Wirtschaft

"Zweiter Heimatmarkt": VW baut auf Chinesen

Volkswagen spielt weiter die chinesische Karte. Der Wolfsburger Konzern verzeichnet dort in diesem Jahr ein kräftiges Absatzplus. Die sich abschwächende Konjunktur in der Volksrepublik schreckt VW nicht ab. Im Gegenteil: Das Unternehmen will für Investitionen in China bis 2016 rund 14 Milliarden Euro in die Hand nehmen.

Produktion im FAW-Volkswagen-Werk in Changchun.
Produktion im FAW-Volkswagen-Werk in Changchun.(Foto: picture alliance / dpa)

Trotz der sich abkühlenden Konjunktur in China setzt Volkswagen weiter auf die Volksrepublik als Hauptwachstumstreiber. Der dortige Pkw-Markt lege 2011 deutlich schwächer zu als in den vergangenen Jahren, aber auch Wachstumsraten von acht bis neun Prozent in den kommenden Jahren seien für einen solch großen Markt fantastisch, sagte der für China zuständige VW-Manager Karl-Thomas Neumann auf einem Autokongress in Berlin.

Der Pkw-Markt habe 2011 um gut neun Prozent zugelegt, nach rund 35 Prozent 2010. VW sei in den ersten drei Quartalen dieses Jahres aber mit 14,6 Prozent deutlich schneller gewachsen. Er gehe davon aus, dass der Markt in den nächsten fünf Jahren weiter expandiert, "vorausgesetzt es gibt keine weltwirtschaftliche Katastrophe", sagte Neumann.        

Ökonomen gehen davon aus, dass sich die boomende Wirtschaft Chinas abschwächt, wenn auch auf hohem Niveau. Die Wolfsburger sehen das bevölkerungsreichste Land der Welt als "zweiten Heimatmarkt". Im Reich der Mitte haben die Wolfsburger einen Marktanteil von 18,8 Prozent und sind damit die Nummer eins auf dem Pkw-Markt. Volkswagen will für Investitionen in China in den nächsten fünf Jahren rund 14 Milliarden Euro in die Hand nehmen. Unter anderem solle das Händlernetz von rund 1300 auf gut 2500 etwa verdoppelt werden, sagte Neumann. "Wir können uns gar nicht retten vor Bewerbungen von Händlern."  

VW setzt auch auf Elektroautos, die von der chinesischen Regierung gefördert werden. Nach dem Willen der Regierung in Peking sollen 2020 rund fünf Millionen Elektroautos auf Chinas Straßen rollen. Bisher hinke die Entwicklung diesem Ziel aber deutlich hinterher, betonte Neumann. Er hoffe, dass die Behörden den Markt noch stärker öffneten, damit er für die Autobauer attraktiver werde. VW selbst wolle Elektroautos in China etwa 2013/2014 in Serie produzieren. 

Quelle: n-tv.de

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