Wirtschaft
Im Visier der US-Ermittler: Die Großbank JPMorgan.
Im Visier der US-Ermittler: Die Großbank JPMorgan.(Foto: picture alliance / dpa)

Drogengeld, Terrorfinanzen, Sanktionen: US-Justiz prüft US-Banken

Nach den Geldwäsche-Vorwürfen gegen die britischen Banken Standard Chartered und HSBC nehmen die US-Behörden nun offenbar JPMorgan, Bank of America und andere heimische Institute ins Visier: Sie sollen durch laxe Kontrollen Geldwäsche für Terroristen und Drogenhändler ermöglicht und Sanktionen gegen allerlei Schurkenstaaten unterlaufen haben.

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Gegen mehrere große US-Banken wird laut eines Zeitungsberichts wegen des Verdachts der Geldwäsche und der möglichen Finanzierung von Drogenhandel und Terroraktivitäten ermittelt. Die Bundes- und örtlichen Behörden ermittelten gegen einige der größten Banken des Landes wegen des Verdachts, bei der Überwachung von Bargeld-Transfers versagt zu haben, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf anonyme Quellen. Dadurch sei es Drogenhändlern und Terroristen möglicherweise gelungen, Geld zu waschen.

Dem Bericht zufolge werden die Ermittlungen von der US-Bankenaufsicht OCC geleitet, auch das US-Justizministerium und die New Yorker Staatsanwaltschaft führen Untersuchungen. Es handele sich um eine der größten Anti-Geldwäsche-Aktionen der Behörden seit Jahrzehnten in den USA, mit denen Banken signalisiert werden solle, dass eine Nichteinhaltung der Geldwäschegesetze inakzeptabel sei, hieß es. Die Ermittler hätten ihre Untersuchung noch nicht abgeschlossen, stünden jedoch "kurz davor", gegen die Bank JPMorgan vorzugehen. Auch die Aktivitäten anderer Großbanken wie der Bank of America würden durchleuchtet.

Die OCC überprüfe die Systeme von JPMorgan, die illegale Transaktionen verhindern sollen, sagte eine mit den Untersuchungen vertraute Person. Möglicherweise gehe es dabei auch um gesetzeswidrige Geschäfte mit Venezuela. Ein JPMorgan-Sprecher wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. JPMorgan sei im Visier der Ermittler, weil US-Bundesbehörden der Bank bereits 2011 vorgeworfen hätten, US-Sanktionen gegen Kuba und den Iran unterlaufen zu haben, heißt es in dem Bericht.

Bislang hätten sich die Ermittler vor allem auf Geldwäscheverstöße von europäischen Banken konzentriert, nun würden sie die heimischen Banken ins Visier nehmen. Erst vor kurzem hatten die US-Behörden der britischen Großbank Standard Chartered und mehreren anderen europäischen Banken vorgeworfen, illegale Geschäfte mit Staaten gemacht zu haben, die mit Sanktionen belegt sind, darunter Iran. Um nicht von der New Yorker Börse ausgeschlossen zu werden, erklärte sich die britische Standard Chartered Mitte August zur Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 340 Millionen Dollar bereit. Zudem warf der US-Senat der britischen HSBC mit gemischten Zahlen vor, mexikanischen Drogenkartellen bei der Geldwäsche geholfen zu haben. Auch hier droht noch eine Milliardenstrafe.

Quelle: n-tv.de

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