Nachtsitzung endet mit BlitzkompromissVolkswagen zahlt mehr Geld
Nach stundenlangen Tarifverhandlungen in der Nacht gibt es bei Europas größtem Automobilkonzern einen schnellen Kompromiss: Die rund 100.000 VW-Beschäftigten der sechs westdeutschen Werke und der Finanzsparte bekommen 4,2 Prozent mehr Lohn. Beide Seiten äußern sich zufrieden.
Nach einer nächtlichen Verhandlungsrunde haben sich die Vertreter der Arbeitgeberseite und der Gewerkschaft bei VW auf einen Tarifkompromiss geeinigt. Die rund 100.000 VW-Beschäftigten in Westdeutschland erhalten 4,2 Prozent mehr Lohn. Der Wolfsburger Autobauer und die Gewerkschaft IG Metall einigten sich auf eine Erhöhung der Tarifeinkommen um 3,2 Prozent ab 1. Mai und eine Einmalzahlung von einem Prozent eines Jahresentgeltes, mindestens jedoch 500 Euro. Nach nur drei Verhandlungsrunden mit der Gewerkschaft erzielten beide Seiten damit eine Art Blitzabschluss.
Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 16 Monaten. "Unternehmen und IG Metall haben einen fairen Abschluss erzielt, der eine ordentliche Lohnerhöhung mit dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit verbindet", erklärte VW-Personalvorstand Jochen Schumm. IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine sagte, der Abschluss gebe die gute Geschäftslage bei VW wieder.
Die Macht der Einigung
Die IG Metall hatte ursprünglich einen Lohnaufschlag von sechs Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert. VW bot zunächst 2,9 Prozent ab Juni und eine Einmalzahlung von 300 Euro für die Monate Februar bis Mai. Bei der Laufzeit wollte sich Volkswagen am Branchentarif orientieren, der 23 Monate gilt. Der Flächentarif für die Metall- und Elektroindustrie, nach dem die meisten Autohersteller und Zulieferer ihre Mitarbeiter bezahlen, sieht für dieses Jahr eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,7 Prozent vor.
Die IG Metall handelt bei Volkswagen traditionell einen Haustarifvertrag für die Beschäftigten der sechs westdeutschen Werke aus. Der Abschluss soll auch für die Mitarbeiter der konzerneigenen Finanztochter gelten.