amerikas Konsumenten lassen sich das Einkaufen nicht verderben: Mit der Verbesserung der Lage am US-Arbeitsmarkt ziehen auch die Umsätze der Einzelhändler wieder an. Für die Konjunkturentwicklung der weltgrößten Volkswirtschaft ist das entscheidend, denn zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung stammen aus dem Konsum.

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Die wachsende Kauflust der Amerikaner hat den Einzelhändlern im Februar die größten Umsatzzuwächse binnen fünf Monaten beschert. Die Geschäfte hatten nach Berechnungen des Handelsministeriums 1,1 Prozent mehr in den Kassen als im Vormonat. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet. Angesichts der aufgehellten Job-Perspektiven sitzt den US-Bürgern das Geld wieder etwas lockerer - insbesondere beim Autokauf. Die Fahrzeugumsätze legten zum Vormonat um 1,6 Prozent zu.

"Die Daten zeigen, dass die Kauflust der Verbraucher zu Jahresbeginn stärker ist als erwartet", sagt Ökonom Harm Bandholz von Unicredit. Die robusten Konsumausgaben seien umso erstaunlicher, da das Autofahren wegen der anziehenden Treibstoffpreise immer teurer wird. An der Zapfsäule zogen die Spritpreise gegenüber Januar um 20 Cent je Gallone an.

"Tankstellenumsatz kein positives Konjunktursignal"

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Dies spülte den Tankstellenpächtern 3,3 Prozent mehr Umsatz in die Kassen als zu Jahresbeginn. Es ist das größte Plus seit März 2011. "Anzumerken ist dabei, dass vor allem der gestiegene Tankstellenumsatz nicht als positives Konjunktursignal interpretiert werden darf, da es im Gegenteil eher das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte mindert und den sonstigen Konsum begrenzt", mahnt Bernd Krampen von der NordLB. Mark Zandi von Moody's Analytics verweist jedoch darauf, dass nach den jüngsten Lichtblicken am Arbeitsmarkt wieder mehr Amerikaner in Lohn und Brot sind: "Der Arbeitsmarkt ist der wahre Grund, warum die Verbraucher mehr ausgeben. Die Lage am Jobmarkt hat sich definitiv aufgehellt." In den vergangenen drei Monaten wurden jeweils mehr als 200.000 Stellen geschaffen.

Auch wenn die durchschnittlichen Stundenlöhne im Februar nur um magere drei Cent zulegten, haben nun mehr als eine halbe Million Menschen mehr eine Arbeit als voriges Jahr. Sie melden sich nun auch als Verbraucher wieder verstärkt zurück. Aber auch wenn die Arbeitslosenquote mit 8,3 Prozent so niedrig ist wie seit drei Jahren nicht mehr, ist sie für amerikanische Verhältnisse jedoch noch immer sehr hoch.

Mildes Wetter freut den Einzelhandel

Auch das milde Winterwetter sorgte dafür, dass die US-Verbraucher stärker in die Einkaufszentren strömten. Angelockt von Winterschluss-Angeboten zog es die Amerikaner insbesondere in Bekleidungsfachgeschäfte: Diese nahmen 1,8 Prozent mehr ein - das größte Plus seit November 2010. Baufachmärkte und Gartencenter verbuchten immerhin ein Plus von 1,4 Prozent. Lange Gesichter gab es hingegen in den Möbelgeschäften: Sie nahmen 1,2 Prozent weniger ein als im Vormonat.

Die Einzelhandelsdaten gelten als wichtiger Indikator für die Konjunkturentwicklung in den USA, da deren Wirtschaftsleistung zu mehr als zwei Dritteln vom privaten Konsum abhängt. Unicredit-Ökonom Bandholz rechnet damit, dass im ersten Quartal ein aufs Jahr hochgerechnetes Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von zwei Prozent herausspringen wird. Im Schlussquartal 2011 war noch ein annualisiertes Wachstum von drei Prozent erzielt worden.

Quelle: n-tv.de

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