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Wirtschaft
Nicht überall gelingt die Verschmelzung auf dem Parkett so elegant.

Nicht überall gelingt die Verschmelzung auf dem Parkett so elegant.
(Foto: AP)

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Eine kleine Sorge weniger: USA winken Börsenfusion durch

Die geplante Fusion von Deutscher Börse und New York Stock Exchange steht zwar in den Sternen, doch zumindest die US-Aufsichtsbehörden haben nichts gegen den Zusammenschluss. Lediglich ein Beteiligungsverkauf für die Deutschen steht auf der Rechnung. Ungleich größere Hürden warten dagegen in Europas Amtsstuben.

Die Deutsche Börse und die New Yorker NYSE Euronext haben aus den USA grünes Licht für ihre geplante Mega-Fusion erhalten. Das US-Justizministerium genehmigte den Zusammenschluss zum weltgrößten Börsenbetreiber unter der Voraussetzung, dass sich eine Tochter der Deutschen Börse von ihrer Beteiligung an Direct Edge trennt.

"Dies ist ein bedeutender Meilenstein für den Zusammenschluss der beiden Börsen", erklärte die Deutsche Börse. Sie will ihre indirekte Beteiligung an Direct Edge bis zum vollständigen Verkauf passiv weiterführen. Bislang hält sie über ihre Derivatebörse ISE 31,5 Prozent an Direct Edge, dem viertgrößten Börsenbetreiber in den USA. Auch nach dem Verkauf muss die Deutsche Börse nach dem Willen des Ministeriums für Direct Edge bestimmte Dienstleistungen erbringen.

Die Aktienbörse gilt als einzige Überlappung der Geschäfte der beiden großen Börsenbetreiber in dem Land. Beobachter hatten hier bereits mögliche kartellrechtliche Bedenken der Behörden erwartet.

Stillstand in Europa

Deutsche Börse und Nyse können sich nun auf die Verhandlungen mit den Kartellbehörden in Europa konzentrieren. Sowohl die Europäische Union als auch das hessische Wirtschaftsministerium als Börsenaufsicht haben schwere Bedenken gegen das Vorhaben angemeldet.

Als kritisch gilt vor allem, ob die EU-Kommission die Fusion genehmigen wird. Hier ist vor allem die dominante Position des fusionierten Unternehmens im Derivategeschäft strittig. Die Fusionspartner hatten erst vor wenigen Tagen versucht, Bedenken durch ein weiteres Zugeständnis auszuräumen. Sie verpflichteten sich zusätzlich zu den bereits angebotenen Zugeständnissen, die veröffentlichten Standard-Gebühren für europäische Derivate-Kontrakte drei Jahre lang konstant zu halten. Die Wettbewerbshüter der EU haben sich Insidern zufolge davon nicht beeindruckt gezeigt.

Ein Treffen mit Vertretern der EU-Wettbewerbsbehörde sei sachlich und freundlich verlaufen, sagten zwei mit dem Treffen vertraute Personen. Hinsichtlich der Positionen zum Derivatemarkt blieben die Meinungsverschiedenheiten aber anscheinend unverändert bestehen. Im Derivatehandel an europäischen Börsen würden die Deutsche-Börse-Tochter Eurex und die zur Nyse gehörenden Londoner Derivatebörse Liffe zusammen auf einen Marktanteil von über 90 Prozent kommen.

Deutsche Börse und Nyse würden sich mit ihren Argumenten nun wohl direkt am Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia oder an die gesamte EU-Kommission wenden, sagten die Informanten. Mit ihrem 9 Mrd. US-Dollar schweren Zusammenschluss wollen die Deutsche Börse und die Nyse zum größten Handelsplatz der Welt aufsteigen. Die EU will bis spätestens 9. Februar 2012 eine Entscheidung fällen.

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EU hat Bedenken
USA geben grünes Licht für Börsenfusion
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nne/DJdpa/rts

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