Wirtschaft

Handelsdefizit mit politischer BrisanzUSA hängen an Chinas Tropf

10.02.2012, 16:38 Uhr
yuan
China schwimmt in US-Dollar, denn die USA haben ein enormes Handelsdefizit mit China. (Foto: REUTERS)

Die US-Ausfuhren können sich sehen lassen: Sie steigen 2011 deutlich und markieren einen Rekord. Bei den Importen zeigt sich das gleiche Bild - mit einem kleinen, aber entscheidenden Makel: Das Handelsdefizit mit China erreicht einen Höchststand und das birgt politische Brisanz - vor allem in einem Wahljahr.

Neues Futter für Demokraten und Republikaner im US-Präsidentschaftswahlkampf: Die US-Unternehmen haben 2011 so viel ins Ausland verkauft wie nie zuvor. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen legten um 14,5 Prozent auf 2,1 Billionen Dollar zu, teilte das Handelsministerium mit. Die Importe stiegen um 13,8 Prozent und erreichten mit 2,7 Billionen Dollar ebenfalls eine neue Höchstmarke.

Politisch brisant ist das enorme Defizit im Handel mit China: Die Importe aus der Volksrepublik übertrafen die Exporte dorthin um 295,5 Mrd. Dollar. Das ist ebenfalls ein Rekordwert. US-Politiker werfen China immer wieder vor, den Wechselkurs des Yuan künstlich zu drücken und sich so Vorteile im internationalen Handel zu verschaffen.

Das US-Handelsdefizit wird an den Märkten mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Weil die USA mehr konsumieren als sie produzieren, muss sie die Lücke durch massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland schließen. China ist der größte ausländische Schuldner der Vereinigten Staaten - und besitzt die höchsten Dollar-Devisenreserven der Welt.

Quelle: bad/rts